KI-Pionier Douglas Lenat: Comeback der Expertensysteme

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<html> <p class=„printversionback-to-article printversion–hide“><a href=„https://www.heise.de/newsticker/meldung/KI-Pionier-Douglas-Lenat-Comeback-der-Expertensysteme-4706081.html“>zur&#252;ck zum Artikel</a></p><figure class=„printversionlogo“><img src=„https://1.f.ix.de/icons/svg/logos/svg/heiseonline.svg“ alt=„heise online“ width=„180“ referrerpolicy=„no-referrer“ /></figure><figure class=„aufmacherbild“><img src=„https://heise.cloudimg.io/width/700/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/2/8/8/1/9/6/4/urn-newsml-dpa-com-20090101-200121-99-564659_large_4_3-bc32ae1ae9761263.jpeg“ srcset=„https://heise.cloudimg.io/width/700/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/2/8/8/1/9/6/4/urn-newsml-dpa-com-20090101-200121-99-564659_large_4_3-bc32ae1ae9761263.jpeg 700w, https://heise.cloudimg.io/width/800/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/2/8/8/1/9/6/4/urn-newsml-dpa-com-20090101-200121-99-564659_large_4_3-bc32ae1ae9761263.jpeg 800w“ alt=„Wirtschaftsfaktor K&#252;nstliche Intelligenz“ class=„img-responsive“ referrerpolicy=„no-referrer“ /><figcaption class=„akwa-caption“>(Bild:&#160;dpa, Axel Heimken/dpa) </figcaption></figure><p><strong>Nach mehr als 30 Jahren k&#246;nnte symbolische KI reif f&#252;r die Anwendung sein, meint der Mathematiker und Physiker Douglas Lenat.</strong></p> <p>Nach &#252;ber drei&#223;ig Jahren beharrlicher Arbeit ist Douglas Lenat sicher, dass seine KI jetzt reif ist f&#252;r reale Anwendungen. „Wir haben eine gro&#223;e, breit angelegte Ontologie des menschlichen Wissens&#8220;, erkl&#228;rte Lenat gegen&#252;ber Technology Review (neue Ausgabe 5/20 am Kiosk oder <a href=„https://shop.heise.de/zeitschriften/technology-review“><strong>online bestellbar [1]</strong></a>). „Das ist ein Aufwand, den man nur einmal treiben muss. Entwickler k&#246;nnen nun relativ schnell neue Anwendungen schaffen, ohne in m&#252;hsamer Kleinarbeit &#252;ber Jahre hinweg eigene Expertensysteme bauen zu &#173;m&#252;ssen.“</p> <div class=„inread“> <p>Der Mathematiker und Physiker Douglas Lenat promovierte 1976 in Stanford mit einer Arbeit &#252;ber ein Programm, das neue mathematische Theoreme entdecken konnte, indem es auf grundlegende Konzepte aus der Mengen&#173;lehre und logische Regeln aufbaute.<br /></p> <p>Lenat erkannte jedoch schon bald, dass es eine breite Wissensbasis br&#228;uchte, um solche Systeme robuster zu machen. Er nannte sein Projekt „Cyc“ &#8211; abgeleitet vom englischen „Encyclopedia“. Eine „symbolische“ KI, die aus einer Art gro&#223;en Wissensgraphen und Modulen zum Ableiten logischer Schl&#252;sse aus diesem Wissen besteht. Im Unterschied zu einfachen Wissensgraphen kann CycL, die Programmiersprache von Cyc, auch solche S&#228;tze erfassen, die Logiken h&#246;herer Ordnung enthalten. „Jeder Satz, den man in englischer Sprache verfassen kann, l&#228;sst sich auch in CycL darstellen“, sagt Lenat.