Geheimdienst-Kooperation "Maximator": Die Five Eyes Europas?

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<html> <p class=„printversionback-to-article printversion–hide“><a href=„https://www.heise.de/newsticker/meldung/Geheimdienst-Kooperation-Maximator-Die-Five-Eyes-Europas-4700198.html“>zur&#252;ck zum Artikel</a></p><figure class=„printversionlogo“><img src=„https://1.f.ix.de/icons/svg/logos/svg/heiseonline.svg“ alt=„heise online“ width=„180“ heigth=„40“/></figure><figure class=„aufmacherbild“><img src=„https://heise.cloudimg.io/width/700/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/2/8/7/6/7/0/6/urn-newsml-dpa-com-20090101-130607-99-04077_large_4_3-57e6bdc1f2a6c55e.jpeg“ srcset=„https://heise.cloudimg.io/width/700/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/2/8/7/6/7/0/6/urn-newsml-dpa-com-20090101-130607-99-04077_large_4_3-57e6bdc1f2a6c55e.jpeg 700w, https://heise.cloudimg.io/width/1050/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/2/8/7/6/7/0/6/urn-newsml-dpa-com-20090101-130607-99-04077_large_4_3-57e6bdc1f2a6c55e.jpeg 1050w, https://heise.cloudimg.io/width/1280/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/2/8/7/6/7/0/6/urn-newsml-dpa-com-20090101-130607-99-04077_large_4_3-57e6bdc1f2a6c55e.jpeg 1280w“ sizes=„(min-width: 80em) 43.75em, (min-width: 64em) 66.66vw, 100vw“ alt=„Europ&#228;ischer Geheimdienstverbund Maximator entschl&#252;sselte Satellitenfunk“ class=„img-responsive“/><figcaption class=„akwa-caption“><p class=„source akwa-captionsource“>(Bild:&#160;dpa, Stephan Jansen/Archiv)</p> </figcaption></figure><p><strong>Deutschland und vier andere L&#228;nder sollen bei der Entschl&#252;sselung von Funkspr&#252;chen anderer Staaten zusammengearbeitet haben.</strong></p> <p>Deutschland und vier andere europ&#228;ische L&#228;nder sollen seit dem Jahr 1976 einen Geheimdienstverbund namens „Maximator“ unterhalten haben, in dem sie untereinander kryptologische „L&#246;sungen“ zur Entschl&#252;sselung der Funk-Kommunikation vieler L&#228;nder austauschten. Das geht aus einem Aufsatz des niederl&#228;ndischen Sicherheitsforschers Bart Jacobs hervor. Die F&#252;nfer-Allianz wurde demnach von D&#228;nemark, Deutschland und den Niederlanden gegr&#252;ndet, sp&#228;ter kamen Schweden und Frankreich hinzu.</p> <h3 class=„subheading“ id=„nav_doppelbockbier0“>Doppelbockbier als Namensgeber</h3> <p>Benannt nach einem M&#252;nchener Doppelbockbier soll „Maximator“ der Gegenpart zur Abh&#246;rkooperation der „Five Eyes“ USA, Kanada, Gro&#223;britannien, Australien und Neuseeland sein und bis heute existieren. Jacobs Bericht „<a href=„https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/02684527.2020.1743538“ rel=„external noopener“ target=„_blank“><strong>Maximator: European signals intelligence cooperation, from a Dutch perspective [1]</strong></a>“ beschreibt aus niederl&#228;ndischer Sicht, wie die europ&#228;ischen Kryptologen bei Treffen von Maximator untereinander „L&#246;sungen“ austauschten, um den verschl&#252;sselten Satellitenfunk via Kurzwelle oder Zentimeterwelle entschl&#252;sseln zu k&#246;nnen. &#196;hnlich wie bei den Cryptoleaks basierten viele dieser L&#246;sungen auf eingebauten oder aufgefundenen Schw&#228;chen von Chiffrierger&#228;ten.