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12 – Die erhabene Teilerin küsst in 3D

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<html> <p class=„printversionback-to-article printversion–hide“><a href=„https://www.heise.de/newsticker/meldung/Zahlen-bitte-12-Die-erhabene-Teilerin-kuesst-in-3D-3914832.html“>zur&#252;ck zum Artikel</a></p><figure class=„printversionlogo“><img src=„https://1.f.ix.de/icons/svg/logos/svg/heiseonline.svg“ alt=„heise online“ width=„180“ heigth=„40“/></figure><figure class=„aufmacherbild“><img src=„https://1.f.ix.de/scale/geometry/700/q75/imgs/18/2/3/3/4/3/9/0/zahlenbitte_12-403584af77b59a00.png“ alt=„Zahlen, bitte! 12 …“/></figure><p><strong>Die Zahl 12 bestimmt unser Leben: Sie teilt Jahre in Monate, Tage in 2 &#215; 12 Stunden, sie besitzt sogar eigene Sprichw&#246;rter und wegen ihr geriet sogar Isaac Newton in einen Streit.</strong></p> <p>Dass man &#252;ber die 12 streitet, ist eigentlich un&#252;blich, da sie Mathematiker im Allgemeinen eher verz&#252;ckt. Immerhin ist sie eine von (bisher) nur zwei bekannten erhabenen Zahlen, bei denen Anzahl und Summe der Teiler vollkommene Zahlen sind. Letztere sind wiederum gleich der Summe aller positiven Teiler aus sich selbst.</p> <p>Wie schon im <strong>merkw&#252;rdigen 6-Leben nat&#252;rlicher Zahlen[1]</strong> nachzulesen, ist die andere bekannte erhabene Zahl:</p> <p>6086555670238378989670371734243169622657830773351885970528324860512791691264</p> <p>Viel wichtiger ist aber eine andere Eigenschaft der 12. Sie geh&#246;rt zu den <strong>hochzusammengesetzten Zahlen.[2]</strong> Das bedeutet, dass sie mehr Teiler als jede kleinere positive Zahl besitzt: 1, 2, 3, 4, 6, 12.</p> <h5 id=„nav_perfekt_f&#252;r1“>Perfekt f&#252;r Zeitangaben</h5> <p>Wegen der guten Teilbarkeit hat sich die 12 weltweit als Standard zur Angabe der Uhrzeit durchgesetzt, woraus &#252;brigens auch die 24 Zeitzonen resultieren. Au&#223;erdem teilt sich das Jahr in 12 Monate auf. Bereits die Babylonier nutzten ein Sexagesimalsystem und teilten einen Tag in 24 Stunden.</p> <figure class=„rteinlinebild akwa-inline-img rtepos_right col-lg-6 col-md-6 col-sm-6 col-xs-12 akwa-inline–right“><img src=„https://1.f.ix.de/scale/geometry/350/q75/imgs/18/2/3/3/4/3/9/0/Uhr-Dezimalsystem-f0d862ce03633b1f.jpeg“ alt=„Uhr-Dezimalsystem“ class=„img-responsive akwa-inline-imgimg“/><figcaption class=„rteinlinebild_source akwa-caption“>10, 12 oder 24 Stunden? Welche Uhrzeit darfs denn sein? (Bild:&#160; <strong><a href=„https://en.wikipedia.org/wiki/Decimal_time#/media/File:Clock-french-republic.jpg“ target=„_blank“ rel=„external“>Cormullion[3]</a>, CC BY-SA 3.0[4]) </strong></figcaption></figure><p>Und es war einfach sinnvoll, den Tag in zwei 12-Stunden-H&#228;lften zu spalten, besonders sp&#228;ter, als die ersten mechanischen Uhren entwickelt wurden. Einerseits waren dadurch die Systeme einfacher, andererseits w&#228;re es beispielsweise bei einer Kirchturmuhr kaum z&#228;hlbar (und furchtbar nervig noch dazu). In den USA und weiteren L&#228;ndern wird auch heute noch der 24-Stunden-Tag selbst in Digitalanzeigen in 2 &#215; 12 Stunden angezeigt, unterschieden in &#8222;a. m.&#8220; (ante meridiem = Vormittag) und &#8222;p.m.&#8220; (post meridiem = Nachmittag).</p> <p>Die Franzosen wollten mit dem Revolutionskalender im 18. Jahrhundert ein Dezimalsystem aus 10 Stunden mit je 100 Minuten und 100 Sekunden zur Zeitmessung etablieren, welches sich aber auf l&#228;ngere Sicht nicht durchsetzte, was bei einem Blick auf ein derartiges Ziffernblatt schlie&#223;lich auch nicht verwundert.</p> <h5 id=„nav_im_dutzend2“>Im Dutzend teilbarer</h5> <p>Auch bei Mengen- und Ma&#223;einheiten leistete und leistet die 12 ausgezeichnete Dienste: Das Dutzend war fr&#252;her eine gebr&#228;uchliche Bezeichnung f&#252;r 12, f&#252;nf Dutzend waren ein Schock (60), 12 Dutzend waren ein Gros (144) und zw&#246;lf Gros waren ein Ma&#223; (1728). Ohne Taschenrechner z&#228;hlte man fr&#252;her auch bis 12, das klappt sogar mit einer Hand.</p> <p>Als Ma&#223;einheit ist bis heute in angels&#228;chsisch gepr&#228;gten L&#228;ndern ein Fu&#223; = 12 Zoll etabliert. In r&#246;mischen Zahlen basierten die Br&#252;che auf 12. Dadurch entstand die Ma&#223;einheit „Unze“, gebildet aus „Uncia“, dem lateinischen Wort f&#252;r Zw&#246;lftel. F&#252;r Baumeister fr&#252;herer Zeit war zudem ein in 12 Teile geteiltes Seil unverzichtbar.</p>

