Qgelm

Predictive Policing: Kommissar Computer macht bald hessenweit Jagd auf Einbrecher

Originalartikel

Backup

<html> <div class=„meldung_wrapper druckversion“>

          <!-- RSPEAK_STOP -->
  
      
          
      
      
  
  <!-- RSPEAK_STOP -->
  <figure class="aufmacherbild"><img src="https://1.f.ix.de/scale/geometry/695/q75/imgs/18/2/2/4/8/3/0/2/klb-operativ_visualisierung_auf_karte-76256f2bd9b7c692.jpeg"/><figcaption><p class="source">(Bild:&#160;hessen.de)</p>
          </figcaption></figure><!-- RSPEAK_START --><!-- RSPEAK_START --><p class="meldung_anrisstext"><strong>Einbr&#252;che verhindern, bevor sie geschehen: Eine moderne Analysesoftware soll den T&#228;tern das Handwerk legen. Ab Herbst setzt die hessische Polizei im ganzen Land auf Predictive Policing.</strong></p>
          <p>In der dunklen Jahreszeit gibt es pro Tag etwa 70 Einbr&#252;che in Hessens Ballungsgebieten. Die professionellen T&#228;ter kommen oft, wenn die meisten Menschen noch arbeiten, die Dunkelheit aber schon langsam herein bricht. "Nachts wird sehr selten eingebrochen, das ist die gro&#223;e Ausnahme", berichtet Kriminalhauptkommissar Daniel Anbau vom Landeskriminalamt (LKA) in Wiesbaden. Zwischen 14 und 17 Uhr seien Einbrecher meist unterwegs. Und denen wollen die Ermittler mit einer selbst entwickelten Prognose-Software noch besser das Handwerk legen.</p>

