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Bunker im Godesberg - 50 Godesberger erhielten Einblick in seine Geschichte

Originalartikel

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<html> <p class=„article-intro“>BAD GODESBERG. Dass es unter dem Godesberg einen Luftschutzbunker gibt, ist auch vielen Bad Godesbergern nicht bekannt. Diese Erfahrung machte zumindest J&#252;rgen Sch&#246;newald, der in einem Forum im sozialen Netzwerk Facebook aktiv ist. Dort tauschen sich die Teilnehmer &#252;ber die Badestadt aus - und bei dem Thema Bunker fiel auf, „dass den viele nicht kannten“, so Sch&#246;newald. Das sollte ge&#228;ndert werden. Und so organisierte Sch&#246;newald eine F&#252;hrung durch den Bunker.</p> <div class=„article-info“>Von Michael Wenzel, 18.11.2012</div> <aside class=„article-extras“> </aside><p>Nach viermonatiger Vorbereitungszeit war es am Samstag so weit: Rund 50 Godesberger waren gekommen. Mit dabei war Lokalhistoriker Karl Josef Schwalb, um &#252;ber die Geschichte des Bunkers zu berichten. „Die Anlage aus den letzten Kriegsjahren &#252;bt eine seltsame Faszination aus, obgleich die kahle R&#246;hre den Leuten, die nie darin Schutz gesucht haben, so gut wie keine Erinnerungsst&#228;tte bietet“, sagte Schwalb.</p> <p>Das best&#228;tigte auch J&#252;rgen Sch&#246;newald, der den Bunker zum vierten Mal besichtigte. „Hier ist ja auch nicht so viel zu sehen wie im ehemaligen Regierungsbunker an der Ahr. Es ist schon sehr ungem&#252;tlich hier.“</p> <p>Nachdem die Gruppe nach dem Eintreten durch „Tor 1“ einen Fu&#223;weg von rund 300 Metern durch eine zubetonierte R&#246;hre hinter sich gebracht hatte, versammelte man sich in einem kleinen Rondell, von dem wiederum weitere r&#246;hrenf&#246;rmige Fu&#223;wege abgehen. Der Bunker wurde laut Schwalb gegen Ende 1942 oder Anfang 1943 gebaut. Gefangene des Arbeitserziehungslagers, die in den Garagenanlagen des st&#228;dtischen Fuhrparks an der Weststra&#223;e untergebracht waren, haben die G&#228;nge in den Basaltfelsen des Godesbergs getrieben.</p> <p>„Das heraus geschlagene Material lagerte man auf dem Moltkeplatz, von wo man es zum Verf&#252;llen von Bombentrichtern abholte. Den Amerikanern diente es sp&#228;ter zum Ansch&#252;tten der Br&#252;ckenrampe ihrer Hodges-Br&#252;cke am Rhein in Plittersdorf.“ Drei Ein- und Ausg&#228;nge - zwei von der Burgstra&#223;e und einer von der heutigen &#196;nnchenstra&#223;e aus - f&#252;hrten ins Berginnere und m&#252;ndeten in dem Rondell. Die Anlage war bei Kriegsende noch nicht fertig, die Arbeiten wurden w&#228;hrend des Kalten Krieges abgeschlossen. Es galt, geeignete Ma&#223;nahmen zum Schutze der Bev&#246;lkerung im atomaren Kriegsfall zu treffen.</p> <p>Die G&#228;nge wurden sauber verputzt, f&#252;r Wasser und L&#252;ftung gesorgt, drei Chemo-Toiletten bereit gehalten, diverse Abtrennungen gebaut und Neonlicht installiert. Dass der Bunker im atomaren Ernstfall keine wirkliche Rettung f&#252;r die Bev&#246;lkerung darstellt, davon schienen die meisten Teilnehmer &#252;berzeugt. J&#252;rgen Bruder, stellvertretender Bezirksb&#252;rgermeister, der wie viele andere auch am Samstag das erste Mal im Innern des Godesbergs war, zeigte sich zwar beeindruckt, allerdings r&#228;umte er ein, dass dieser Bunker vor allem „Denkmalcharakter“ bes&#228;&#223;e.</p> <p>Dass die Geschichte des Bunkers aufgearbeitet werden konnte, ist unter anderem Norbert Fasching, der beim Zivil- und Katastrophenschutz der Feuerwehr besch&#228;ftigt war, zu verdanken. Fasching, der bei der Samstagsf&#252;hrung dabei war, hatte im Januar 1999 mit dem heutigen B&#252;rgermeister Horst Naa&#223; Gespr&#228;che mit Menschen aufgezeichnet, die am 6. Januar 1999 an einer Begehung des Bunkers teilgenommen hatten. Wichtig f&#252;r die Aufarbeitung der Geschichte des Bunkers wurde au&#223;erdem eine zweite Begehung mit Zeitzeugen im Oktober 2005.</p> </html>

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