Notruf 112: So ortet die Leitstelle Ihr Mobiltelefon

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<html> <header class=„article-header“><h1 class=„articleheading“>Notruf 112: So ortet die Leitstelle Ihr Mobiltelefon</h1><div class=„publish-info“> Imke Stock</div></header><figure class=„aufmacherbild“><img src=„https://heise.cloudimg.io/width/700/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/6/9/6/1/2/4/shutterstock_2233067379-f97ead12b2303953.jpeg“ srcset=„https://heise.cloudimg.io/width/700/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/6/9/6/1/2/4/shutterstock_2233067379-f97ead12b2303953.jpeg 700w, https://heise.cloudimg.io/width/1050/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/6/9/6/1/2/4/shutterstock_2233067379-f97ead12b2303953.jpeg 1050w, https://heise.cloudimg.io/width/1500/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/6/9/6/1/2/4/shutterstock_2233067379-f97ead12b2303953.jpeg 1500w, https://heise.cloudimg.io/width/2300/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/6/9/6/1/2/4/shutterstock_2233067379-f97ead12b2303953.jpeg 2300w“ alt=„Feuerwehr, Notruf, Blaulicht“ class=„img-responsive“ referrerpolicy=„no-referrer“ /><figcaption class=„akwa-caption“>(Bild:&#160;LEON_PHOTOGRAPHY/Shutterstock.com)</figcaption></figure><p><strong>Rettungsdienste oder die Feuerwehr sollen m&#246;glichst schnell am richtigen Einsatzort sein. Dabei hilft eine automatische Standortbestimmung der Anrufenden.</strong></p><p>Brauchen Sie im Notfall schnell Hilfe, w&#228;hlen Sie in Europa die Rufnummer 112. Der Anruf baut automatisch eine Verbindung zur n&#228;chstgelegenen Rettungsleitstelle auf. Sind Sie als Mobilfunkteilnehmer in einer &#252;berlasteten Funkzelle, werden andere Verbindungen in der Zelle schon mal gekappt, denn ein Notruf hat immer Vorrang. Die Einsatzleitstelle der Rettung muss unter anderem Folgendes wissen: Was ist passiert? Und wo genau wird die Hilfe ben&#246;tigt?</p><div class=„a-boxtarget a-boxcontent a-inline-textboxcontent a-inline-textboxcontent-container“ data-collapse-target=„“><ol><li>Wo ist das Ereignis?</li><li>Wer ruft an?</li><li>Was ist geschehen?</li><li>Wie viele Betroffene?</li><li>Warten auf R&#252;ckfragen!</li></ol></div><h3 class=„subheading“ id=„nav_standortbenennun0“>Standortbenennung im Notfall</h3><p>Die Kenntnis des genauen Einsatzortes ist wichtig. Doch nicht alle Hilfesuchenden k&#246;nnen ihren Standort exakt benennen, also eine Positionsbestimmung vornehmen. Der Mensch ist fehlbar: sei es fehlende Ortskenntnis, eine eingeschr&#228;nkte r&#228;umliche Orientierung, nicht beschilderte Wege oder unwegsames Gel&#228;nde. Auch Aufregung und Stress in der Notfallsituation, eine schlechte Audio-Qualit&#228;t, Sprachschwierigkeiten, ein pl&#246;tzlicher Gespr&#228;chsabbruch vor Nennung des Standortes oder andere Dinge k&#246;nnen zu falschen Angaben f&#252;hren. Die Ermittlung der richtigen Ortsangaben kostet Zeit, die im Notfall fehlt. Falsche Einsatzorte, falsche Anfahrtswege und Verwechslungen m&#252;ssen vermieden werden. Abhilfe schafft hier bei neueren Smartphones der Dienst Advanced Mobile Location (AML).</p><p>Dahinter steckt folgende Idee: Mobilger&#228;te k&#246;nnen dank zahlreicher Sensoren ihren eigenen Standort oft ziemlich gut selbst bestimmen. Applikationen und Dienste greifen auf Standortinformationen zu. AML nutzt diese Standortinformationen, um sie bei einem Notruf automatisch an die Rettung zu schicken.</p><h3 class=„subheading“ id=„nav_quelloffener1“>Quelloffener Standard AML</h3><p>Advanced Mobile Location ist ein quelloffener Standard zur &#220;bertragung von Standortdaten, um eine automatische Ortung zu gew&#228;hrleisten. AML ist im Betriebssystem des Smartphones integriert, bei Android seit Version 4 und in Apple iOS ab Version 13.3. Sie m&#252;ssen also keine zus&#228;tzliche App installieren oder aktivieren. Sobald Sie &#252;ber das <a href=„https://eena.org/knowledge-hub/documents/caller-location-in-ng112/“ rel=„external noopener“ target=„_blank“><strong>Smartphone die Rettungsnotrufnummer 112 w&#228;hlen [1]</strong></a>, wird parallel w&#228;hrend der Kommunikation der Standortdienst im Smartphone, die Feststellung und &#220;bermittlung der Position &#252;ber AML automatisch aktiviert. Ist die Position bestimmt, &#252;bermittelt das Smartphone sie mittels SMS, Daten-SMS (f&#252;r Android) oder HTTPS an einen Endpunkt. Die folgende Darstellung zeigt den Ablauf der Daten&#252;bertragung.</p><figure class=„a-inline-image a-u-inline“><div><img alt=„Funktionsweise AML“ class=„legacy-img“ height=„424“ src=„https://heise.cloudimg.io/width/696/q85.png-lossy-85.webp-lossy-85.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/6/9/6/1/2/4/AML_Funktionsweise_Quelle_EENA_Bericht_Caller-Location-in-NG112-b9226f3a22452964.jpg“ srcset=„https://heise.cloudimg.io/width/336/q70.png-lossy-70.webp-lossy-70.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/6/9/6/1/2/4/AML_Funktionsweise_Quelle_EENA_Bericht_Caller-Location-in-NG112-b9226f3a22452964.jpg 336w, https://heise.cloudimg.io/width/1008/q70.png-lossy-70.webp-lossy-70.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/6/9/6/1/2/4/AML_Funktionsweise_Quelle_EENA_Bericht_Caller-Location-in-NG112-b9226f3a22452964.jpg 1008w, https://heise.cloudimg.io/width/1392/q70.png-lossy-70.webp-lossy-70.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/6/9/6/1/2/4/AML_Funktionsweise_Quelle_EENA_Bericht_Caller-Location-in-NG112-b9226f3a22452964.jpg 2x“ width=„696“ referrerpolicy=„no-referrer“ /></div><figcaption class=„a-caption“>Von dem AML-Endpunkt kann die Rettungsleitstelle (PSAP) die Daten abrufen. AML bleibt nur w&#228;hrend des Anrufs aktiv. AML ist das Ergebnis des EU-Projekts „HELP 112“, dessen Ziel es war, Standortdaten des Anrufers w&#228;hrend eines 112-Notrufs an die Rettungsleitstelle zu &#252;bertragen.(Bild:&#160;EENA)</figcaption></figure><p>Initiiert wurde das Projekt durch die European Emergency Number Association (EENA). Die EENA ist eine Nichtregierungsorganisation, die das Ziel verfolgt, die Sicherheit und den Schutz der Menschen zu verbessern. <a href=„https://eena.org/our-work/“ rel=„external noopener“ target=„_blank“><strong>Ma&#223;nahmen der EENA [2]</strong></a> reichen vom Wissenstransfer &#252;ber den Ausbau einer besseren internationalen Vernetzung von Notruf bearbeitende Stellen, die Etablierung von Standards hin zu einer Modernisierung der Technik und Nutzung neuer Technologien, zu der auch eine bessere Standortermittlung im Notfall geh&#246;rt. Die Geschichte der <a href=„https://www.heise.de/hintergrund/Zahlen-bitte-110-112-die-Notrufnummern-fuer-eine-schnelle-Rettung-6542870.html“><strong>112 als Notrufnummer f&#252;r die schnelle Rettung in Deutschland und Europa [3]</strong></a>.