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Computer als Steuerfahnder – künstliche Intelligenz hilft Ermittlungsbehörden

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<html> <p class=„printversionback-to-article printversion–hide“><a href=„https://www.heise.de/newsticker/meldung/Computer-als-Steuerfahnder-kuenstliche-Intelligenz-hilft-Ermittlungsbehoerden-4245924.html“>zur&#252;ck zum Artikel</a></p><figure class=„printversionlogo“><img src=„https://1.f.ix.de/icons/svg/logos/svg/heiseonline.svg“ alt=„heise online“ width=„180“ heigth=„40“/></figure><figure class=„aufmacherbild“><img src=„https://heise.cloudimg.io/width/700/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/2/5/5/8/0/9/7/tax-return-1368168_1920-723c009906b9749a.jpeg“ srcset=„https://heise.cloudimg.io/width/700/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/2/5/5/8/0/9/7/tax-return-1368168_1920-723c009906b9749a.jpeg 700w, https://heise.cloudimg.io/width/1050/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/2/5/5/8/0/9/7/tax-return-1368168_1920-723c009906b9749a.jpeg 1050w, https://heise.cloudimg.io/width/1500/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/2/5/5/8/0/9/7/tax-return-1368168_1920-723c009906b9749a.jpeg 1500w, https://heise.cloudimg.io/width/1920/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/2/5/5/8/0/9/7/tax-return-1368168_1920-723c009906b9749a.jpeg 1920w“ sizes=„(min-width: 80em) 43.75em, (min-width: 64em) 66.66vw, 100vw“ alt=„Computer als Steuerfahnder &#8211; Hessen setzt k&#252;nstliche Intelligenz ein“ class=„img-responsive“/><figcaption class=„akwa-caption“><p class=„source akwa-captionsource“>(Bild:&#160;pixabay.com)</p> </figcaption></figure><p><strong>Die Suche nach Steuers&#252;ndern in Millionen von Finanzdaten stellt Fahnder vor Probleme. Wo der Mensch an Grenzen st&#246;&#223;t, k&#246;nnte k&#252;nstliche Intelligenz helfen.</strong></p> <p>Auf der Jagd nach Steuers&#252;ndern setzt das Land Hessen auf k&#252;nstliche Intelligenz (K.I.). „S&#228;mtliche Ermittlungsbeh&#246;rden, und im besonderen Ma&#223;e die Steuerfahndungsstellen der Finanzbeh&#246;rden, werden in ihrer t&#228;glichen Arbeit seit Jahren mit einer zunehmenden Flut von elektronischen Datenmengen konfrontiert“, erkl&#228;rte Moritz Josten, Sprecher des hessischen Finanzministeriums. Automatische Programme k&#246;nnten bei der Auswertung helfen. Eingesetzt wird die K.I. vor allem in Nordhessen.</p> <h3 class=„subheading“ id=„navquot_elektronis1“>„Elektronische Vorsichtung“ der Panama Papers</h3> <p>Die Steuerfahndungsstelle im Finanzamt Kassel II <a href=„https://www.heise.de/meldung/BKA-kauft-Panama-Papers-Fahnder-werten-riesigen-Datensatz-aus-3764114.html“><strong>werte mit dem Bundeskriminalamt (BKA) die Panama Papers aus [1]</strong></a>. Die Finanzdokumente einer panamaischen Anwaltskanzlei enthalten Informationen &#252;ber Gesch&#228;fte mit Briefkastenfirmen. Die Panama Papers waren zuerst Journalisten zugespielt und im Fr&#252;hjahr 2016 ver&#246;ffentlicht worden. Sie f&#252;hrten auch zu Durchsuchungen bei der Deutschen Bank.</p> <p>Es handele sich dabei um mehrere Millionen Dateien. Bei der Auswertung werde der Einsatz der K.I. erfolgreich praktiziert, erkl&#228;rte Josten. Die enormen Datenmengen lie&#223;en Sichtung allein durch Ermittler kaum zu. Das Prinzip: Der Computer lernt anhand der Ergebnisse, die durch menschliche Ermittler zustande gekommen sind. Je mehr Treffer und Fehltreffer eingespeist werden, desto „aussagekr&#228;ftiger und qualitativ hochwertiger ist das erwartete Ergebnis der elektronischen Vorsichtung“. So w&#252;rden Zahlenkolonnen, die steuer- und steuerstrafrechtlich relevant sind, auf den wesentlichen Kern reduziert.