"Albtraumszenario": US-Dienste kaufen massenhaft Handydaten für Überwachung

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<html> <header class=„article-header“><h1 class=„articleheading“>„Albtraumszenario“: US-Dienste kaufen massenhaft Handydaten f&#252;r &#220;berwachung</h1><div class=„publish-info“> Martin Holland</div></header><figure class=„aufmacherbild“><img src=„https://heise.cloudimg.io/width/700/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/4/2/5/4/4/4/9/shutterstock_2123063030-a36f411b5c80481c.jpeg“ srcset=„https://heise.cloudimg.io/width/700/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/4/2/5/4/4/4/9/shutterstock_2123063030-a36f411b5c80481c.jpeg 700w, https://heise.cloudimg.io/width/1050/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/4/2/5/4/4/4/9/shutterstock_2123063030-a36f411b5c80481c.jpeg 1050w, https://heise.cloudimg.io/width/1500/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/4/2/5/4/4/4/9/shutterstock_2123063030-a36f411b5c80481c.jpeg 1500w, https://heise.cloudimg.io/width/2300/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/4/2/5/4/4/4/9/shutterstock_2123063030-a36f411b5c80481c.jpeg 2300w“ alt=„H&#228;nde an Smartphone“ class=„img-responsive“ referrerpolicy=„no-referrer“ /><figcaption class=„akwa-caption“>(Bild:&#160;nimito/Shutterstock.com)</figcaption></figure><p><strong>US-Beh&#246;rden kaufen von der Wirtschaft &#220;berwachungsdaten. Ein offizieller Bericht gibt nun einen Eindruck vom gesamten Ausma&#223; der Praxis.</strong></p><p>Massenhafte, aber auch gezielte &#220;berwachung, die US-Geheimdiensten und Strafverfolgungsbeh&#246;rden auf herk&#246;mmlichem Weg untersagt oder mit hohen H&#252;rden versehen ist, ist dank kommerziell verf&#252;gbaren Daten in gro&#223;em Umfang m&#246;glich. Das geht aus einem Bericht der US-Geheimdienstkoordinatorin Avril Haines hervor, der jetzt &#246;ffentlich gemacht wurde. Darin wird zusammengefasst, wie US-Beh&#246;rden auf dem freien Markt immense Datensammlungen &#252;ber die Bev&#246;lkerung einkaufen, ohne dass es dabei eine Kontrolle gibt, wie sie eigentlich f&#252;r &#220;berwachungen vorgesehen ist. Kritiker sprechen von einem Albtraumszenario.</p><h3 class=„subheading“ id=„nav_umgehung_der0“>Umgehung der gesetzlichen Schranken</h3><p>„Der Regierung w&#228;re es nie erlaubt worden, Milliarden Menschen dazu zu verpflichten, jederzeit Ger&#228;te zur Standort&#252;berwachung bei sich zu haben, ihre sozialen Interaktionen aufzuzeichnen oder l&#252;ckenlose Aufzeichnungen ihrer Lesegewohnheiten vorzuhalten“, <a href=„https://www.dni.gov/files/ODNI/documents/assessments/ODNI-Declassified-Report-on-CAI-January2022.pdf“ rel=„external noopener“ target=„_blank“><strong>fasst das Office of the Director of National Intelligence zusammen [1]</strong></a>. Doch Smartphones, vernetzte Fahrzeugen, Webtracking, das Internet der Dinge und „andere Innovationen“ h&#228;tten die gleichen Folgen, ohne dass die Regierung etwas tun m&#252;sse. Kommerziell verf&#252;gbare Informationen (CAI) w&#252;rden ihre Macht in einer Weise erweitern, die &#252;ber verfassungsrechtliche Traditionen oder gesellschaftliche Erwartungen hinausgeht.</p><p>Dass US-Beh&#246;rden kommerziell verf&#252;gbare Mobilfunk-Daten zu B&#252;rgern und B&#252;rgerinnen erwerben und auswerten, ist dabei nicht neu, der jetzt vorgelegte Bericht gibt aber erstmals einen &#220;berblick dar&#252;ber, wie weitverbreitet die Praxis ist. So hei&#223;t es darin, dass auf Basis von „Social-Media-Berichten“ etwa gepr&#252;ft wird, ob ein Individuum eine Freigabe f&#252;r den Einblick von geheimen Informationen bekommt. Andere Datenbanken werden demnach von der US-Marine, dem Finanzministerium, dem Verteidigungsministerium, der Bundespolizei FBI und auch der US-K&#252;stenwache genutzt. Ein nicht genannter US-Geheimdienste bekommt demnach Geld f&#252;r den Erwerb von kommerziell verf&#252;gbaren Meta-Standortdaten.