</p><h3 class=„subheading“ id=„nav_genauigkeit_der2“>Genauigkeit der Mobilfunkger&#228;te</h3><p>Die Genauigkeit der Positionsbestimmung eines Mobilger&#228;ts ist von mehreren Faktoren abh&#228;ngig. Es kommt nicht nur auf das Ger&#228;t, also dessen Ausstattung und Zustand, sondern auch auf die genutzten Methoden zur Positionsbestimmung an. Dazu kommen Umgebungsfaktoren, die mit der Zeit auch variieren k&#246;nnen. Um die Position eines Mobiltelefons zu ermitteln, kann man Methoden im Bereich der Mobilfunk-, Satelliten- und WLAN-Technik nutzen.</p><p>Eine netzbasierte Positionsbestimmung eines Mobiltelefons &#252;ber die genutzte Funkzelle im Mobilfunk ist ungenau. Je nach Netzausbau gibt es in einem Gebiet mehr oder weniger Funkzellen, in Gro&#223;st&#228;dten mehr als in l&#228;ndlichen Gebieten. Die Funkzellgr&#246;&#223;e wird durch die Reichweite des Funksignals begrenzt. Diese Reichweite variiert und ist von Umgebungsvariablen abh&#228;ngig. Eine Funkzelle ist weder rund noch wabenf&#246;rmig.</p><div class=„a-u-inline ho-text c3“><header class=„mb-4“><h3 class=„inline-flex pb-2 pr-8 text-xl font-bold leading-none border-b-4 border-gray-800 dark:border-white“>Lesen Sie auch</h3></header><section data-component=„TeaserList“ class=„grid gap-6 md:gap-y-8“ data-sneak-peek-elements-container=„true“><article data-component=„TeaserContainer“ data-cid=„6613483“ data-content-id=„3403745“ class=„flex ho-text“ data-teaser-name=„MinimalHorizontalTeaser“ data-upscore-object-id=„6613483“><a data-component=„TeaserLinkContainer“ href=„https://www.heise.de/news/UMTS-in-der-Schweiz-Swisscom-schaltet-3G-Netz-Ende-2025-ab-6613483.html“ class=„group flex“ data-google-interstitial=„true“ data-upscore-url=„true“><figure data-component=„Image“ class=„w-24 mr-2 md:w-40 shrink-0 md:mr-4“><div class=„ff-a-img“><img data-ff-replacement=„1“ width=„2000“ height=„1124“ src=„https://www.heise.de/imgs/18/3/4/0/3/7/4/5/05-Technik-5G.jpg-c366ecb0dad81247.jpeg“ class=„c1“ referrerpolicy=„no-referrer“ alt=„image“ /></div></figure><div class=„-translate-y-1“><header data-component=„TeaserHeader“><h3 class=„flex flex-col“>UMTS in der Schweiz: Swisscom schaltet 3G-Netz Ende 2025 ab</h3></header></div></a></article></section></div><p>So sieht sie nur in der Theorie der Netzstruktur des digitalen Mobilfunknetzes GSM (Global System for Mobile Communications) aus. In der Praxis sind diese Zellen ziemlich individuell. Gr&#252;nde daf&#252;r k&#246;nnen die Umgebung (Stadt, Land, Bebauung, Vegetation), die Ausgestaltung der genutzten Antennen (Typ, Aufbauh&#246;he, genutzter Mobilfunkstandard, Sendeleistung) und das Wetter sein. Die Gr&#246;&#223;e einer Funkzelle kann sich, abh&#228;ngig von dem verwendeten Mobilfunkstandard, mit der Auslastung auch &#228;ndern (sogenannten Zellatmung). Funkzellen &#252;berlappen sich stellenweise oft auch. Ist eine Funkzelle &#252;berlastet, springt das Endger&#228;t in eine Nachbarzelle, um unter anderem ein laufendes Gespr&#228;ch und die Kommunikation nicht abbrechen zu lassen.</p><h3 class=„subheading“ id=„nav_funkzellengr&#246;&#223;en3“>Funkzellengr&#246;&#223;en variieren bis zu mehreren Kilometern</h3><p>Funkzellgr&#246;&#223;en variieren zwischen wenigen Metern im Durchmesser bis zu vielen Kilometern. Die gr&#246;&#223;te Funkzelle aller Mobilfunknetze kann einen Zellradius von 150 km haben und geh&#246;rt zum European Aviation Network (EAN). <a href=„https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Vportal/TK/Funktechnik/EMF/start.html“ rel=„external noopener“ target=„_blank“><strong>In Deutschland k&#246;nnen Funkzellen einen typischen Radius von wenigen 10 Metern [4]</strong></a> (Picozelle) bis zu 35 km (Makrozellen) haben. Ist Ihr Mobilger&#228;t eingeschaltet und mit einer Basisstation verbunden, ist die genutzte Funkzelle dem Mobilfunknetzbetreiber bekannt.</p><p>Weiterhin kann der Abstrahlwinkel bekannt sein, denn Basisstationen haben in der Regel drei gegeneinander versetzte Antennen, die drei Sektoren in einem Winkel von 120 Grad einschlie&#223;en. Dies ist jedoch nach wie vor eine relativ gro&#223;e Fl&#228;che innerhalb der Funkzelle und kann von 500 Metern bis zu 40 Kilometern reichen &#8211; je nach Gr&#246;&#223;e der Funkzelle.</p><p>Eine n&#228;here Positionsbestimmung kann durch eine Triangulation (Winkelmessung) erfolgen: aus der Signallaufzeit zwischen Mobilger&#228;t und Basisstation kann die relative Position innerhalb der Funkzelle bestimmt werden. Mithilfe der Laufzeitunterschiede der Funksignale von drei Basisstationen zum Mobilger&#228;t l&#228;sst sich der Standort eines Mobilger&#228;ts dann genauer bestimmen (Trilateration: Streckenmessung durch Berechnung von Abst&#228;nden). Es gibt verschiedene Verfahren f&#252;r funkbasierte Positionsbestimmungen, die Signalwinkel, Signalst&#228;rke und Signallaufzeit messen. Diese Messungen lassen sich auch miteinander kombinieren. Je nach genutzten Verfahren und Umst&#228;nden vor Ort ist so eine Genauigkeit auf 30 bis 50 Meter m&#246;glich &#8211; systembedingte Toleranzen nicht ausgeschlossen.</p><p>Schwierig f&#252;r verschiedene Ortungstechniken sind Standorte an unterirdischen Orten, wie Keller, in Tunneln, aber auch in Hochh&#228;usern, in Stadtzentren mit hohen Geb&#228;uden, (in H&#228;user-)Schluchten und in Innenr&#228;umen. Die Signale aus dem Netz globaler Navigationssatelliten (GNSS) kommen dort wegen der Geb&#228;udekonstruktion (Wanddicke) oder Abschattungen nicht an oder ihre exakte Laufzeit wird insbesondere in H&#228;userschluchten aufgrund von Reflexionen verzerrt. Eine genaue Berechnung der Position ist dann nicht m&#246;glich. Eine genaue Positionsbestimmung nur mit Funkzelle und Navigationssatelliten ist insbesondere in geschlossenen R&#228;umen oft nicht ohne Weiteres m&#246;glich.</p><p>Wenn Signale vom/an das Mobilger&#228;t nicht richtig ankommen, kann man auch nicht richtig messen. Und eine einzige Technik zur Positionsbestimmung hilft nicht an allen Orten, oder ist einfach zu ungenau. AML kann die Genauigkeit der Standortangabe <a href=„https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/news/112-new-measures-improve-effective-access-emergency-communications“ rel=„external noopener“ target=„_blank“><strong>laut Bericht der EU-Komission [5]</strong></a> im Vergleich zur netzbasierten Positionsbestimmung &#252;ber Funkzellen um das bis zu 4000-fache verbessern. Dabei reichert AML die Daten der genutzten Funkzelle mit weiteren Daten aus den Bereichen der Satelliten- und/oder WLAN-Technik an.