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Europäisches Geheimdienstzentrum soll nicht im EU-Kontext operieren

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<html> <p class=„printversionback-to-article printversion–hide“><a href=„https://www.heise.de/newsticker/meldung/Europaeisches-Geheimdienstzentrum-soll-nicht-im-EU-Kontext-operieren-3146463.html“>zur&#252;ck zum Artikel</a></p><figure class=„printversionlogo“><img src=„https://1.f.ix.de/icons/svg/logos/svg/heiseonline.svg“ alt=„heise online“ width=„180“ heigth=„40“/></figure><figure class=„aufmacherbild“><img src=„https://heise.cloudimg.io/width/700/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/1/7/7/5/7/0/0/cyber-glow-c68ca8dfbe5b88c4.jpeg“ srcset=„https://heise.cloudimg.io/width/700/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/1/7/7/5/7/0/0/cyber-glow-c68ca8dfbe5b88c4.jpeg 700w, https://heise.cloudimg.io/width/1050/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/1/7/7/5/7/0/0/cyber-glow-c68ca8dfbe5b88c4.jpeg 1050w, https://heise.cloudimg.io/width/1500/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/1/7/7/5/7/0/0/cyber-glow-c68ca8dfbe5b88c4.jpeg 1500w, https://heise.cloudimg.io/width/2300/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/1/7/7/5/7/0/0/cyber-glow-c68ca8dfbe5b88c4.jpeg 2300w“ sizes=„(min-width: 80em) 43.75em, (min-width: 64em) 66.66vw, 100vw“ alt=„Europ&#228;isches Geheimdienstzentrum soll nicht im EU-Kontext operieren“ class=„img-responsive“/></figure><p><strong>Die Bundesregierung hat die Pl&#228;ne f&#252;r eine „Plattform“ zur intensiveren Kooperation europ&#228;ischer Geheimdienste im Kampf gegen den Terror erl&#228;utert. Der Anschein, dass es sich um eine koordinierte EU-Aktion handelt, tr&#252;gt demnach.</strong></p> <p>Voraussichtlich noch im 1. Halbjahr 2016 soll in Den Haag ein europ&#228;isches Geheimdienstzentrum eingerichtet werden und dem Austausch „operativer Erkenntnisse“ zu islamistischem Terror dienen. Entsprechende <a href=„http://www.spiegel.de/politik/ausland/terrorismus-europaeische-geheimdienste-richten-anti-terror-zentrum-ein-a-1078201.html“ rel=„external“ target=„_blank“><strong>Medienberichte [1]</strong></a> hat die Bundesregierung jetzt in einer Antwort auf eine Anfrage der Linksfraktion des Bundestags best&#228;tigt, die heise online vorliegt.</p> <p>Brisant daran: Die EU selbst hat keine Kompetenz, die Geheimdienstarbeit der Mitgliedsstaaten zu koordinieren. Die Bundesregierung betont daher, dass die geplante Plattform „au&#223;erhalb des institutionellen Rahmens der Europ&#228;ischen Union“ operieren soll.</p> <h3 class=„subheading“ id=„navquot_counter1“>„Counter Terrorism“</h3> <p>Die Verbindungen zu der Staatengemeinschaft und zu einzelnen ihrer Einrichtungen sind trotzdem sehr eng, geht aus der Stellungnahme des federf&#252;hrenden Bundesinnenministeriums hervor. Tr&#228;ger des Zentrums soll die „Counter Terrorism Group“ (CTG) sein, ein „informeller Zusammenschluss von 30 europ&#228;ischen Nachrichten- und Sicherheitsdiensten“. Darin vertreten seien die „Inlandsdienste“ aller EU-Staaten sowie von Norwegen und der Schweiz, also etwa das hiesige Bundesamt f&#252;r Verfassungsschutz (BfV). Der CTG-Vorsitz folge jeweils der EU-Ratspr&#228;sidentschaft. Dieses Unionsgremium leiten derzeit die Niederlande, sodass in der Gruppe momentan der dortige Geheimdienst AIVD das Sagen hat, bei dem das Zentrum vermutlich auch eingerichtet werden soll.</p> <p>Die EU-Kommission ist ebenfalls in der CTG vertreten. Die Bundesregierung legt aber Wert darauf, dass die Br&#252;sseler Exekutivinstitution „nicht in die Errichtung oder den Betrieb“ des umrissenen Zentrums involviert sei. Die „operative Plattform der CTG ist &#173; wie auch die CTG selbst &#173; keine EU-Institution“, betont Berlin. Konkret solle es darum gehen, &#252;ber entsandte Verbindungsbeamte einen „noch engeren und umfassenderen Informationsaustausch auf multilateraler Basis“ zu bewerkstelligen. Die Idee dazu sei „aus der Mitte der CTG-Mitgliedsdienste“ heraus geboren worden und nach den Pariser Anschl&#228;gen im November „wichtiger denn je“.