</p> <div class=„inread“/> <p>Nach Jacobs' Lesart soll der Maximator-Verbund ma&#223;geblich daf&#252;r verantwortlich sein, dass Gro&#223;britannien im Falklandkrieg schnell die Verschl&#252;sselung der argentinischen Streitkr&#228;fte brechen konnte: Argentinien nutzte die Chiffrierger&#228;te HC550 und HC570 der Crypto AG, deren Schwachstelle der deutsche Bundesnachrichtendienst im Rahmen von Maximator kommuniziert hatte.</p> <h3 class=„subheading“ id=„nav_ausgangspunkt1“>Ausgangspunkt BND-Dokument</h3> <p>Ein niederl&#228;ndischer Kryptologe des Abh&#246;rdienstes „Technisch Informatie Verwerkingscentrum“ (TIVC, heute <a href=„https://en.wikipedia.org/wiki/Joint_Sigint_Cyber_Unit“ rel=„external noopener“ target=„_blank“><strong>Joint Sigint Cyber Unit [2]</strong></a> genannt) reiste nach Gro&#223;britannien zu den Government Communications Headquarters (GCHQ) und kl&#228;rte die Kollegen auf, wie sie die Kommunikation entschl&#252;sseln k&#246;nnen. &#220;ber den TIVC lief auch eine andere Aktion, von der der Maximator-Verbund insgesamt profitierte. Der Dienst unterhielt eine Bodenstation in der Karibik auf Cura&#231;ao, die den Funkverkehr von Kuba und Venezuela &#252;berwachte und entschl&#252;sselte.</p> <p>Ausgangspunkt der Entdeckung von Jacobs war das interne BND-Dokument aus dem Jahre 2012, das von der <a href=„https://www.heise.de/meldung/Cryptoleaks-CIA-und-BND-steckten-jahrzehntelang-hinter-Verschluesselungsfirma-4658033.html“><strong>„Operation Rubikon [3]</strong></a>“ berichtete und den Satz enthielt: „Diese F&#228;higkeiten blieben nicht auf USA und Deutschland beschr&#228;nkt; im Laufe der Jahre wurden Staaten wie D&#228;nemark, Frankreich, Gro&#223;britannien, Israel, Niederlande, Schweden u.a. in den Kreis der &#8216;cognoscenti&#8217; aufgenommen.“ Jacobs forschte nach, wie sich der „Kreis der Wissenden“ organisatorisch zusammensetzte.</p> <p>Was sich hinter der Operation Rubikon verbirgt, kam erst im Februar ans Tageslicht: Es handelte sich um eine &#252;ber Jahrzehnte laufende geheime Zusammenarbeit der US-amerikanischen CIA und des bundesdeutschen BND. <a href=„https://www.heise.de/meldung/Cryptoleaks-CIA-und-BND-steckten-jahrzehntelang-hinter-Verschluesselungsfirma-4658033.html“><strong>Gemeinsam baute man Hintert&#252;ren in Verschl&#252;sselungsmaschinen der Schweizer Crypto AG ein [4]</strong></a>, die andere Staaten f&#252;r vertrauliche Kommunikation verwendeten. () </p> <hr/><p><strong>URL dieses Artikels:</strong><br/><small><code>https://www.heise.de/-4700198</code></small></p> <p><strong>Links in diesem Artikel:</strong><br/><small><code><strong>[1]</strong>&#160;https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/02684527.2020.1743538</code></small><br/><small><code><strong>[2]</strong>&#160;https://en.wikipedia.org/wiki/Joint_Sigint_Cyber_Unit</code></small><br/><small><code><strong>[3]</strong>&#160;https://www.heise.de/meldung/Cryptoleaks-CIA-und-BND-steckten-jahrzehntelang-hinter-Verschluesselungsfirma-4658033.html</code></small><br/><small><code><strong>[4]</strong>&#160;https://www.heise.de/meldung/Cryptoleaks-CIA-und-BND-steckten-jahrzehntelang-hinter-Verschluesselungsfirma-4658033.html</code></small><br/><small><code><strong>[5]</strong>&#160;mailto:axk@heise.de</code></small><br/></p> <p class=„printversioncopyright“><em>Copyright &#169; 2020 Heise Medien</em></p> </html>