</p><figure class=„a-inline-image a-u-inline“><div><img alt=„Standortbestimmung auf Google mit und ohne AML“ class=„legacy-img“ height=„384“ src=„https://heise.cloudimg.io/width/696/q85.png-lossy-85.webp-lossy-85.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/6/9/6/1/2/4/Google_ELS-58c6536e55e37cbc.jpg“ srcset=„https://heise.cloudimg.io/width/336/q70.png-lossy-70.webp-lossy-70.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/6/9/6/1/2/4/Google_ELS-58c6536e55e37cbc.jpg 336w, https://heise.cloudimg.io/width/1008/q70.png-lossy-70.webp-lossy-70.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/6/9/6/1/2/4/Google_ELS-58c6536e55e37cbc.jpg 1008w, https://heise.cloudimg.io/width/1392/q70.png-lossy-70.webp-lossy-70.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/6/9/6/1/2/4/Google_ELS-58c6536e55e37cbc.jpg 2x“ width=„696“ referrerpolicy=„no-referrer“ /></div><figcaption class=„a-caption“>Standortbestimmung mit und ohne AML(Bild:&#160;Google)</figcaption></figure><p>Das Europ&#228;ische Institut f&#252;r Telekommunikationsnormen (ETSI) legt die <a href=„https://www.etsi.org/deliver/etsi_ts/103600_103699/103625/01.02.01_60/ts_103625v010201p.pdf“ rel=„external noopener“ target=„_blank“><strong>technische Spezifikation mit den Anforderungen f&#252;r AML [6]</strong></a> unter ETSI TS 103 625 fest. Die aktuelle Version 1.2.1 ist vom April 2022.</p><p>Genutzte Ortungsverfahren bei AML sind:</p><ul class=„rtelist rtelist–unordered“><li>GNSS (Globales Navigationssatellitensystem) oder AGNSS (unterst&#252;tztes Globales Positionierungssystem) (Abk&#252;rzung: G)</li><li>Wi-Fi Signale (Abk&#252;rzung: W)</li><li>Die Funkzelle/Location Area Cell (Abk&#252;rzung: C)</li></ul><p>Kombinierte, das hei&#223;t hybride Ergebnisse aus mehreren Ortungsverfahren werden nach der vorherrschenden Standortmethode f&#252;r die &#220;bertragung klassifiziert.</p><h3 class=„subheading“ id=„nav_was_beim_notruf4“>Was beim Notruf passiert</h3><p>Je nach Smartphone und Standort werden bei einem Notruf maximal vier Standort-Datens&#228;tze &#252;bermittelt. Die ersten Standortdaten werden gesendet, sobald sie vorliegen. Danach werden aktualisierte Standortdaten (im Idealfall mit genaueren Daten als der vorherige Datensatz) im Abstand von ca. 10 bis 30 Sekunden nach Kommunikationsbeginn &#252;bermittelt.</p><p>Bei der Rettungsleitstelle lassen sich die Standortdaten beispielsweise so darstellen:</p><figure class=„a-inline-image a-u-inline“><div><img alt=„“ class=„legacy-img“ height=„440“ src=„https://heise.cloudimg.io/width/696/q85.png-lossy-85.webp-lossy-85.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/6/9/6/1/2/4/20191211_AML-Beispiel-fuer-Ortung-durch-die-Elst-Lausitz-im-Rahmen-eines-Tests-am-Standort-der-Leitstelle-dbc7629de8f07519.png“ srcset=„https://heise.cloudimg.io/width/336/q70.png-lossy-70.webp-lossy-70.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/6/9/6/1/2/4/20191211_AML-Beispiel-fuer-Ortung-durch-die-Elst-Lausitz-im-Rahmen-eines-Tests-am-Standort-der-Leitstelle-dbc7629de8f07519.png 336w, https://heise.cloudimg.io/width/1008/q70.png-lossy-70.webp-lossy-70.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/6/9/6/1/2/4/20191211_AML-Beispiel-fuer-Ortung-durch-die-Elst-Lausitz-im-Rahmen-eines-Tests-am-Standort-der-Leitstelle-dbc7629de8f07519.png 1008w, https://heise.cloudimg.io/width/1392/q70.png-lossy-70.webp-lossy-70.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/6/9/6/1/2/4/20191211_AML-Beispiel-fuer-Ortung-durch-die-Elst-Lausitz-im-Rahmen-eines-Tests-am-Standort-der-Leitstelle-dbc7629de8f07519.png 2x“ width=„696“ referrerpolicy=„no-referrer“ /></div><figcaption class=„a-caption“>Beispiel f&#252;r eine Ortung mit AML(Bild:&#160;Leitstelle Lausitz)</figcaption></figure><p>Der so ermittelte Standort wird als Angabe von Breiten- und L&#228;ngengrad mit einem Radius und der H&#246;he (Altitude) &#252;bermittelt. Dazu kommen Zeitstempel (Anrufzeit und Lokalisationszeiten), die Angabe der Positionsmethode (G, W, C oder N f&#252;r nicht ermittelbar) und das Vertrauen zur Pr&#228;zision dieser Standorteinsch&#228;tzung (LOC &#8211; Level of Confidence) in Prozent. Um Datens&#228;tze zuordnen zu k&#246;nnen, werden der MMC (Mobilie Country Code), der MNC (Mobile Network Code), Teile der IMSI (International Mobile Subscriber Identity &#8211; SIM-Kartenidentifikation) und die IMEI (International Mobile Equipment Identity &#8211; Ger&#228;tenummer) &#252;bermittelt.</p><figure class=„a-inline-image a-u-inline“><div><img alt=„“ class=„legacy-img“ height=„367“ src=„https://heise.cloudimg.io/width/696/q85.png-lossy-85.webp-lossy-85.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/6/9/6/1/2/4/AML-Bespielnachricht-Quelle_ETSI_TR_103_393_V1.1.1_aus_2016-e28566ebd1e475dc.jpg“ srcset=„https://heise.cloudimg.io/width/336/q70.png-lossy-70.webp-lossy-70.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/6/9/6/1/2/4/AML-Bespielnachricht-Quelle_ETSI_TR_103_393_V1.1.1_aus_2016-e28566ebd1e475dc.jpg 336w, https://heise.cloudimg.io/width/1008/q70.png-lossy-70.webp-lossy-70.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/6/9/6/1/2/4/AML-Bespielnachricht-Quelle_ETSI_TR_103_393_V1.1.1_aus_2016-e28566ebd1e475dc.jpg 1008w, https://heise.cloudimg.io/width/1392/q70.png-lossy-70.webp-lossy-70.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/6/9/6/1/2/4/AML-Bespielnachricht-Quelle_ETSI_TR_103_393_V1.1.1_aus_2016-e28566ebd1e475dc.jpg 2x“ width=„696“ referrerpolicy=„no-referrer“ /></div><figcaption class=„a-caption“>Beispiel f&#252;r eine AML-Nachricht(Bild:&#160;ETSI)</figcaption></figure><p>Bei der &#220;bertragung von AML mittels HTTPS k&#246;nnen weitere Daten, wie die Geschwindigkeit des Anrufers &#252;bermittelt werden. Wenn ein Standort nicht ermittelt werden kann, wird dies als Ergebnis ebenfalls per AML &#252;bermittelt. AML-Daten lassen sich abseits eines Abrufs &#252;ber eine Webseite auch direkt in Systeme der Einsatzleitstellen integrieren.