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Europol vereinfacht Rasterfahndung in polizeilichen Datenbanken

Originalartikel

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<html> <p>Die Polizeiagentur Europol hat mit einigen Monaten Versp&#228;tung eine neue Schnittstelle f&#252;r die Abfrage ihrer gr&#246;&#223;ten Datenbank <a href=„http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/026/1902610.pdf“ data-versionurl=„http://web.archive.org/web/20180615121757/http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/026/1902610.pdf“ data-versiondate=„2018-06-15T12:18:00+00:00“ data-amber-behavior=„“>in Betrieb genommen</a>. Unter dem Namen QUEST (Querying Europol Systems) k&#246;nnen zun&#228;chst Beh&#246;rden aus Estland, Finnland, Griechenland, Polen und Spanien auf das Europol-Informationssystem (EIS) zugreifen. Die f&#252;nf Staaten hatten sich an der ersten Stufe eines Pilotprojekts beteiligt. Die Schnittstellen m&#252;ssen jedoch in jedem Land noch implementiert werden, es ist deshalb unklar, ob die Beh&#246;rden bereits mit dem Wirkbetrieb begonnen haben. In Spanien soll das System &#8222;in den n&#228;chsten Tagen im Echtbetrieb sein&#8220;, Estland will Ende Juli nachziehen.</p> <div class=„netzpolitik-cta wrapper“> <p><a href=„https://netzpolitik.org/spenden“><img src=„https://cdn.netzpolitik.org/wp-upload/2017/12/jetztspenden12-1.jpg“ width=„900“ height=„300“/></a>Wir finanzieren uns fast vollst&#228;ndig aus Spenden von Leserinnen und Lesern. Unterst&#252;tze <a href=„https://netzpolitik.org/2017/liebe-leserinnen-und-leser-investiert-in-freiheit/“>unsere Arbeit</a> mit einer <a href=„https://netzpolitik.org/spenden/“>Spende oder einem Dauerauftrag</a>.</p> </div> <h3>Italien macht nicht mit</h3> <p>Unter dem Stichwort &#8222;Interoperabilit&#228;t&#8220; will die EU ihre polizeilichen <a href=„https://netzpolitik.org/2017/ganz-schoen-kompliziert-die-europaeischen-datentoepfe/“>Datenbanken miteinander verkn&#252;pfen</a>. Als eines der Probleme gelten die unterschiedlichen Datenformate in den Mitgliedsstaaten. Europol hat deshalb das Projekt UMF 3 (Universal Message Format) gestartet, das Anfragen an nationale Polizeisysteme standardisieren soll. UMF ist ein <a href=„https://publications.europa.eu/en/publication-detail/-/publication/3b2cc49f-72bb-419f-8742-eb21cd15e35c/language-en“ data-versionurl=„http://web.archive.org/web/20180615131451/https://publications.europa.eu/en/publication-detail/-/publication/3b2cc49f-72bb-419f-8742-eb21cd15e35c/language-en“ data-versiondate=„2018-06-15T13:14:55+00:00“ data-amber-behavior=„“>systemunabh&#228;ngiger Standard</a> zur &#220;bermittlung von Informationen, der bereits <a href=„https://dipbt.bundestag.de/doc/btd/18/116/1811661.pdf“ data-versionurl=„http://web.archive.org/web/20180615120755/https://dipbt.bundestag.de/doc/btd/18/116/1811661.pdf“ data-versiondate=„2018-06-15T12:07:59+00:00“ data-amber-behavior=„“>zwischen den Agenturen Europol und Frontex genutzt wird</a>. Auch im Rahmen des dezentralen Pr&#252;m-Verfahrens zur Abfrage von Fingerabdr&#252;cken und DNA-Daten kann seit 2014 ein &#8222;UMF-konformes, mehrsprachiges, elektronisches Formular verwendet&#8220; werden.</p> <p>Die EU-weite Einf&#252;hrung von UMF 3 in der Version 1.1 erfolgt <a href=„http://data.consilium.europa.eu/doc/document/ST-5175-2016-REV-3/en/pdf“ data-versionurl=„http://web.archive.org/web/20180615132757/http://data.consilium.europa.eu/doc/document/ST-5175-2016-REV-3/en/pdf“ data-versiondate=„2018-06-15T13:28:03+00:00“ data-amber-behavior=„“>unter Leitung des deutschen BKA</a>. Die Kosten werden mit 1,6 Millionen Euro beziffert, wovon die Kommission 90 % &#252;bernimmt. Das Projekt endet am 31. Juli. Zum UMF-Projekt geh&#246;rt auch die Abfrage internationaler Datenbanken, darunter das Europol-Informationssystem. Diese Kommunikation mit den EU-Mitgliedstaaten wird im UMF-Projekt unter dem Namen &#8222;REST-Service&#8220; umgesetzt, bei Europol hei&#223;t das System allerdings QUEST. Das Verfahren nutzt das bereits vorhandene Kommunikationsnetzwerk SIENA, das eine verschl&#252;sselte Verbindung zwischen den nationalen Beh&#246;rden und Europol herstellt. <a href=„https://www.bundestag.de/presse/hib/2018_06/-/560272“ data-versionurl=„http://web.archive.org/web/20180615114306/https://www.bundestag.de/presse/hib/2018_06/-/560272“ data-versiondate=„2018-06-15T11:43:08+00:00“ data-amber-behavior=„“>Au&#223;er Italien</a> sind alle Mitgliedstaaten an SIENA angeschlossen.