</p> <h3 class=„subheading“ id=„nav_steuerfahnder2“>Steuerfahnder sollen effizienter werden</h3> <p>K.I. kommt in Kassel zum Einsatz, weil das Finanzamt II dort zentral f&#252;r die Bearbeitung digitaler Massendaten zust&#228;ndig ist. 45 Steuerfahnder und Computerforensiker stehen dort zur Verf&#252;gung. „Wir sind bestrebt, weitere Spezialisten auszubilden und aufzubauen, um den stetig wachsenden Anforderungen gerecht zu werden“, sagte Josten. Zudem soll in Hessen im Bereich K.I. geforscht werden, beispielsweise f&#252;r neue Ermittlungsans&#228;tze. Wie viel Geld das Land daf&#252;r in die Hand nimmt, bleibt unklar. Auch woher die eingesetzten Programme kommen, verr&#228;t das Finanzministerium nicht, „um die Ermittlungszwecke nicht zu gef&#228;hrden“.</p> <p>„Ich denke, es geht darum, Steuerfahnder effizienter zu machen“, sagte der Darmst&#228;dter Professor Kristian Kersting. Er hat untersucht, wie Journalisten mit K.I. unterst&#252;tzt werden k&#246;nnen, und dabei die Auswertung der Panama Papers verfolgt. „Es gibt sehr gute Fortschritte, durch die Maschinen Texte besser verstehen k&#246;nnen.“ Aber es gebe keine Maschine, die Texte erfasse und dann jegliche Fragen beantworte. „So weit sind wir noch nicht.“</p> <h3 class=„subheading“ id=„nav_k&#252;nstliche3“>K&#252;nstliche Intelligenz als „zweite Meinung“</h3> <p>Eine <a href=„https://www.heise.de/meldung/Berlin-will-mit-Kuenstlicher-Intelligenz-Korruption-bekaempfen-4141873.html“><strong>K.I. k&#246;nne in einer Datenbank schnell gro&#223;e Datenmengen verarbeiten [2]</strong></a>, dabei Namen identifizieren und so Querbez&#252;ge zwischen Dokumenten herstellen. „Wenn zwei Personen oft zusammen genannt werden, zeichnet das System Knoten auf.“ Selbst unterschiedliche Namensschreibweisen oder den Bezug von Personalpronomen k&#246;nne eine K.I. lernen. Die Erfassung von Worten erm&#246;gliche noch mehr: „Ein System kann beispielsweise erkennen, wie Ihre Steuererkl&#228;rung normalerweise aussieht und wenn es gro&#223;e Abweichungen gibt.“</p> <div class=„inread“/> <p>Das System kann Fehler machen. „Der Mensch sollte auf die Ergebnisse regulierend draufschauen. Ich bin aber auch kein Freund davon, den Menschen in absolute Wahrheitssph&#228;ren zu setzen“, erkl&#228;rte Kersting. Selbst eine Kontrolle der K.I. biete keine absolute Sicherheit. Dieses Problem ber&#252;hre eine zentrale Frage der K.I.-Forschung: „Wie m&#252;ssen sich die Interaktionen zwischen lernendem System und Mensch gestalten?“ Dass <a href=„https://www.heise.de/meldung/Kuenstliche-Intelligenz-als-Hilfswissenschaftler-KI-revolutioniert-die-Forschung-4158507.html“><strong>K.I. sinnvoll eingesetzt werden kann [3]</strong></a>, steht f&#252;r Kersting au&#223;er Frage: Beispielsweise erm&#246;gliche K&#252;nstliche Intelligenz in der Medizin einem Arzt, eine objektive zweite Meinung einzuholen. „Das gilt analog auch f&#252;r die Steuerfahndung.“</p> <p>Ausgebildet werden k&#246;nnten die k&#252;nftigen K.I.-Fahnder ebenfalls in Kassel. Vom Wintersemester 2019/20 an sei in Kooperation mit der Universit&#228;t ein duales Studium geplant. „In diesem Rahmen sollen f&#252;nf Studienpl&#228;tze im IT-Bereich geschaffen werden“, erkl&#228;rte das Finanzministerium. Die Universit&#228;t best&#228;tigte, dass das Land mit den Pl&#228;nen auf sie zugekommen sei. „Es wird in n&#228;chsten Wochen Gespr&#228;che geben“, sagte ein Sprecher. ()<br class=„clear“/></p> <hr/><p><strong>URL dieses Artikels:</strong><br/><small><code>http://www.heise.de/-4245924</code></small></p> <p><strong>Links in diesem Artikel:</strong><br/><small><code><strong>[1]</strong>&#160;https://www.heise.de/meldung/BKA-kauft-Panama-Papers-Fahnder-werten-riesigen-Datensatz-aus-3764114.html</code></small><br/><small><code><strong>[2]</strong>&#160;https://www.heise.de/meldung/Berlin-will-mit-Kuenstlicher-Intelligenz-Korruption-bekaempfen-4141873.html</code></small><br/><small><code><strong>[3]</strong>&#160;https://www.heise.de/meldung/Kuenstliche-Intelligenz-als-Hilfswissenschaftler-KI-revolutioniert-die-Forschung-4158507.html</code></small><br/><small><code><strong>[4]</strong>&#160;mailto:tiw@heise.de</code></small><br/></p> <p class=„printversioncopyright“><em>Copyright &#169; 2018 Heise Medien</em></p> </html>

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