</p><p>W&#228;hrend der Disponent der Leitstelle mit dem Anrufer spricht, kann so im Idealfall im Hintergrund parallel bereits der Standort des Anrufers automatisch in das System der Einsatzleitstelle &#252;bertragen und weiterverarbeitet werden. Abseits von einer Visualisierung im GIS (Geo-Informations-System) kann auch eine GPS-gest&#252;tzte Disposition bei der Leitstelle stattfinden. Das hei&#223;t, es k&#246;nnen die freien Rettungskr&#228;fte zum Einsatzort geschickt werden, die am n&#228;chsten dran sind und den k&#252;rzesten Anfahrtsweg haben.</p><p>Kurz: das geeignete Rettungsmittel soll schnellstm&#246;glich an den richtigen Einsatzort gesendet werden. Einsatzdaten inklusive des genauen Standorts k&#246;nnen per Digitalfunk an die Rettungskr&#228;fte oder den Rettungswagen (RTW) &#252;bertragen werden. Abseits von der verbalen Kommunikation zwischen Leitstelle und eingesetzten Kr&#228;fte sind diese Informationen dadurch sofort bei den Empf&#228;ngern auf deren Funkger&#228;t oder im RTW direkt im dortigen Navigationssystem verf&#252;gbar. Verwechslungen durch missverst&#228;ndliche Kommunikation oder falsche h&#228;ndische Eingaben sind so ausgeschlossen. Und eine Zeitersparnis ist die automatische &#220;bertragung auch.</p><h3 class=„subheading“ id=„nav_auch_aml_hat5“>Auch AML hat Grenzen</h3><p>Nicht alle Mobiltelefone unterst&#252;tzen AML. Sie m&#252;ssen mit der Standard-Telefon-App den Notruf w&#228;hlen. &#220;ber Telefonanwendung von Dritten wie Skype, WhatsApp und &#228;hnliche funktioniert AML nicht. Bei Dual-SIM-Smartphones besteht die Gefahr, dass die anrufende Nummer von der Rufnummer abweicht, die per AML &#252;bermittelt wird. Wenn keine Netzverbindung &#252;ber Mobilfunk oder WLAN besteht, k&#246;nnen keine Standortdaten per AML &#252;bertragen werden. Die Ortung &#252;ber WLAN kann fehlerhaft sein, wenn der WLAN-Router kurz zuvor noch an einem anderen Standort aufgestellt war.</p><p>Ob AML im Notfall funktioniert, h&#228;ngt nicht also nur von dem genutzten Ger&#228;t und dessen Betriebssystem, sondern auch von den Einsatzleitstellen im Land ab: Diese m&#252;ssen technisch und operationell in der Lage sein, die Standortinformationen vom Endpunkt zu empfangen und weiterzuverarbeiten.</p><p>Nicht jede AML-Nachricht kommt bei dem Endpunkt und von dort bei der f&#252;r den Anrufer zust&#228;ndigen Rettungsleitstelle an. Probleme k&#246;nnen schon bei der Positionsbestimmung im Mobilger&#228;t oder beim Senden der Nachricht vom Mobilger&#228;t an den Endpunkt auftreten. Wichtig zu wissen: es gibt keine Garantie, dass AML &#252;berall und immer funktioniert. Auch sonst funktionierende Technik kann mal versagen, wenn es darauf ankommt. Deshalb sollten Sie beim Notruf immer die Frage der Leitstelle nach dem genauen Ort des Notfalls auch beantworten, wenn Sie es k&#246;nnen.</p><h3 class=„subheading“ id=„nav_rechtliche6“>Rechtliche Grundlagen der Ortung</h3><p>Grundlage f&#252;r die Feststellung und &#220;bermittlung von Standortdaten bei der Herstellung einer Notrufverbindung unter der einheitlichen europ&#228;ischen Notrufnummer 112 sind Richtlinien des Europ&#228;ischen Parlaments und Rates, die in den Mitgliedsl&#228;ndern umzusetzen sind. Das ist zum einen die Richtlinie 2018/1972 vom 11. Dezember 2018 &#252;ber den europ&#228;ischen Kodex f&#252;r die elektronische Kommunikation (Artikel 109, Absatz 6) und zum anderen die Richtlinie 2002/22/EG &#252;ber den Universaldienst und Nutzerrechte bei elektronischen Kommunikationsnetzen und -diensten vom 7. M&#228;rz 2002 (Artikel 26 Absatz 5). Ab dem 21. Dezember 2020 m&#252;ssen der am besten geeigneten Notrufabfragestelle neben netzgest&#252;tzten Informationen zum Standort des Anrufers auch die genaueren vom Mobilger&#228;t gewonnenen Angaben zum Standort bereitgestellt werden, sobald ein Notruf &#252;ber 112 eingeht.</p><p>In Deutschland ist der Notruf &#252;ber &#167; 108 Absatz Telekommunikationsgesetz (TKG) in Verbindung mit der Verordnung &#252;ber Notrufverbindungen (NotrufV) geregelt. Die Umsetzung dieser rechtlichen Vorschriften in einer <a href=„https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Fachthemen/Telekommunikation/Unternehmenspflichten/Notruf/notruf-node.html“ rel=„external noopener“ target=„_blank“><strong>Technische Richtlinie Notrufverbindungen [7]</strong></a> (TR Notruf) verantwortet die Bundesnetzagentur. Die Richtlinie gibt den Diensteanbietern und Betreibern von Kommunikationsdiensten/-netzen die Einzelheiten zur Herstellung von Notrufverbindungen zur &#246;rtlich zust&#228;ndigen Notrufabfragestelle und zur &#220;bermittlung von Standortdaten vor.</p><h3 class=„subheading“ id=„nav_gesetz_zur7“>Gesetz zur Reform der Notfallversorgung</h3><p>Im Jahr 2020 wurde der Entwurf f&#252;r ein bundesweites Gesetz zur Reform der Notfallversorgung ver&#246;ffentlicht. Ziel des Gesetzes war es, die Notfallversorgung in Deutschland effektiver und effizienter zu gestalten. Konkret wurde die Einrichtung eines gemeinsamen Notfallleitsystems (GNL) angestrebt. Alle an der medizinischen Notfallversorgung Beteiligten und deren Ressourcen sollten digital erfasst und vernetzt werden. Die <a href=„https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2021/kw23-pa-gesundheit-notfallversorgung-844792“ rel=„external noopener“ target=„_blank“><strong>zentrale Steuerung der Hilfe [8]</strong></a> unter 112 w&#252;rde dann durch das GNL erfolgen. &#220;ber einen Referentenentwurf ist das Gesetz nicht hinausgekommen. Die Gesetzgebung zu den Rettungsleitstellen ist L&#228;ndersache. Die Ausgestaltung vor Ort und der Betrieb der Leitstellen der Beh&#246;rden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben ist &#246;rtlich unterschiedlich per Gesetz oder Verordnung geregelt. Entsprechend kommt auch unterschiedliche Leitstellentechnik zum Einsatz.</p><p>In Deutschland gibt es verschiedene Formen von Einsatzleitstellen, von getrennten Feuerwehr- und Rettungsleitstellen, &#252;ber Integrierte Feuer- und Rettungsleitstellen (ILS) hin zu integrierten Regionalleitstellen (IRLS), die f&#252;r Feuerwehren, den Rettungsdienst und den Katastrophenschutz in mehreren Gebietsk&#246;rperschaften zust&#228;ndig sind. Dann gibt es kooperative Regionalleitstellen, also Leistellen, bei denen die IRLS und die Polizei gemeinsam in einem Geb&#228;ude sind - wobei betont werden muss, dass es grunds&#228;tzlich keine Vermischung der Rettungsleitstellenaufgaben mit den Polizeileitstellenaufgaben gibt. Die Rettung ist f&#252;r 112 zust&#228;ndig und die Polizei f&#252;r 110.