<h5 id=„nav_streit_um_die3“>Streit um die Kusszahl</h5> <p>Aber die 12 kann noch mehr: Sie ist n&#228;mlich auch die dreidimensionale Kusszahl. Das bedeutet, man kann h&#246;chstens 12 identische Kugeln um eine gleichgro&#223;e Kugel herumlegen, sodass alle diese ber&#252;hren, aber es ansonsten keine &#220;berschneidungen gibt.</p> <p>Isaac Newton hat sich deswegen im Jahr 1692 sogar mit seinem Mathematikerkollegen David Gregory bei einer Diskussion um die Kepplersche Vermutung gestritten, da sich letzterer sicher war, dass nicht 12 sondern 13 Kugeln die dreidimensionale Kusszahl bilden. Dabei ist es gar nicht so einfach, die Frage eindeutig zu beantworten, da keine allgemeing&#252;ltige Formel f&#252;r Kusszahlen existiert. Erst in den 1950ern wurde je durch Kurt Sch&#252;tte und Bartel Leendert van der Waerden die Richtigkeit von Newtons Annahme best&#228;tigt.</p> <figure class=„rteinlinebild akwa-inline-img rtepos_right col-lg-6 col-md-6 col-sm-6 col-xs-12 akwa-inline–right“><img src=„https://1.f.ix.de/scale/geometry/350/q75/imgs/18/2/3/3/4/3/9/0/Kusszahl-3D-9aacb410f8ea79c1.png“ alt=„12: die dreidimensionale Kusszahl &#8033;a“ class=„img-responsive akwa-inline-imgimg“/><figcaption class=„rteinlinebild_source akwa-caption“>Die dreidimensionale Kusszahl: 12 Kugeln gleicher Gr&#246;&#223;e ber&#252;hren die eingeschlossene rote Kugel :-* (Bild:&#160; <strong><a href=„https://de.wikipedia.org/wiki/Kusszahl#/media/File:Kissing-3d.png“ target=„_blank“ rel=„external“>Robert Bradshaw[6]</a> (Robertwb), CC BY-SA 3.0[7] ) </strong></figcaption></figure><h5 id=„nav_religi&#246;ses4“>Religi&#246;ses Dutzend</h5> <p>Die 12 hat in vielen Kulturen und Religionen eine besondere Bedeutung. Die Astrologie kennt 12 Tierkreiszeichen. In China symbolisiert sie ebenfalls 12 Tierkreiszeichen, sowie 12 Erdzweige. F&#252;r das Judentum hat sie eine herausgehobene Bedeutung wegen der 12 St&#228;mme Israels. Im Christentum wird die Zahl vor allem mit den 12 J&#252;ngern Jesu in Verbindung gebracht (was vermutlich eben die 12 j&#252;dischen St&#228;mme symbolisieren soll). Au&#223;erdem gilt sie als heilige Zahl, die Verbindung von Gott mit der Welt.</p> <p>Apropos Religion: Im Fu&#223;ball sind die Fans symbolisch der 12. Mann auf dem Platz … Nach einer Niederlage sollte man die Fans aber nicht reizen, sonst gibt es m&#246;glicherweise eins auf die Zw&#246;lf!</p> <figure class=„video akwa-inline-video video–fullwidth“><div class=„yt-video-container“><iframe class=„yt_video“ width=„480“ height=„295“ src=„https://www.youtube.com/embed/6VEnT11mTnI?wmode=transparent“ frameborder=„0“ allowfullscreen=„“>[embedded content]</iframe></div> <figcaption class=„bildunterschrift akwa-caption“><p>Auch Simpson-Autoren liegen mal daneben: In Star Trek XII spielt Kirk zwar mit, ist aber deutlich j&#252;nger.</p> </figcaption></figure><p> (<em>Markus Will</em>) / (<strong>vza[8]</strong>)<br class=„clear“/></p> <hr/><p><strong>URL dieses Artikels:</strong><br/><small>

http://www.heise.de/-3914832

</small></p> <p><strong>Links in diesem Artikel:</strong><br/><small>

<strong>[1]</strong>&#160;https://www.heise.de/meldung/Zahlen-bitte-Das-merkwuerdige-6-Leben-natuerlicher-Zahlen-3283326.html

</small><br/><small>

<strong>[2]</strong>&#160;https://de.wikipedia.org/wiki/Hochzusammengesetzte_Zahl

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<strong>[3]</strong>&#160;https://en.wikipedia.org/wiki/Decimal_time#/media/File:Clock-french-republic.jpg

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<strong>[4]</strong>&#160;https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0

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<strong>[5]</strong>&#160;http://www.heise.de/thema/Zahlen-bitte!

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<strong>[6]</strong>&#160;https://de.wikipedia.org/wiki/Kusszahl#/media/File:Kissing-3d.png

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<strong>[7]</strong>&#160;https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0

</small><br/><small>

<strong>[8]</strong>&#160;mailto:vza@ct.de

</small><br/></p> <p class=„printversion__copyright“><em>Copyright &#169; 2017 Heise Medien</em></p> </html>

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