</p> <h3 class=„subheading“ id=„nav_auskunftsverweig2“>Auskunftsverweigerung - wg. Staatswohl</h3> <p>Die CTG wiederum hat der informelle „Berner Club“ ins Leben gerufen, den 1971 Deutschland, Frankreich, Italien, Gro&#223;britannien, Belgien, die Niederlande, Luxemburg, D&#228;nemark und die Schweiz gegr&#252;ndet haben sollen. Obwohl dieses Geheimdienstforum einen <a href=„https://de.wikipedia.org/wiki/Berner_Club“ rel=„external“ target=„_blank“><strong>Wikipedia-Eintrag [2]</strong></a> hat, will sich die Bundesregierung dazu &#252;berhaupt nicht &#228;u&#223;ern.</p> <p>Der entsprechende Frageteil k&#246;nne „aus Gr&#252;nden des Staatswohls nicht &#173; auch nicht in eingestufter Form -“ beantwortet werden, schreibt das Innenressort. Es sei also nicht einmal m&#246;glich, Ausk&#252;nfte dazu in der nur unter hohen Sicherheitsanforderungen zug&#228;nglichen Geheimschutzstelle des Bundestags f&#252;r Abgeordnete zu hinterlegen. W&#252;rden offizielle Informationen zu dem Club bekannt, w&#228;re die Arbeit des BfV und die Kooperation mit Geheimdiensten anderer Staaten gef&#228;hrdet, lautet die Begr&#252;ndung.</p> <p>Eine „direkte Zusammenarbeit“ der vorgesehenen Plattform und dem erst im Januar er&#246;ffneten „<a href=„https://www.heise.de/meldung/Europaeisches-Anti-Terror-Zentrum-nimmt-Arbeit-mit-IS-Anschlagswarnung-auf-3083689.html“><strong>Europ&#228;ischen Zentrum zur Terrorismusbek&#228;mpfung [3]</strong></a>“ bei der Europol „erfolgt nicht“, f&#252;hrt die Regierung aus. Die Strukturen der Instanz der EU-Polizeibeh&#246;rde w&#252;rden „nicht genutzt“. Gleichwohl stehe die CTG „mit relevanten Akteuren wie Europol in Kontakt“, um M&#246;glichkeiten f&#252;r eine engere Kooperation zu sondieren.</p> <h3 class=„subheading“ id=„navquot_undurchsic3“>„Undurchsichtig, kaum kontrollierbar“</h3> <p>Als Vorbild k&#246;nnte theoretisch das „<a href=„https://www.heise.de/meldung/GTAZ-10-Jahre-gemeinsame-Terrorabwehr-2437668.html“><strong>Gemeinsame Terrorismus-Abwehrzentrum [4]</strong></a>“ (GTAZ) von Bund und L&#228;ndern in Berlin dienen, in dem Mitarbeiter von Polizeien und Geheimdiensten sitzen. Das Innenressort bringt dies aber nicht selbst ins Spiel, weil damit offenbar erneut zu enge Schnittstellen zur EU deutlich w&#252;rden. Vielmehr unterstreicht das Ministerium, dass auch das europ&#228;ische „<a href=„http://eeas.europa.eu/factsheets/docs/20150206_factsheet_eu_intcen_en.pdf“ rel=„external“ target=„_blank“><strong>Intelligence Analysis Centre [5]</strong></a>“ (EU IntCen) nicht in das CTG-Zentrum eingebunden sei. Das IntCen ist beim Generalsekretariat des EU-Rates angesiedelt und soll &#173; &#228;hnlich wie die CTG &#173; Lageberichte und Bedrohungsanalysen f&#252;r die Inlandsgeheimdienste der Mitgliedsstaaten erstellen.</p> <p>Andrej Hunko, Bundestagsabgeordneter der Linken, kritisiert, dass das Zusammenspiel europ&#228;ischer Geheimdienste „schon jetzt kaum kontrollierbar ist“ und mit dem neuen Zentrum noch undurchsichtiger zu werden drohe. Die darum herum an den Tag gelegte Heimlichtuerei sei „nicht hinnehmbar“. Da die Plattform offiziell nicht zur EU geh&#246;re, m&#252;sse sie von den nationalen Parlamenten &#252;berwacht werden k&#246;nnen. Die Bundesregierung habe daher k&#252;nftig Auskunft zu geben, welche Arbeitsgruppen und Datenbanken dort eingerichtet w&#252;rden. Zudem m&#252;sse Berlin der sich nun auch in Den Haag abzeichnenden „Vergeheimdienstlichung der Polizeiarbeit einen Riegel vorschieben“. (<em>Stefan Krempl</em>) / ()<br class=„clear“/></p> <hr/><p><strong>URL dieses Artikels:</strong><br/><small><code>http://www.heise.de/-3146463</code></small></p> <p><strong>Links in diesem Artikel:</strong><br/><small><code><strong>[1]</strong>&#160;http://www.spiegel.de/politik/ausland/terrorismus-europaeische-geheimdienste-richten-anti-terror-zentrum-ein-a-1078201.html</code></small><br/><small><code><strong>[2]</strong>&#160;https://de.wikipedia.org/wiki/Berner_Club</code></small><br/><small><code><strong>[3]</strong>&#160;https://www.heise.de/meldung/Europaeisches-Anti-Terror-Zentrum-nimmt-Arbeit-mit-IS-Anschlagswarnung-auf-3083689.html</code></small><br/><small><code><strong>[4]</strong>&#160;https://www.heise.de/meldung/GTAZ-10-Jahre-gemeinsame-Terrorabwehr-2437668.html</code></small><br/><small><code><strong>[5]</strong>&#160;http://eeas.europa.eu/factsheets/docs/20150206_factsheet_eu_intcen_en.pdf</code></small><br/><small><code><strong>[6]</strong>&#160;mailto:jk@ct.de</code></small><br/></p> <p class=„printversioncopyright“><em>Copyright &#169; 2016 Heise Medien</em></p> </html>

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