</p><h3 class=„subheading“ id=„nav_wie_aml_in8“>Wie AML in Deutschland funktioniert</h3><p>In Deutschland wurde AML im Oktober 2019 eingef&#252;hrt. Bundesweit funktioniert AML inzwischen sowohl mit neueren Android- und Apple-Mobilger&#228;ten f&#252;r Anrufe bei der Notfall-Rufnummer 112. AML wird nur bei Anrufen an die 112 aktiviert. Eine selbst geschriebene SMS, die man manuell an die 112 sendet, f&#252;hrt in Deutschland nicht zur Aktivierung von AML. Die AML-Daten des Anrufers werden &#252;ber das Internet (LTE, UMTS, EDGE oder WLAN) oder per (Daten-)SMS an zwei zentrale Endpunkte in Deutschland &#252;bertragen: konkret landen sie auf <a href=„https://ils-freiburg.de/standortdaten.php“ rel=„external noopener“ target=„_blank“><strong>Servern bei der integrierten Leitstelle Freiburg [9]</strong></a> und redundant bei der <a href=„https://www.berliner-feuerwehr.de/ihre-sicherheit/im-notfall/standortdaten-beim-notruf-112/“ rel=„external noopener“ target=„_blank“><strong>Berliner Feuerwehr [10]</strong></a>. Von dort k&#246;nnen die Rettungsleitstellen als PSAPs (Public Safety Answering Point) die Daten zu ihrem akuten Einsatz &#252;ber einen f&#252;r sie vergebenen Zugang zum System (per API &#252;ber eine gesicherte Datenverbindung) abrufen.</p><p>223 von 234 Leitstellen haben in <a href=„https://newsroom.vodafone.de/digitales-leben/neues-notrufsystem-aml-setzt-sich-ueberall-in-deutschland-durch“ rel=„external noopener“ target=„_blank“><strong>Deutschland AML in ihr System [11]</strong></a> implementiert. Jede Rettungsleitstelle kann nur die <a href=„https://eena.org/our-work/eena-special-focus/advanced-mobile-location/“ rel=„external noopener“ target=„_blank“><strong>AML-Daten f&#252;r den Anruf anfordern [12]</strong></a>, der aktuell bei ihr &#252;ber den Notruf 112 eingegangen ist. Daf&#252;r muss die Rettungsleitstelle die Rufnummer des Anrufenden kennen. Nach der &#220;bermittlung vom Endpunkt werden die Standortdaten dann im GIS (Geo-Informations-System) der Rettungsleitstelle dargestellt.</p><p>Weder die Mobilfunkbetreiber noch die Hersteller der Betriebssysteme haben Zugriff auf die Inhalte der gesendeten AML-Daten. Diese Daten sind nur f&#252;r einen begrenzten Zeitraum beim festgelegten Endpunkt des Landes f&#252;r die Rettungsleitstelle abrufbar. In Deutschland liegen die Daten f&#252;r 60 Minuten zum Abruf durch die Rettungsleitstelle bei den zwei Endpunkten vor. Die Rufnummer ist als Hash gespeichert. Die Rufnummer wird erst mit einer Zufallsfolge verkettet und anschlie&#223;end gehashed. Ein R&#252;ckschluss vom so gespeicherten Hash auf die Rufnummer soll zu keinem Zeitpunkt m&#246;glich sein, sodass auch die Administratoren der Endpunkte keinen Einblick in personenbezogene Daten erhalten.</p><div class=„a-u-inline ho-text c3“><header class=„mb-4“><h3 class=„inline-flex pb-2 pr-8 text-xl font-bold leading-none border-b-4 border-gray-800 dark:border-white“>Lesen Sie auch</h3></header><section data-component=„TeaserList“ class=„grid gap-6 md:gap-y-8“ data-sneak-peek-elements-container=„true“><article data-component=„TeaserContainer“ data-cid=„7484794“ data-content-id=„3693163“ class=„flex ho-text“ data-teaser-name=„MinimalHorizontalTeaser“ data-upscore-object-id=„7484794“><a data-component=„TeaserLinkContainer“ href=„https://www.heise.de/news/c-t-3003-Warum-Satelliteninternet-total-praktisch-ist-und-gefaehrlich-7484794.html“ class=„group flex“ data-google-interstitial=„true“ data-upscore-url=„true“><figure data-component=„Image“ class=„w-24 mr-2 md:w-40 shrink-0 md:mr-4“><div class=„ff-a-img“><img data-ff-replacement=„1“ width=„1920“ height=„1080“ src=„https://www.heise.de/imgs/18/3/6/9/3/1/6/3/3003Thumb_Satelitentelefon_v2-475a48d4fd20fc0e.png“ class=„c4“ referrerpolicy=„no-referrer“ alt=„image“ /></div></figure><div class=„-translate-y-1“><header data-component=„TeaserHeader“><h3 class=„flex flex-col“>c't 3003: Warum Satelliteninternet total praktisch ist (und gef&#228;hrlich)</h3></header></div></a></article></section></div><p>Nach Ablauf der 60 Minuten werden die Daten des Anrufs aus der Datenbank der Endpunkte gr&#246;&#223;tenteils gel&#246;scht. F&#252;r Evaluationszwecke (siehe <a href=„https://eena.org/knowledge-hub/press-releases/aml-report-card-2020-edition-available-now/“ rel=„external noopener“ target=„_blank“><strong>AML Report Card der EENA [13]</strong></a>) werden zun&#228;chst noch Zeitstempel, Netzbetreiber und Genauigkeit der Positionsdaten gespeichert.</p><p>Datenschutzrechtlich wurde das AML-Konzept von verschiedenen Datenschutzbeauftragten von Bund und L&#228;ndern &#252;ber die Jahre separat gepr&#252;ft. Unter anderem hat sich auch der Arbeitskreis Medien, bei dem es sich um eine Arbeitsgruppe der Datenschutzkonferenz (ein Gremium der unabh&#228;ngigen deutschen Datenschutzaufsichtsbeh&#246;rden des Bundes und der L&#228;nder) mit dem AML-Konzept besch&#228;ftigt. Der Ausbau und die Wirksamkeit von AML wird regelm&#228;&#223;ig in Berichten der EENA evaluiert. Dazu gibt es den <a href=„https://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=COM%3A2020%3A0808%3AFIN%3ADE%3APDF“ rel=„external noopener“ target=„_blank“><strong>Bericht der Kommission an das Europ&#228;ische Parlament [14]</strong></a> und den Rat &#252;ber die Wirksamkeit der Einf&#252;hrung der einheitlichen europ&#228;ischen Notrufnummer 112.</p><h3 class=„subheading“ id=„nav_smartphones_mit9“>Smartphones mit AML</h3><p>Wie bereits erw&#228;hnt sind Android-Ger&#228;te ab Version 4.0 AML-f&#228;hig, <a href=„https://www.heise.de/meldung/Standortuebermittlung-bei-Notruf-Apple-unterstuetzt-nun-AML-in-Deutschland-4614976.html“><strong>iOS-Ger&#228;te ab Version 13.3 [15]</strong></a>. Einen Sonderfall stellt allerdings der SOS-Notruf &#252;ber Satelliten dar. Wenn keine Mobilfunk- oder WLAN-Verbindung vorhanden ist, k&#246;nnen das iPhone 14 mit iOS 16.1 und neuer auch einen <a href=„https://support.apple.com/de-de/HT213426“ rel=„external noopener“ target=„_blank“><strong>Notruf SOS via Satellit absetzen [16]</strong></a> &#8211; <a href=„https://www.heise.de/news/Satelliten-SOS-auf-dem-iPhone-Erster-bekannt-gewordener-Fall-einer-Rettung-7364829.html“><strong>dazu hatte es Ende des Jahres einen ersten Fall gegeben [17]</strong></a>. Inzwischen gibt es drei Systeme, &#252;ber die <a href=„https://www.heise.de/news/Direkter-Satellitenfunk-fuer-Smartphones-Kampf-den-weissen-Flecken-7451926.html“><strong>Smartphones direkt mit Satelliten verbunden werden k&#246;nnen [18]</strong></a>.