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Hardware-Designtipps des Monats: Schutzschaltungen - Mikrocontroller.net

Originalartikel

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<html> <div class=„thumb tleft thumbinner c9“><a href=„https://www.mikrocontroller.net/attachment/352398/Prot1.png“ class=„image“ title=„“><img src=„https://www.mikrocontroller.net/attachment/352398/Prot1.png“ alt=„“ title=„“ class=„c8“/></a> </div> <p>Bei einem ernsthaften Produkt muss jede Leitung nach au&#223;en auf irgend eine Art gegen St&#246;rungen gesch&#252;tzt werden. Das ist nicht immer ganz einfach, daher folgen hier ein paar bew&#228;hrte Hinweise. Im n&#228;chsten Artikel wird es um EMV (Elektromagnetische Vertr&#228;glichkeit) gehen.</p> <p>Zun&#228;chst ist es wichtig herauszufinden bzw. festzulegen, gegen welche Art von St&#246;rungen (St&#246;rspannung, Anstiegszeit, Energiemenge, H&#228;ufigkeit und Dauer des Ereignisses, was darf im Fehlerfall passieren, &#8230; ) &#252;berhaupt gesch&#252;tzt werden soll.</p> <p>Prinzipiell unterscheidet man ESD (ElektroStatic Discarge), sehr schnelle Ereignisse mit vergleichsweise harmlosen Energiemengen, und EOS (Electrical OverStress). EOS Events k&#246;nnen dauerhaft anliegen (z.B. falsche oder verpolte Spannnungsversorgung, Kurzschluss gegen beliebiges Potenzial auf einer Sensorleitung, &#8230;) und verursachen oft erheblich mehr Aufwand.</p> <ul><li>Fast alle ICs haben einen integrierten ESD-Schutz nach dem HBM (Human Body Model) und/oder CDM (Charged Device Model). Dieser dient aber prinzipiell nur dazu, dass die Bauteile das Handling in der Produktion (unversorgt!) &#252;berstehen.</li> </ul><ul><li>Das Gesamtsystem (in Betrieb) muss wesentlich h&#228;rtere Pr&#252;fungen z.B. nach IEC 61000-4-2 mit ca. 6-fach h&#246;heren Energiemengen &#252;berstehen und ben&#246;tigt daher in der Regel zus&#228;tzliche Schutzelemente.</li> </ul><ul><li>ESD-Sch&#228;den sind kumulativ und f&#252;hren nur selten zu einem sofortigen Ausfall. Daher merkt man sie sehr oft nicht und glaubt, nicht betroffen zu sein.</li> </ul><ul><li>ESD-Events k&#246;nnen die Eigenschaften von (pr&#228;zisen) Bauteilen (Eingangswiderstand, Leckstr&#246;me) stark verschlechtern und betreffen nicht &#8222;nur&#8220; ICs.</li> </ul><ul><li>Eine der kritischsten Komponenten sind diskrete MOSFETs (sehr d&#252;nne und ungesch&#252;tzte Gateisolation). Also sehr gut aufpassen, vor allem bei der Montage und beim Messen.</li> </ul><ul><li>Gegen ESD helfen oft kleine Keramikkondensatoren direkt am Eingang der Schaltung. Diese sind, richtig platziert und sauber angebunden, ausreichend schnell und bilden einen kapazitiven Spannungsteiler mit der ESD-Kapazit&#228;t. Normale Kerkos werden diesen Stress aber, wenn &#252;berhaupt, nur ein paar mal aushalten (das mag f&#252;r einen offiziell geforderten Test schon ausreichen&#8230;). Daher gibt es f&#252;r diesen Fall extra konstruierte und spezifizierte ESD-Kerkos von Markenherstellern wie Kemet, AVX und Murata.</li> </ul><ul><li>Ein (zus&#228;tzlicher) Serienwiderstand hilft immer, aber auch hier gilt: Normale Bauteile k&#246;nnen durch ESD Events besch&#228;digt werden. Aber es gibt extra &#8222;Pulse Proof&#8220; Varianten.</li> </ul><ul><li>TVS (Suppressordiode, Transildiode) sind nicht f&#252;r dauerhafte &#220;berspannungen sondern f&#252;r kurze Spannungstransienten ausgelegt. Pulskapazit&#228;t beachten und evtl. vorher einen Leistungswiderstand &lt;10Ohm in Serie einbauen. Es gibt immer einen gewissen Leckstrom (&#181;A-Bereich) und eine parasit&#228;re Kapazit&#228;t (je gr&#246;&#223;er / &#8222;robuster&#8220; die TVS-Diode, desto mehr Kapazit&#228;t). Es gibt auch bidirektionale (symmetrische) TVS-Dioden. Zenerdioden alleine sind als Schutz gegen schnelle &#220;berspannungspulse zu langsam.