</p><p>Erstellt wurde der Bericht in Auftrag des US-Senators Ron Wyden, <a href=„https://www.wired.com/story/odni-commercially-available-information-report/“ rel=„external noopener“ target=„_blank“><strong>der gegen&#252;ber Wired [2]</strong></a> die erl&#228;uterte Praxis kritisiert. Er habe schon seit Jahren gewarnt, dass traditionelle Schranken ihren Sinn verlieren, wenn man einfach mit einer Kreditkarte pers&#246;nlichen Daten von US-Amerikanern kaufen kann. Sean Vitka von Demand Progress h&#228;lt den Kauf der Daten demnach sogar f&#252;r gesetzeswidrig, denn das US-Parlament und der Oberste Gerichtshof h&#228;tten klargestellt, dass die Regierung nicht &#252;ber solche Daten verf&#252;gen darf. Darauf geht der Bericht selbst nicht ein, dort wird stattdessen davor gewarnt, dass auch andere in den Besitz der Daten gelangen k&#246;nnten.</p><p>Erst im Herbst 2022 war bekannt geworden, dass lokale Strafverfolgungsbeh&#246;rden in den USA dank einer weitgehend unbekannten Firma Zugriff auf Bewegungsdaten zu 250 Millionen Mobilger&#228;ten haben. Hunderte Milliarden Standortdaten aus mehreren Jahren k&#246;nnen damit teils ohne die Zustimmung eines Richters durchsucht werden. Zu welchen Zwecken die urspr&#252;nglich f&#252;r die Werbeindustrie gesammelten Daten inzwischen sogar nur von nichtstaatlichen Stellen genutzt werden, hatte dann ein Fall im Fr&#252;hjahr illustriert: Eine katholische Organisation hat f&#252;r mehrere Millionen US-Dollar Daten von Mobilfunk-Apps gekauft, <a href=„https://www.heise.de/news/USA-Katholikenorganisation-kauft-App-Daten-und-findet-Priester-auf-Grindr-Co-7543463.html“><strong>um damit Priester zu identifizieren, die schwule Dating- und Hookup-Apps benutzen [3]</strong></a>.</p><div class=„a-u-inline ho-text c3“><header class=„mb-4“><h3 class=„inline-flex border-b-4 border-gray-800 pb-2 pr-8 text-xl leading-none font-bold dark:border-white“>Lesen Sie auch</h3></header><section data-component=„TeaserList“ class=„grid gap-6 md:gap-y-4“ data-sneak-peek-elements-container=„true“><article data-component=„TeaserContainer“ data-cid=„7251554“ data-content-id=„3602214“ class=„ho-text flex“ data-teaser-name=„MinimalHorizontalTeaser“ data-upscore-object-id=„7251554“><a data-component=„TeaserLinkContainer“ href=„https://www.heise.de/news/Massenueberwachung-zum-Sparpreis-US-Polizei-kann-Bewegungsprofile-analysieren-7251554.html“ class=„group flex“ data-google-interstitial=„true“ data-upscore-url=„true“><figure data-component=„Image“ class=„mr-2 w-24 shrink-0 md:mr-4 md:w-40“><div class=„ff-a-img“><img data-ff-replacement=„1“ width=„5546“ height=„3116“ src=„https://www.heise.de/imgs/18/3/6/0/2/2/1/4/MDB21736_d618b36896-0df1f8848c51cb42.jpeg“ class=„c1“ referrerpolicy=„no-referrer“ alt=„image“ /></div></figure><div class=„-translate-y-1“><header data-component=„TeaserHeader“><h3 class=„flex flex-col“>„Massen&#252;berwachung zum Sparpreis“: US-Polizei kann Bewegungsprofile analysieren</h3></header></div></a></article></section></div><p>() </p><p><strong>URL dieses Artikels:</strong><small>

https://www.heise.de/-9185517

</small></p><p><strong>Links in diesem Artikel:</strong><small>

<strong>[1]</strong>&#160;https://www.dni.gov/files/ODNI/documents/assessments/ODNI-Declassified-Report-on-CAI-January2022.pdf

</small><small>

<strong>[2]</strong>&#160;https://www.wired.com/story/odni-commercially-available-information-report/

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<strong>[3]</strong>&#160;https://www.heise.de/news/USA-Katholikenorganisation-kauft-App-Daten-und-findet-Priester-auf-Grindr-Co-7543463.html

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<strong>[4]</strong>&#160;mailto:mho@heise.de

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