</p><p>Google setzt auf eine eigene Implementation von AML im Android OS mit der Bezeichnung ELS (Emergency Location Service). Google will mit ELS der Rettungsleitstelle schnellstm&#246;glich den genauen Standort des blauen Punkts &#8211; also den Standort des anrufenden Hilfesuchenden &#8211; auf der Karte zeigen und wenn m&#246;glich noch hilfreiche Zusatzinfos f&#252;r die Rettung des Anrufers geben.</p><p>Google nennt vier Punkte f&#252;r eine gute geobasierte Standortbestimmung:</p><ul class=„rtelist rtelist–unordered“><li><em>Accurat:</em> die Genauigkeit der Positionsbestimmung</li><li><em>Smooth:</em> der wahrscheinlichste Verlauf der Position, wenn das Mobilger&#228;t in Bewegung ist, ohne Ausrei&#223;er und ohne Spr&#252;nge auf der Karte</li><li><em>Ubiquitous:</em> die Positionsbestimmung soll &#252;berall verf&#252;gbar sind - unabh&#228;ngig der Umgebung, in der sich das Mobilger&#228;t befindet, ob auf dem Land oder in der Stadt, ob drau&#223;en oder drinnen, zu Fu&#223; oder auf Rollen und auch unabh&#228;ngig von der Trageweise des Mobilger&#228;ts (in der Hand, in der Hosentasche, in der Handtasche, in einer Halterung</li><li><em>Instant:</em> die Positionsbestimmung soll sofort oder ohne relevante Verz&#246;gerung verf&#252;gbar sein</li></ul><p>Der blaue Punkt ist eine Sch&#228;tzung des Standorts. Android definiert die horizontale Genauigkeit als den Radius, der mit 68-prozentiger Sicherheit daf&#252;r sorgt, dass sich das Ger&#228;t innerhalb dieses Radius befindet. Anders ausgedr&#252;ckt: Wenn ein Kreis mit einem Radius gleich dieser Genauigkeit um den gemeldeten Standort gezogen wird, besteht eine Wahrscheinlichkeit von 68 Prozent, dass der tats&#228;chliche Standort in diesen Kreis f&#228;llt. Diese Genauigkeit gilt nur f&#252;r die <a href=„https://developer.android.com/reference/android/location/Location“ rel=„external noopener“ target=„_blank“><strong>horizontale Positionierung [19]</strong></a> und nicht f&#252;r die vertikale Positionierung.</p><h3 class=„subheading“ id=„nav_androids_fused10“>Androids Fused Location Provider</h3><p>Android bietet Zugriff auf verschiedene Technologien zur Positionsbestimmung. Je nach Standort k&#246;nnen verschiedene Systeme daf&#252;r zur Verf&#252;gung stehen. Diese werden miteinander kombiniert, um Schw&#228;chen einzelner Systeme auszugleichen. Je mehr Systeme und unterschiedliche Messverfahren zur Verf&#252;gung stehen, desto genauer kann der Standort des Mobilger&#228;ts bestimmt werden. Diese Kombination von Positionierungssystemen und Sensoren, die bei der Positionsbestimmung helfen, tr&#228;gt die Bezeichnung Fused Location Provider (FLP).</p><p>Kombiniert werden nicht nur Daten aus Funkzelle, GPS und WLAN &#8211; dazu kommt bei Smartphones noch eine Kombination aus den im Ger&#228;t verbauten Sensoren. Sensoren im Smartphone, die bei der Positionsbestimmung eine Rolle spielen, sind etwa das Barometer (H&#246;henbestimmung &#8211; in welchem Stockwerk des Geb&#228;udes befindet sich das Mobilger&#228;t vermutlich?), der Beschleunigungssensor (Bewegt sich das Mobilger&#228;t? Wie schnell bewegt es sich?), Gyroskop (Rotationssensor) und Magnetometer (digitaler Kompass). Mithilfe der Sensordaten l&#228;sst sich die Bewegungsart/Aktivit&#228;t (zu Fu&#223;, fahrend) feststellen.</p><figure class=„a-inline-image a-u-inline“><div><img alt=„“ class=„legacy-img“ height=„741“ src=„https://heise.cloudimg.io/width/696/q85.png-lossy-85.webp-lossy-85.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/6/9/6/1/2/4/MicrosoftTeams-image__6_-fe0435ee6265148b.png“ srcset=„https://heise.cloudimg.io/width/336/q70.png-lossy-70.webp-lossy-70.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/6/9/6/1/2/4/MicrosoftTeams-image__6_-fe0435ee6265148b.png 336w, https://heise.cloudimg.io/width/1008/q70.png-lossy-70.webp-lossy-70.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/6/9/6/1/2/4/MicrosoftTeams-image__6_-fe0435ee6265148b.png 1008w, https://heise.cloudimg.io/width/1392/q70.png-lossy-70.webp-lossy-70.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/6/9/6/1/2/4/MicrosoftTeams-image__6_-fe0435ee6265148b.png 2x“ width=„696“ referrerpolicy=„no-referrer“ /></div></figure><p>Da die Position bei den verschiedenen Messtechniken nicht fortlaufend bestimmt wird (schon aufgrund der begrenzten Akkukapazit&#228;t), nutzt Google zur Positionsbestimmung eines sich bewegendes Mobilger&#228;ts Algorithmen, die Vorhersagen zum wahrscheinlichen Standort in der Bewegung treffen. Dieser wahrscheinliche Standort wird dann beim Abgleich mit der n&#228;chsten exakten Positionsbestimmung (n&#228;chster Messzeitpunkt oder zur Verf&#252;gung stehende Messtechnik) korrigiert. Solche Korrekturen k&#246;nnen Sie in Google Maps als pl&#246;tzliches H&#252;pfen des blauen Punkts auf der Karte wahrnehmen.</p><p>In den Google Play Services ist FLP als Komponente integriert. <a href=„https://developers.google.com/location-context/fused-location-provider?hl=de“ rel=„external noopener“ target=„_blank“><strong>Verschiedene Anwendungen und Dienste [20]</strong></a> k&#246;nnen FLP in standardisierter Weise ansprechen, um Standortdaten abzurufen.</p><h3 class=„subheading“ id=„nav_els_nutzt11“>ELS nutzt vorrangig FLP</h3><p>FLP legt anhand der verf&#252;gbaren Quellen und des Nutzungszwecks des Ger&#228;ts auf intelligente Weise fest, wie der Standort am besten abgerufen wird. Wenn Sie im Freien unterwegs sind und einen guten Satellitenempfang haben, funktioniert GPS am zuverl&#228;ssigstem. Gehen Sie nun in ein Geb&#228;ude, kann der FLP automatisch von dem dort nicht mehr oder nur noch schlecht funktionierendem GPS auf WLAN wechseln. Wenn Sie nun mehrere Stockwerke im Geb&#228;ude hochsteigen, wird dies durch die Sensoren ebenfalls registriert. ELS erm&#246;glicht die Bestimmung einer Position inklusive der Z-Achse (XYZ-Lokalisation) als Ann&#228;herungswert. Google kann bei mehrst&#246;ckigen Geb&#228;uden einen vertikalen Radius als Sch&#228;tzwert f&#252;r mehrere zusammenh&#228;ngende Stockwerke liefern. Aufgrund unterschiedlicher Raum-/Stockwerkh&#246;hen und m&#246;glicher St&#246;rfaktoren (Wetter hat Einfluss auf Barometer) handelt es sich um einen vertikalen Sch&#228;tzwert. Die Funktion befindet sich noch in der Entwicklung und ben&#246;tigt laut Google noch weitere (weltweite) Forschung und n&#246;tige Datenerhebungen. Es gibt beispielsweise Geb&#228;ude, die das 13. Stockwerk einfach nicht auszeichnen und direkt nach 12 mit 14 weitermachen.