</li> </ul><ul><li>Bei l&#228;nger andauernden EOS (Electrical OverStress) handelt es sich im Prinzip um ein thermisches Problem. Ein wichtiges Schutzelement sind daher (Schmelz)sicherungen, ersatzweise ein d&#252;nnes St&#252;ck Leiterbahn (sehr ungenau!) als Notsicherung. Aber Achtung: Sicherungen sch&#252;tzen Kabel, nicht Halbleiter (es gibt Ausnahmen).</li> </ul><ul><li>Gegen Verpolung helfen bew&#228;hrte Schaltungen wie eine Diode oder bei h&#246;heren Leistungen ein entsprechend geschalteter MOSFET. Sich nur auf einen Stecker als Verpolschutz verlassen untersch&#228;tzt die „Kreativit&#228;t“ des Anwenders.</li> </ul><ul><li>Da das auswechseln von Sicherungen beim Anwender nicht allzu beliebt ist, werden falls m&#246;glich gerne PTC-Sicherungen (r&#252;ckstellende Sicherung, erh&#228;ltlich unter verschiedenen Markennamen) eingesetzt. Diese haben prinzipbedingt stark umgebungstemperaturabh&#228;ngige Ausl&#246;sestr&#246;me und sind f&#252;r h&#246;here Temperaturen (&gt;85&#176;C) nicht geeignet. Die Anforderungen an die Platzierung (weg von Hitzequellen) darf nicht untersch&#228;tzt werden.</li> </ul><p>Betrachten wir abschlie&#223;end noch die Schaltung aus dem Titelbild. Es handelt sich um eine millionenfach bew&#228;hrte, sehr robuste Schutzschaltung gegen ESD und EOS f&#252;r relativ langsame analoge Signale aus billigen Bauteilen.</p> <p>R1 und C1 bilden die erste Schutzstufe gegen ESD und sollten so gro&#223; wie noch mit dem Signal vertr&#228;glich gew&#228;hlt werden. Als Minimalwerte sch&#252;tzen 150pF und 330Ohm Serienwiderstand gegen St&#246;rungen nach EN61000-4-2 und haben eine Grenzfrequenz von ca. 3MHz. Bei noch schnelleren Signalen sind eine nennenswerte kapazitive Belastung oder Serienwiderst&#228;nde nicht m&#246;glich und man braucht andere Schutzma&#223;nahmen wie etwa spezielle TVS-Dioden.</p> <p>R1 dient auch dazu, den Strom durch die Schutzdioden D1 bzw. D2 zu begrenzen und muss so dimensioniert sein, dass die Schutzdiode bei der maximal dauerhaft anliegenden Fehlspannung am Eingang nicht zerst&#246;rt wird. Die hierf&#252;r sehr oft eingesetzte BAV99 Doppeldiode vertr&#228;gt 200mA. Mit einem 150Ohm Widerstand k&#246;nnte man also theoretisch bis ca. 30V Fehlspannung sch&#252;tzen. Dabei w&#252;rden aber 6W Verlustleistung am Widerstand entstehen, was normalerweise nicht akzeptabel ist. Man wird daher in diesem Fall den Widerstandswert erh&#246;hen und eine Balance zwischen m&#246;glicherweise unerw&#252;nschter Tiefpassfilterwirkung und Verlustleistung finden m&#252;ssen. Sehr beliebte andere Dioden sind die BAV199 mit ihren deutlich geringeren Leckstr&#246;men oder Schottkydioden wie die BAT54. Leider ist deren Leckstrom viel h&#246;her als bei Siliziumdioden und zudem noch stark temperaturabh&#228;ngig. R2 begrenzt den Fehlerstrom in den Mikrocontroller oder ADC und bildet zusammen mit C2 einen weiteren Tiefpassfilter. Der Fehlerstrom im Worst-Case sollte dabei deutlich unter einem mA liegen, bei empfindlichen ICs kann aber auch das zu viel sein. C2 dient dar&#252;ber hinaus auch als Flywheelkondensator bei SAR-ADCs, aber dazu ein anderes mal mehr. Ein Nachteil dieser Schaltung ist der im Fehlerfall &#252;ber die Schutzdioden in die Spannungsversorgung injizierte Fehlerstrom. Der Spannungsregler muss damit zurechtkommen oder z.B. durch eine zus&#228;tzliche Zenerdiode unterst&#252;tzt werden. Alternativ kann man auch anstelle der Doppeldiode eine Zenerdiode einsetzen, um die Spannung zu begrenzen. Dabei ist nat&#252;rlich die Nichtidealit&#228;t der Zenerdiode zu ber&#252;cksichtigen.</p> <p>Nat&#252;rlich k&#246;nnen diese paar Punkte das Thema nicht vollst&#228;ndig betrachten, aber doch hoffentlich ein paar Anregungen geben, um beim n&#228;chsten mal ein sauberes Design zu erstellen.</p> </html>

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