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Bundesregierung: IT-gestützte Krisenfrüherkennung ist wissenschaftlich belastbar

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<html> <p class=„printversionback-to-article printversion–hide“><a href=„https://www.heise.de/newsticker/meldung/Bundesregierung-IT-gestuetzte-Krisenfrueherkennung-ist-wissenschaftlich-belastbar-4305127.html“>zur&#252;ck zum Artikel</a></p><figure class=„printversionlogo“><img src=„https://1.f.ix.de/icons/svg/logos/svg/heiseonline.svg“ alt=„heise online“ width=„180“ heigth=„40“/></figure><figure class=„aufmacherbild“><img src=„https://heise.cloudimg.io/width/700/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/2/5/9/8/8/9/2/shutterstock_1024337068-abd56e80320f86cd.jpeg“ srcset=„https://heise.cloudimg.io/width/700/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/2/5/9/8/8/9/2/shutterstock_1024337068-abd56e80320f86cd.jpeg 700w, https://heise.cloudimg.io/width/1000/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/2/5/9/8/8/9/2/shutterstock_1024337068-abd56e80320f86cd.jpeg 1000w“ sizes=„(min-width: 80em) 43.75em, (min-width: 64em) 66.66vw, 100vw“ alt=„K&#252;nstliche Intelligenz: &#220;berall in Europa entscheiden schon Algorithmen“ class=„img-responsive“/><figcaption class=„akwa-caption“><p class=„source akwa-captionsource“>(Bild:&#160;whiteMocca/Shutterstock.com)</p> </figcaption></figure><p><strong>Das Au&#223;enministerium und die Bundeswehr setzen auf Maschinenlernen, um Konflikte vorauszusagen. Berlin verteidigt die millionenschweren Projekte gegen Kritik.</strong></p> <p>Die Bundesregierung hat Details zu ihren Pl&#228;nen genannt, mithilfe lernf&#228;higer Software gro&#223;e Datenbest&#228;nde zu durchforsten, um sich anbahnende Konfliktherde vorherzusagen. Gegenw&#228;rtig entwickeln und nutzen das Ausw&#228;rtige Amt und das Bundesverteidigungsministerium Verfahren, „die aus verschiedenen softwarebasierten Instrumenten zur Unterst&#252;tzung des betreffenden Fachpersonals bei der Aufgabenwahrnehmung Krisenfr&#252;herkennung gewonnen werden“.</p> <h3 class=„subheading“ id=„nav_projekt_bei_der0“>Projekt bei der Bundeswehr</h3> <p>Bei der Bundeswehr l&#228;uft bis Mitte 2019 noch ein <a href=„https://www.heise.de/meldung/Bundeswehr-will-Krisen-mit-Maschinenlernen-voraussagen-4118330.html“><strong>Projekt mit der IBM-Wissensdatenbank Watson [1]</strong></a>, an die mehrere „Ereignisdatenbanken“ zu bewaffneten Konflikten, terroristischen Anschl&#228;gen sowie Medienberichten angebunden sind. Dazu geh&#246;ren etwa die Systeme „Armed Conflict Location &amp; Event Data“ (ACLED), die „Global Database of Events, Language, and Tone“ (GDELT) sowie die „Global Terrorism Database“ (GTD). Wird das lernende System offiziell im Rahmen des noch laufenden Pr&#252;fverfahrens anerkannt, sollen zus&#228;tzlich bald Daten des „Milit&#228;rischen Nachrichtenwesens der Bundeswehr“ verarbeitet werden.</p> <p>Kritiker monieren, dass die f&#252;r die laufende Studie aufgewendeten 15,1 Millionen Euro schlecht eingesetzt seien und die Bundesregierung auch aus Teebl&#228;ttern lesen k&#246;nnte. In einer heise online vorliegenden Antwort auf eine Anfrage der linken Bundestagsfraktion h&#228;lt das Verteidigungsministerium dagegen, dass die einbezogenen Datenbanken „das Ergebnis wissenschaftlicher Forschungen und &#246;ffentlich verf&#252;gbar“ seien. Nach derzeitiger Bewertung seien die Eingaben so „grunds&#228;tzlich zuverl&#228;ssig“ und eigneten sich „f&#252;r die weitere zielgerichtete Nutzung im Rahmen der Aufgabenwahrnehmung Krisenfr&#252;herkennung“. Diese sei „Teil des verfassungsrechtlichen Auftrages der Streitkr&#228;fte“.