<ul class=„rtelist rtelist–unordered“><li><b>Predictive Policing: Die deutsche Polizei zwischen Cyber-CSI und Minority Report [1]</b></li></ul><h3 class=„subheading“>60.000 Einbr&#252;che analysiert</h3> <p>Ab Herbst diesen Jahres, zu Beginn der dunklen Jahreszeit, soll das neue Programm unter Federf&#252;hrung des LKA landesweit auf den Rechnern in den Dienststellen und auf den Smartphones der Beamten zum Einsatz kommen. „<b>KLB-operativ [2]</b>“, wie die Software intern mit Verweis auf das „Kriminalit&#228;tslagebild“ getauft wurde, war im Herbst 2015 erstmals in f&#252;nf Polizeidirektionen getestet und nun f&#252;r den hessenweiten Rollout f&#252;r gut befunden worden. Rund 60.000 Wohnungseinbr&#252;che der vergangenen Jahre wurden dabei auf Verhaltensmuster der T&#228;ter analysiert: Welches Werkzeug wird benutzt, zu welcher Uhrzeit finden die Einbr&#252;che statt, was wird bevorzugt gestohlen, in welchen Regionen sind die T&#228;ter &#252;berwiegend unterwegs? Mit diesen Daten wurde das System gef&#252;ttert und eine eigens daf&#252;r konzipierte App mit unterschiedlichen, speziell auf die Arbeit der ermittelnden Einsatzkr&#228;fte zugeschnittenen Filtern entwickelt.</p> <p>Das Prinzip funktioniert &#228;hnlich wie ein Kartendienst im Internet: Die Einbr&#252;che der vergangenen Tage werden auf der Hessenkarte in verschiedenen Farben als Punkte dargestellt, berichtet Kriminalhauptkommissar Anbau, der zum Entwickler-Team beim LKA geh&#246;rt. Diese Punkte erzeugen dann Risikogebiete, die nochmals farblich von rot nach gr&#252;n eingestuft werden. M&#246;glich ist auch, einen Kreis um den Tatort zu ziehen, um etwa Serienzusammenh&#228;nge oder m&#246;gliche Reisewege der T&#228;ter zu untersuchen.</p> <h3 class=„subheading“>Schnellere und effektivere Polizei-Eins&#228;tze</h3> <p>Anhand der verschiedenen Filter und einer Schlagwortsuche kann dann schnell ein scharfes Profil erarbeitet werden: War es ein Profi mit gezieltem Vorgehen oder etwa ein Drogenabh&#228;ngiger, der wahllos ohne Plan vorgegangen ist? Die Beamten vor Ort k&#246;nnen auch selbst Informationen in das System eingeben und so den Datenbestand sofort aktualisieren. Ausgewertet und gepflegt werden die Daten jeden Morgen von den LKA-Spezialisten. Das soll auch in Zukunft so bleiben.</p> <p>Ziel des Softwareeinsatzes ist es vor allem, schneller und effektiver die zust&#228;ndigen Streifen, aber auch die Bereitschaftspolizei einzusetzen. „Es werden k&#252;nftig nicht mehr Beamte im Einsatz sein wie ohne „KLB-operativ“. Personal soll nicht aufgestockt werden“, erkl&#228;rt Anbau, der mit seinen Kollegen in der LKA-Abteilung organisierte und schwere Kriminalit&#228;t angesiedelt ist. „Wir gehen aber nicht mehr mit der Gie&#223;kanne &#252;ber die Landkarte, sondern die Beamten werden gezielt dort eingesetzt, wo es auch n&#246;tig ist.“</p> <p>Hessen ist nicht allein mit einer solchen Herangehensweise unterwegs. Das Predictive Policing wird auch in anderen Bundesl&#228;ndern eingesetzt, unter anderem in Baden-W&#252;rttemberg. Dort begleitet das Max-Planck-Institut f&#252;r ausl&#228;ndisches und internationales Strafrecht in Freiburg die Testphase in Stuttgart und Freiburg.</p> <h3 class=„subheading“>„Kein Allheilmittel“</h3> <p>Hessen Landesvorsitzender der Polizei-Gewerkschaft GdP, Andreas Gr&#252;n, &#228;u&#223;ert sich positiv zum Einsatz der neuen Software. „Sie ist aber bestimmt kein Allheilmittel“, sagt der GdP-Chef. Au&#223;erdem m&#252;ssten auch ausreichend Beamte da sein, um letztlich auch gegen die Einbrecher zu ermitteln. An der personellen Ausstattung der hessischen Polizei mangele es aber weiterhin.</p> <p>„Die B&#252;rger wollen die Pr&#228;senz der Polizei auf der Stra&#223;e, gerade in der Fl&#228;che.“ Wegen der vielen Sondereins&#228;tze etwa beim G20-Gipfel in Hamburg oder bei Krawallen am Rande von Fu&#223;ballspielen r&#252;cke aber die Aufkl&#228;rungsarbeit der Alltagskriminalit&#228;t immer weiter nach hinten, erkl&#228;rte Gr&#252;n. „Wir k&#246;nnen unser Personal immer nur einmal einsetzen.“ Die Einsatzst&#228;rke von Hessens Polizei m&#252;sse deshalb weiter ausgebaut werden, fordert der Gewerkschafter.</p> <p>Innenminister Peter Beuth (CDU) verspricht sich derweil viel von dem selbstentwickelten Prognosetool: „Die Software kann ein wichtiger Aspekt werden, um k&#252;nftig polizeiliche Kontrollen und Fahndungen t&#228;terorientierter auszugestalten.“ Der Probelauf sei sehr erfolgversprechend.</p> <h3 class=„subheading“>Aufkl&#228;rungsrate 15 Prozent</h3> <p>Im Vorjahr war die Zahl der Wohnungseinbr&#252;che in Hessen um zehn Prozent auf 10.405 zur&#252;ckgegangen. Zuvor musste aber ein jahrelanger Anstieg verzeichnet werden. 2015 lag die bundesweite Zahl der aufgekl&#228;rten F&#228;lle bei gerade mal 15 Prozent. Hessen reagierte unter anderem mit st&#228;rkeren Kontrollen an den Autobahnen in den Ferien und der dunklen Jahreszeit, um organisierte Banden aus Osteuropa dingfest zu machen, sowie mit einer l&#228;nder&#252;bergreifenden Kooperation mit Bayern, Baden-W&#252;rttemberg und Rheinland-Pfalz.</p> <p>Ob die Prognose-Software nun ganzj&#228;hrig zum Einsatz kommt oder nur in der dunklen Jahreszeit, ist noch offen. Gepr&#252;ft wird, ob „KLB-operativ“ auch beim Kampf gegen andere Delikt-Gruppen wie Raub helfen kann, berichtet LKA-Mann Anbau. „Ich f&#252;rchte aber, dass wir eine so strukturierte Datenerfassung wie bei den Wohnungseinbruchsdelikten nicht hinbekommen werden.“<!– AUTHOR-DATA-MARKER-BEGIN –>

<!– RSPEAK_STOP –> (<b>anw [3]</b>) <br class=„clear“/><!– RSPEAK_START –><!– AUTHOR-DATA-MARKER-END –></p>

      </div><hr/><p class="size80">
          <strong>URL dieses Artikels:</strong><br/>
          https://www.heise.de/newsticker/meldung/Predictive-Policing-Kommissar-Computer-macht-bald-hessenweit-Jagd-auf-Einbrecher-3785542.html
      </p>
          <p class="size80">
              <strong>Links in diesem Artikel:</strong><br/>
                  &#160;&#160;[1]&#160;https://www.heise.de/newsticker/meldung/Predictive-Policing-Die-deutsche-Polizei-zwischen-Cyber-CSI-und-Minority-Report-3685873.html<br/>
                  &#160;&#160;[2]&#160;https://www.hessen.de/pressearchiv/pressemitteilung/innenminister-peter-beuth-stellt-prognose-software-klb-operativ-vor<br/>
                  &#160;&#160;[3]&#160;mailto:anw@ct.de<br/></p>

</html>

Cookies helfen bei der Bereitstellung von Inhalten. Diese Website verwendet Cookies. Mit der Nutzung der Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies auf Ihrem Computer gespeichert werden. Außerdem bestätigen Sie, dass Sie unsere Datenschutzerklärung gelesen und verstanden haben. Wenn Sie nicht einverstanden sind, verlassen Sie die Website.Weitere Information