</p><p>Auch per FLP ermittelte Positionen sollten in 2D oder 3D Darstellung immer im Kontext von der angenommenen Genauigkeit und dem Vertrauen in den ermittelten Wert interpretiert werden. Im Idealfall entspricht der blaue Punkt dem Standort, in der Realit&#228;t sollte man in einem nach vorhandenen Daten einigerma&#223;en sicher einzusch&#228;tzenden begrenzten horizontalen und vertikalen Radius um den blauen Punkt f&#252;ndig werden.</p><p>Sollte FLP einmal nicht zur Verf&#252;gung stehen, wird auf die R&#252;ckfallebene der &#228;lteren Standortdienst-API von Android zur&#252;ckgegriffen.</p><p>Fused Location Provider k&#246;nnen Sie selbst testen und sich mittels <a href=„https://play.google.com/store/apps/details?id=com.google.android.apps.location.gps.gnsslogger“ rel=„external noopener“ target=„_blank“><strong>GnssLogger-App [21]</strong></a> anschauen, wie Android Ihren Standort mit und ohne FLP ermittelt und wie genau sich Ihre Position an unterschiedlichen Orten mit unterschiedlichen Systemen darstellen l&#228;sst.</p><figure class=„a-inline-image a-u-inline“><div><img alt=„Screenshot von der GnssLogger-App“ class=„legacy-img“ height=„1392“ src=„https://heise.cloudimg.io/width/696/q85.png-lossy-85.webp-lossy-85.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/6/9/6/1/2/4/Google-GNSSLogger-App-Screenshot-606c04f63f7d50e3.png“ srcset=„https://heise.cloudimg.io/width/336/q70.png-lossy-70.webp-lossy-70.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/6/9/6/1/2/4/Google-GNSSLogger-App-Screenshot-606c04f63f7d50e3.png 336w, https://heise.cloudimg.io/width/1008/q70.png-lossy-70.webp-lossy-70.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/6/9/6/1/2/4/Google-GNSSLogger-App-Screenshot-606c04f63f7d50e3.png 1008w, https://heise.cloudimg.io/width/1392/q70.png-lossy-70.webp-lossy-70.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/6/9/6/1/2/4/Google-GNSSLogger-App-Screenshot-606c04f63f7d50e3.png 2x“ width=„696“ referrerpolicy=„no-referrer“ /></div><figcaption class=„a-caption“>GnssLogger-App(Bild:&#160;Google)</figcaption></figure><h3 class=„subheading“ id=„nav_ablauf_des12“>Ablauf des Notrufs unter Android</h3><p>Das Android-Ger&#228;t aktiviert bei einem Notruf automatisch den Notfall-Standortdienst ELS. Der Dienst berechnet lokal auf dem Smartphone den eigenen Standort und nutzt daf&#252;r die kombinierte Standortbestimmung (Fused Location Provider), um die Standortsignale von Mobilfunkmasten, GPS, WLAN sowie den Smartphone-Sensoren zusammenzufassen. Somit kann ELS pr&#228;zisere Standortdaten berechnen und auch Standorte an sonst nur schwer zu lokalisierenden Orten (Innenr&#228;ume, unterirdische Orte, Stadtzentren mit hohen Geb&#228;uden) bestimmen. Das Ergebnis wird dann vom Mobilger&#228;t direkt an den Endpunkt &#252;bermittelt, ohne vorher &#252;ber einen Google Server zu laufen.</p><figure class=„a-inline-image a-u-inline“><div><img alt=„Ablauf eines Notrufs unter Android“ class=„legacy-img“ height=„407“ src=„https://heise.cloudimg.io/width/696/q85.png-lossy-85.webp-lossy-85.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/6/9/6/1/2/4/ELS-Ablauf-Quelle_Google_EENA_Converence_2022-e906d6b1e7e6d717.jpg“ srcset=„https://heise.cloudimg.io/width/336/q70.png-lossy-70.webp-lossy-70.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/6/9/6/1/2/4/ELS-Ablauf-Quelle_Google_EENA_Converence_2022-e906d6b1e7e6d717.jpg 336w, https://heise.cloudimg.io/width/1008/q70.png-lossy-70.webp-lossy-70.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/6/9/6/1/2/4/ELS-Ablauf-Quelle_Google_EENA_Converence_2022-e906d6b1e7e6d717.jpg 1008w, https://heise.cloudimg.io/width/1392/q70.png-lossy-70.webp-lossy-70.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/6/9/6/1/2/4/ELS-Ablauf-Quelle_Google_EENA_Converence_2022-e906d6b1e7e6d717.jpg 2x“ width=„696“ referrerpolicy=„no-referrer“ /></div><figcaption class=„a-caption“>Ablauf eines Notrufs unter Android(Bild:&#160;Google)</figcaption></figure><p>Google betont, dass sie selbst &#252;berhaupt keinen Einblick in die (gesendeten) Notfall-Daten bekommen. Aus diesem Grund sei das Troubleshooting in den L&#228;ndern mit den verschiedenen Anbietern auch eine Herausforderung f&#252;r das Google ELS Team. Die ELS-Daten werden laut Google direkt vom Endpunktpartner an den Rettungsdienst gesendet, basierend auf der vom Partner eingerichteten Konfiguration (zum Beispiel Mobile Country Code oder Mobilfunknetzkennzahl). Die Rettungsleitstelle muss also im Gegensatz zu AML nicht selbst beim Endpunkt die Daten aktiv anfordern.</p><p>Weiterhin soll in einigen Regionen der Welt auch die &#220;bermittlung von weiteren Informationen zur Verf&#252;gung stehen. Dies kann zum Beispiel die eingestellte Ger&#228;tesprache sein, oder ob das Mobiltelefon einen Verkehrsunfall erkannt hat. Aktuell ist ELS in mehr als 40 L&#228;ndern aktiv und hilft Android-Nutzern bei Hunderttausenden von Notfall-Anrufen pro Tag, schnell Hilfe zu erhalten, teilte Google auf Nachfrage mit.</p><h3 class=„subheading“ id=„nav_next_generation13“>Next Generation 112</h3><p>Der Zugang zur Notrufkommunikation unter der 112 soll &#252;berall in der EU allen Menschen zur Verf&#252;gung stehen. Die 112 soll digitaler werden. In der Zukunft soll eine Ortungsfunktion wie AML nicht nur bei Anrufen &#252;ber die 112 zur Verf&#252;gung stehen, sondern auch bei IP basierten Diensten. Notfallhilfe &#252;ber die 112 soll f&#252;r jegliche Art von Sprach-, Video-, Text- oder sozialer Echtzeit- oder Fast-Echtzeit-Kommunikation m&#246;glich werden, die im t&#228;glichen Leben schon genutzt wird oder im Rahmen des Ausbaus von 5G und der Verbreitung von IoT eine Rolle spielen wird. Also f&#252;r alle Dienste und Applikationen, die Daten per Internet Protocol &#252;bermitteln.</p><p>Dazu wird eine neue einheitliche Architektur ben&#246;tigt, die von der EENA unter dem Titel <a href=„https://eena.org/our-work/eena-special-focus/next-generation-112/“ rel=„external noopener“ target=„_blank“><strong>Next Generation 112 Architecture [22]</strong></a> (NG112) vorangetrieben wird. Angestrebt wird letztendlich eine internationale Interoperabilit&#228;t. Der technische Standard wurde schon beschrieben und erste Tests wurden in verschiedenen L&#228;ndern durchgef&#252;hrt. Was mit eCall in Fahrzeugen und AML in Mobiltelefonen begann, soll mit der Next Generation 112 Architecture (NG112) auf ein neues Technologie-Level gehoben werden.