</p> <div class=„a-boxtarget a-boxcontent a-inline-textboxcontent a-inline-textboxcontent–horizontal-layout“ data-collapse-target=“„> <figure class=„a-inline-textboximage-container“><img alt=“„ src=„https://heise.cloudimg.io/width/2481/q50.png-lossy-50.webp-lossy-50.foil1/_www-heise-de_/imgs/71/2/8/7/7/1/4/0/tr.0520.001-c7fe0b228576ac80.jpg“ srcset=„https://heise.cloudimg.io/width/4962/q30.png-lossy-30.webp-lossy-30.foil1/_www-heise-de_/imgs/71/2/8/7/7/1/4/0/tr.0520.001-c7fe0b228576ac80.jpg 2x“ class=„c1“ referrerpolicy=„no-referrer“ /></figure><div class=„a-inline-textboxcontent-container“> <p class=„a-inline-textboxsynopsis“>Dieser Beitrag stammt aus Ausgabe 5/2020 der Technology Review. Das Heft ist ab 16.4.2020 im Handel sowie direkt im heise shop erh&#228;ltlich. Highlights aus dem Heft:</p> <ul class=„a-inline-textboxlist“><li class=„a-inline-textboxitem“><a class=„a-inline-textboxtext“ href=„https://www.heise.de/hintergrund/Wasserstoff-Von-Blasen-und-Perlen-4700661.html“ title=„Wasserstoff: Von Blasen und Perlen“><strong>Wasserstoff: Von Blasen und Perlen [2]</strong></a></li> <li class=„a-inline-textboxitem“><a class=„a-inline-textboxtext“ href=„https://www.heise.de/hintergrund/Biotech-Impfen-auf-Speed-4700748.html“ title=„Biotech: Impfen auf Speed“><strong>Biotech: Impfen auf Speed [3]</strong></a></li> <li class=„a-inline-textboxitem“><a class=„a-inline-textboxtext“ href=„https://www.heise.de/hintergrund/Textilien-Das-XXL-Problem-4700828.html“ title=„Textilien: Das XXL-Problem“><strong>Textilien: Das XXL-Problem [4]</strong></a></li> <li class=„a-inline-textboxitem“><a class=„a-inline-textboxtext“ href=„https://www.heise.de/hintergrund/Neurotech-Wer-herrscht-ueber-das-Gehirn-4700839.html“ title=„Neurotech: Wer herrscht &#252;ber das Gehirn?“><strong>Neurotech: Wer herrscht &#252;ber das Gehirn? [5]</strong></a></li> <li class=„a-inline-textboxitem“><a class=„a-inline-textboxtext“ href=„https://www.heise.de/hintergrund/Mit-dieser-KI-laesst-sich-reden-4700855.html“ title=„Mit dieser KI l&#228;sst sich reden“><strong>Mit dieser KI l&#228;sst sich reden [6]</strong></a></li> <li class=„a-inline-textboxitem“><a class=„a-inline-textboxtext“ href=„https://www.heise.de/hintergrund/Fokus-Open-Source-Einmal-Utopia-und-zurueck-4700868.html“ title=„Fokus Open Source: Einmal Utopia und zur&#252;ck“><strong>Fokus Open Source: Einmal Utopia und zur&#252;ck [7]</strong></a></li> <li class=„a-inline-textboxitem“><a class=„a-inline-textboxtext“ href=„https://www.heise.de/hintergrund/Fokus-Open-Source-Die-Gesund-Maker-4700871.html“ title=„Fokus Open Source: Die Gesund-Maker“><strong>Fokus Open Source: Die Gesund-Maker [8]</strong></a></li> <li class=„a-inline-textboxitem“><a class=„a-inline-textboxtext“ href=„https://shop.heise.de/katalog/technology-review-05-2020?wt_mc=intern.shop.shop.tr_2005.dos.dossier.dossier“ title=„TR bestellen“><strong>TR bestellen [9]</strong></a></li> </ul></div> </div> <div data-collapse-trigger=“„> <p>Weil der KI-Forschung zu diesem Zeitpunkt jedoch eine Menge Skepsis entgegengebracht wurde, fl&#252;chtete Lenat mit seinem Projekt zun&#228;chst unter das Dach eines Regierungskonsortiums. Sp&#228;ter, in einem privaten Unternehmen, verfolgte er das Projekt jedoch unerm&#252;dlich weiter. „In den 80er- und 90er-Jahren haben wir dem System fundamentale Konzepte beigebracht: was Wetter ist zum Beispiel, wie Menschen Kleidung verwenden und welche Emotionen es gibt&#8220;, sagt Lenat. Sie f&#252;llten ihre Datenbank mit etwa 1,5 Millio&#173;nen taxonomisch geordneten Basisbegriffen wie Mensch, Auge, Nacht und verkn&#252;pften sie mit rund 25 Millionen Regeln.</p> <p>Zu der Aussage, dass Menschen nachts schlafen, geh&#246;rt etwa, dass sie sich hinlegen und die Augen schlie&#223;en. „Diese Regeln zu programmieren hat mehrere Jahrzehnte gebraucht, obwohl sechzehn Menschen an dem Projekt gearbeitet haben.