</p> <p>In einer n&#228;chsten Stufe k&#246;nnten dann weitere Teilnehmer das neue UMF-Datenformat bei der Kommunikation mit Europol nutzen. Zuerst m&#252;ssen jedoch in den zust&#228;ndigen Beh&#246;rden nationale Schnittstellen geschaffen werden. Insgesamt nehmen 17 Mitgliedstaaten sowie Norwegen an dem Pilotprojekt teil, die Schweiz gilt als Beobachterin. Auch die Kommission, Europol sowie weitere EU-Agenturen geh&#246;ren zu den Partnern. Die Grenzagentur Frontex und die internationale Polizeiorganisation Interpol sind ebenfalls an Bord.</p> <h3>Rasterfahndung vom Fraunhofer-Institut</h3> <p>Neben dem UMF-Projekt wird auch die Abfrage anderer EU-Informationssysteme standardisiert. Frankreich leitet das Projekt <a href=„https://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/004/1900484.pdf“ data-versionurl=„http://web.archive.org/web/20180615124757/https://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/004/1900484.pdf“ data-versiondate=„2018-06-15T12:48:01+00:00“ data-amber-behavior=„“>ADEP</a> (Automation of Data Exchange Process), das die gleichzeitige Abfrage mehrerer Datenbanken erlauben soll. Genutzt wird eine <a href=„http://data.consilium.europa.eu/doc/document/ST-15259-2017-INIT/en/pdf“ data-versionurl=„http://web.archive.org/web/20180615122758/http://data.consilium.europa.eu/doc/document/ST-15259-2017-INIT/en/pdf“ data-versiondate=„2018-06-15T12:28:00+00:00“ data-amber-behavior=„“>&#8222;German Universal Software&#8220;</a> (GUS) zum Abgleich anonymisierter bzw. pseudonymisierter Daten, die vom Fraunhofer-Institut f&#252;r offene Kommunikationssysteme (Fraunhofer FOKUS) entwickelt wurde. Zu den weiteren Teilnehmenden geh&#246;ren Europol, Finnland, Irland, Spanien sowie aus Deutschland das BKA. Noch in diesem Jahr sollen Tests zwischen mindestens drei Mitgliedstaaten beginnen. Aus Datenschutzgr&#252;nden soll diese Rasterfahndung anonymisiert erfolgen und lediglich feststellen, ob andernorts &#8222;Treffer&#8220; vorhanden sind. Berechtigte Beh&#246;rden k&#246;nnen die betreffende Datenbank dann abfragen oder hierf&#252;r einen Beschluss beantragen.</p> <p>Unter ungarischer Leitung stand das Projekt <a href=„http://www.statewatch.org/news/2017/oct/eu-council-pnr-hungary-10879-17.pdf“ data-versionurl=„http://web.archive.org/web/20180615123759/http://www.statewatch.org/news/2017/oct/eu-council-pnr-hungary-10879-17.pdf“ data-versiondate=„2018-06-15T12:38:04+00:00“ data-amber-behavior=„“>PNRDEP</a> (Passenger Name Record Data Exchange Pilot), mit dem die Mitgliedstaaten Austausch und Verarbeitung von Fluggastdaten verbessern wollten. Hierzu hatte die EU das Passagierdatensystem (PNR) beschlossen, das einen solchen Austausch <a href=„https://netzpolitik.org/2018/flugpassagierdaten-ab-heute-speichert-die-polizei-reisedaten-aller-auslandsfluege/“>ab dem 25. Mai diesen Jahres vorschreibt</a>. Fluggastdaten m&#252;ssen bei der polizeilichen Zentralstelle des jeweiligen Mitgliedstaates eingereicht werden.</p> <p>Schlie&#223;lich will Europol auch Informationen aus &#8222;offenen Quellen&#8220; in die polizeiliche Suche in Datenbanken einbinden. Hierzu startet die Agentur das Projekt IELEA (Information Exchange Platform for Law Enforcement Agencies), das bereits vorhandene Systeme der Mitgliedstaaten vernetzt. Vermutlich arbeitet Europol dabei mit <a href=„https://www.cornelia-ernst.de/2015/09/koordinierungsgruppen-zur-internetauswertung-bei-europol/“>&#8222;Internetauswertungsgruppen&#8220; aus Deutschland, Spanien oder Norwegen</a> zusammen, die an einer bereits an einer &#8222;Internetauswertungskoordinierungsgruppe&#8220; bei Europol mitarbeiten.</p> <div class=„vgwort“><img src=„https://ssl-vg03.met.vgwort.de/na/9c35a2f0b21c42548a95905036fe9475“ width=„1“ height=„1“ alt=„“/></div> </html>

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