</p> <div class=„inread“/> <h3 class=„subheading“ id=„navquot_nicht1“>„Nicht zuverl&#228;ssig“</h3> <p>Die Bundesregierung r&#228;umt aber auch ein, dass eine andere, vom Fraunhofer-Institut f&#252;r Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie (FKIE) durchgef&#252;hrte Untersuchung ergeben habe, dass zumindest eine automatisierte Erkennung von „Fake News“ mit den derzeitigen wissenschaftlichen Ans&#228;tzen „nicht zuverl&#228;ssig m&#246;glich ist“. &#220;ber Schlussfolgerungen aus einer weiteren Studie der <a href=„https://www.heise.de/meldung/Experte-verteidigt-Krisenvorhersage-am-Computer-4256856.html“><strong>Bundeswehr-Universit&#228;t in M&#252;nchen [2]</strong></a> zur „Automatisierten Beobachtung von Internetinhalten“ schweigt sie sich aus, da diese als geheim eingestuft seien. Aus einer weiteren Untersuchung der Beraterfirma IABG zur „Bearbeitung der Lage im Informationsumfeld“ hat das Verteidigungsministerium nach eigenen Angaben Anregungen f&#252;r das kollaborative Arbeiten gezogen.</p> <p>Das Au&#223;enministerium experimentiert derweil offenbar mit einer mehr oder weniger selbst zusammengebauten L&#246;sung. Dort k&#228;men die Datenbanksysteme Sybase und SAP Hana, das Datenverwaltungssystem „Data Services“ und die Softwarepakete BI Platform, Lumira, Design Studio sowie die Predictive Analytics Suite zum Einsatz, schreibt die Regierung. Zudem gebe es erste &#220;berlegungen, um „deutsche Au&#223;enpolitik betreffende Desinformationen und Kampagnendynamiken“ in sozialen Medien zu erkennen. Diese k&#246;nnten k&#252;nftig auch die „datenschutzkonforme computergest&#252;tzte Auswertung“ von Netzwerken wie Facebook oder Twitter umfassen.</p> <h3 class=„subheading“ id=„navquot_harrstr&#228;ub2“>„Harrstr&#228;ubend“</h3> <p>Der linke Bundestagsabgeordnete Andrej Hunko h&#228;lt die Idee, politische Ereignisse k&#252;nftig mithilfe einer Software fr&#252;h erkennen zu wollen, f&#252;r „haarstr&#228;ubend“. Die Datenbanken, &#252;ber deren Schnittstellen die digitalen Glaskugeln gef&#252;ttert werden, seien n&#228;mlich „genauso wenig neutral wie die Medienberichte, deren Inhalte darin verarbeitet werden“. Das lasse sich derzeit am Beispiel Venezuela gut beobachten: Europ&#228;ische Medien berichten zum Beispiel kaum &#252;ber die Hundertausende, die f&#252;r die Regierung von Nicolas Maduro demonstrieren, sondern nur &#252;ber die Gegner.</p> <p>„Wenn sich die Bundeswehr und das Ausw&#228;rtige Amt mit ihrer Software zur Fr&#252;herkennung auf solche Quellen st&#252;tzen, f&#252;hrt das zwangsl&#228;ufig zu einem politischen Blindflug“, warnt der Volksvertreter. Problematisch sei auch, „dass der Quellcode der Vorhersagesoftware unbekannt ist“. Wenn sich die Bundeswehr bei der Interpretation der Nachrichtenlage auf eine Anwendung verl&#228;sst, deren Funktionsweise sie gar nicht einsch&#228;tzen k&#246;nne, „sind Fehlentscheidungen vorprogrammiert“. Hunko fordert: „Die Ministerien m&#252;ssen die geplante Beschaffung deshalb stoppen.“ ()<br class=„clear“/></p> <hr/><p><strong>URL dieses Artikels:</strong><br/><small>

http://www.heise.de/-4305127

</small></p> <p><strong>Links in diesem Artikel:</strong><br/><small>

<strong>[1]</strong>&#160;https://www.heise.de/meldung/Bundeswehr-will-Krisen-mit-Maschinenlernen-voraussagen-4118330.html

</small><br/><small>

<strong>[2]</strong>&#160;https://www.heise.de/meldung/Experte-verteidigt-Krisenvorhersage-am-Computer-4256856.html

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<strong>[3]</strong>&#160;mailto:vbr@ct.de

</small><br/></p> <p class=„printversion__copyright“><em>Copyright &#169; 2019 Heise Medien</em></p> </html>

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