</p><h3 class=„subheading“ id=„nav_eu_staaten14“>EU-Staaten sollen Standards festlegen</h3><p>Die Europ&#228;ische Kommission ver&#246;ffentlichte bez&#252;glich der Notrufnummer 112 am 16. Dezember 2022 eine sogenannte <a href=„https://ec.europa.eu/info/law/better-regulation/have-your-say/initiatives/13183-Emergency-communications-improving-access-through-the-single-European-emergency-number-112_de“ rel=„external noopener“ target=„_blank“><strong>deligierte Verordnung [23]</strong></a>: Innerhalb eines Jahres sollen die Mitgliedstaaten den kombinierten Effekt der technisch machbaren L&#246;sungen zur Bestimmung des Anruferstandorts bewerten und die Mindestkriterien f&#252;r die Genauigkeit und Zuverl&#228;ssigkeit der Angaben zum Anruferstandort festlegen, die den Notdiensten eine wirksame Hilfe erm&#246;glichen.</p><p>Der Notruf soll zur am besten geeigneten Notrufabfragestelle weitergeleitet werden. Neben Angaben zum Anruferstandort sollen auch Kontextinformationen zur Beschreibung des Notfalls &#252;bermittelt werden. Dies k&#246;nnen etwa die physische Umgebung, der Zustand und die F&#228;higkeiten der betroffenen Personen und andere relevante Informationen sein. Sollte der Anrufer nicht f&#228;hig sein, diese Informationen selbst zu &#252;bermitteln, k&#246;nnten diese automatisch aus dem Ger&#228;t des Anrufers oder dem Netz gewonnen werden. Um einen europ&#228;ischen Flickenteppich zu vermeiden, hat die EENA die Initiative ergriffen und eine <a href=„https://eena.org/knowledge-hub/press-releases/eena-announces-planned-recommendations-on-accuracy-and-reliability-criteria-for-handset-based-caller-location/“ rel=„external noopener“ target=„_blank“><strong>Empfehlung f&#252;r die Mitgliedsstaaten [24]</strong></a> zu Genauigkeits- und Zuverl&#228;ssigkeitskriterien bei der Standortbestimmung von Mobilger&#228;ten ausgearbeitet. Erste Ergebnisse sollen bei der EENA Conference im April 2023 ver&#246;ffentlicht werden.</p><h3 class=„subheading“ id=„nav_arbeit_auch_an15“>Arbeit auch an Indoor-Positionierungssystemen</h3><p>Das Tracking von Ger&#228;ten, auch in Form der Echtzeit-Lokalisierung (RTLS = Real Time Locating System) wird weiter vorangetrieben. In Innenr&#228;umen k&#246;nnen neben WLAN auch RFID (Radio Frequency Identification), BLE (Bluetooth Low Energy), UWB (Ultra Wideband) und andere Nahbereichskommunikationsdaten bei der Positionsbestimmung als Hilfe zur Navigation genutzt werden. Verschiedene Hersteller arbeiten an L&#246;sungen f&#252;r Indoor-Positionierungssysteme (IPS). Es bleibt abzuwarten, inwieweit Google, Apple und andere Hersteller diese und andere Technologien weiterentwickeln und miteinander kombinieren, um noch genauere Standortbestimmungen und weitere Kontextinformationen im Notfall automatisch an Rettungsdienste &#252;bermitteln zu k&#246;nnen.</p><p>() </p><p><strong>URL dieses Artikels:</strong><small><code>https://www.heise.de/-7490400</code></small></p><p><strong>Links in diesem Artikel:</strong><small><code><strong>[1]</strong>&#160;https://eena.org/knowledge-hub/documents/caller-location-in-ng112/</code></small><small><code><strong>[2]</strong>&#160;https://eena.org/our-work/</code></small><small><code><strong>[3]</strong>&#160;https://www.heise.de/hintergrund/Zahlen-bitte-110-112-die-Notrufnummern-fuer-eine-schnelle-Rettung-6542870.html</code></small><small><code><strong>[4]</strong>&#160;https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Vportal/TK/Funktechnik/EMF/start.html</code></small><small><code><strong>[5]</strong>&#160;https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/news/112-new-measures-improve-effective-access-emergency-communications</code></small><small><code><strong>[6]</strong>&#160;https://www.etsi.org/deliver/etsi_ts/103600_103699/103625/01.02.01_60/ts_103625v010201p.pdf</code></small><small><code><strong>[7]</strong>&#160;https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Fachthemen/Telekommunikation/Unternehmenspflichten/Notruf/notruf-node.html</code></small><small><code><strong>[8]</strong>&#160;https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2021/kw23-pa-gesundheit-notfallversorgung-844792</code></small><small><code><strong>[9]</strong>&#160;https://ils-freiburg.de/standortdaten.php</code></small><small><code><strong>[10]</strong>&#160;https://www.berliner-feuerwehr.de/ihre-sicherheit/im-notfall/standortdaten-beim-notruf-112/</code></small><small><code><strong>[11]</strong>&#160;https://newsroom.vodafone.de/digitales-leben/neues-notrufsystem-aml-setzt-sich-ueberall-in-deutschland-durch</code></small><small><code><strong>[12]</strong>&#160;https://eena.org/our-work/eena-special-focus/advanced-mobile-location/</code></small><small><code><strong>[13]</strong>&#160;https://eena.org/knowledge-hub/press-releases/aml-report-card-2020-edition-available-now/</code></small><small><code><strong>[14]</strong>&#160;https://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=COM%3A2020%3A0808%3AFIN%3ADE%3APDF</code></small><small><code><strong>[15]</strong>&#160;https://www.heise.de/meldung/Standortuebermittlung-bei-Notruf-Apple-unterstuetzt-nun-AML-in-Deutschland-4614976.html</code></small><small><code><strong>[16]</strong>&#160;https://support.apple.com/de-de/HT213426</code></small><small><code><strong>[17]</strong>&#160;https://www.heise.de/news/Satelliten-SOS-auf-dem-iPhone-Erster-bekannt-gewordener-Fall-einer-Rettung-7364829.html</code></small><small><code><strong>[18]</strong>&#160;https://www.heise.de/news/Direkter-Satellitenfunk-fuer-Smartphones-Kampf-den-weissen-Flecken-7451926.html</code></small><small><code><strong>[19]</strong>&#160;https://developer.android.com/reference/android/location/Location</code></small><small><code><strong>[20]</strong>&#160;https://developers.google.com/location-context/fused-location-provider?hl=de</code></small><small><code><strong>[21]</strong>&#160;https://play.google.com/store/apps/details?id=com.google.android.apps.location.gps.gnsslogger</code></small><small><code><strong>[22]</strong>&#160;https://eena.org/our-work/eena-special-focus/next-generation-112/</code></small><small><code><strong>[23]</strong>&#160;https://ec.europa.eu/info/law/better-regulation/have-your-say/initiatives/13183-Emergency-communications-improving-access-through-the-single-European-emergency-number-112_de</code></small><small><code><strong>[24]</strong>&#160;https://eena.org/knowledge-hub/press-releases/eena-announces-planned-recommendations-on-accuracy-and-reliability-criteria-for-handset-based-caller-location/</code></small><small><code><strong>[25]</strong>&#160;mailto:mack@heise.de</code></small></p><p class=„printversioncopyright“><em>Copyright &#169; 2023 Heise Medien</em></p> </html>