“ Die &#214;ffentlichkeit erfuhr jedoch nicht viel von diesen Fortschritten. Bis auf einzelne, sporadische Ver&#246;ffentlichungen war es still um Cyc. Bis jetzt.</p> <h3 class=„subheading“ id=„nav_vom_lernen_zum0“>Vom Lernen zum „tiefen Verst&#228;ndnis“</h3> <p>Verschiedene Partnerprojekte haben Lenat zufolge nun gezeigt, dass in der Regel nur noch sehr spezifisches Fachwissen erg&#228;nzt werden m&#252;sse, um eine Anwendung zu programmieren. „Heute bilden wir Dinge in Cyc ab wie die Dicke der Wandung einer &#214;l-Pipeline oder wie lange man braucht, um einen CT-Scan durchzuf&#252;hren.&#8220; Statt wie fr&#252;her Jahre am Aufbau eines Expertensystems zu arbeiten, geht die Programmierung neuer Anwendungen jetzt also vergleichsweise schnell.</p> <p>Wenn es nach Forschern wie Gary Marcus geht, muss dieser hybride Ansatz dringend ausgebaut werden, um KI-Systeme robuster zu machen. Marcus, ehemals Professor an der New York University und mittlerweile Chef des von ihm gegr&#252;ndeten Unternehmens Robust AI, ist davon &#252;berzeugt, dass KI noch immer „ein Versprechen ist, das allzu oft nicht erf&#252;llt wird“. Denn die Erfolge, die in den vergangenen Jahren auf dem Gebiet des Deep Learning gemacht wurden, verschleierten h&#228;ufig, dass lernende Systeme keinerlei echtes Verst&#228;ndnis der zu l&#246;senden Probleme entwickelten.</p> <p>Um vom Lernen zum „tiefen Verst&#228;ndnis&#8220; zu kommen, sei es n&#246;tig, auf die &#252;ber sechzigj&#228;hrige Tradition der symbolischen Wissensverarbeitung in der KI zur&#252;ckzugreifen, sagt Marcus. „Diese Systeme waren gut darin, logische Schl&#252;sse zu ziehen, aber nicht gut darin, zu lernen“, erkl&#228;rt er. Lernende Systeme wiederum k&#246;nnen nicht gut verallgemeinern und abstrahieren. () </p> <hr /><p><strong>URL dieses Artikels:</strong><br /><small><code>https://www.heise.de/-4706081</code></small></p> <p><strong>Links in diesem Artikel:</strong><br /><small><code><strong>[1]</strong>&#160;https://shop.heise.de/zeitschriften/technology-review</code></small><br /><small><code><strong>[2]</strong>&#160;https://www.heise.de/hintergrund/Wasserstoff-Von-Blasen-und-Perlen-4700661.html</code></small><br /><small><code><strong>[3]</strong>&#160;https://www.heise.de/hintergrund/Biotech-Impfen-auf-Speed-4700748.html</code></small><br /><small><code><strong>[4]</strong>&#160;https://www.heise.de/hintergrund/Textilien-Das-XXL-Problem-4700828.html</code></small><br /><small><code><strong>[5]</strong>&#160;https://www.heise.de/hintergrund/Neurotech-Wer-herrscht-ueber-das-Gehirn-4700839.html</code></small><br /><small><code><strong>[6]</strong>&#160;https://www.heise.de/hintergrund/Mit-dieser-KI-laesst-sich-reden-4700855.html</code></small><br /><small><code><strong>[7]</strong>&#160;https://www.heise.de/hintergrund/Fokus-Open-Source-Einmal-Utopia-und-zurueck-4700868.html</code></small><br /><small><code><strong>[8]</strong>&#160;https://www.heise.de/hintergrund/Fokus-Open-Source-Die-Gesund-Maker-4700871.html</code></small><br /><small><code><strong>[9]</strong>&#160;https://shop.heise.de/katalog/technology-review-05-2020?wt_mc=intern.shop.shop.tr_2005.dos.dossier.dossier</code></small><br /><small><code><strong>[10]</strong>&#160;mailto:bsc@heise.de</code></small><br /></p> <p class=„printversioncopyright“><em>Copyright &#169; 2020 Heise Medien</em></p> </div></div> </html>