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Agile Softwareentwicklung: Die vielen Hüte der Product Owner

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<html> <header class=„article-header“><h1 class=„articleheading“>Agile Softwareentwicklung: Die vielen H&#252;te der Product Owner</h1><div class=„publish-info“> Cornelia Seraphin</div></header><figure class=„aufmacherbild“><img src=„https://heise.cloudimg.io/width/700/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/1/2/2/3/2/7/shutterstock_1234118449-d66452ac27e08525.jpeg“ srcset=„https://heise.cloudimg.io/width/700/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/1/2/2/3/2/7/shutterstock_1234118449-d66452ac27e08525.jpeg 700w, https://heise.cloudimg.io/width/1050/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/1/2/2/3/2/7/shutterstock_1234118449-d66452ac27e08525.jpeg 1050w, https://heise.cloudimg.io/width/1500/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/1/2/2/3/2/7/shutterstock_1234118449-d66452ac27e08525.jpeg 1500w, https://heise.cloudimg.io/width/2300/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/1/2/2/3/2/7/shutterstock_1234118449-d66452ac27e08525.jpeg 2300w“ alt=„“ class=„img-responsive“ referrerpolicy=„no-referrer“ /><figcaption class=„akwa-caption“>(Bild:&#160;iChzigo/Shutterstock.com)</figcaption></figure><p><strong>Product Owner m&#252;ssen je nach Kontext verschiedene Aufgaben &#252;bernehmen. Die sechs Kernrollen lassen sich als H&#252;te darstellen &#8211; eine Vorstellung.</strong></p><p>Product Owner ist mehr als nur eine Rolle in Scrum. Je nach Kontext m&#252;ssen sie verschiedene Aufgaben aus unterschiedlichen Bereichen &#252;bernehmen. Als H&#252;te dargestellt ergeben sich sechs konkrete Aufgabengebiete f&#252;r Product Owner. Der Artikel stellt sie vor und gibt Tipps f&#252;r den Umgang damit.</p><p>Der <a href=„https://scrumguides.org/“ rel=„external noopener“ target=„_blank“><strong>Scrum Guide [1]</strong></a> liefert auf seinen rund 13 Seiten nur wenige Aussagen zu den T&#228;tigkeiten eines Product Owners (die Seitenzahl variiert je nach Sprache). Um das volle Potenzial dieser in Scrum essenziellen Rolle zu entfalten, sollten deshalb alle Beteiligten die Aufgaben und Verantwortlichkeiten von Product Ownern kennen und auf geeignete Weise in ihre jeweilige Projekt- und Organisationsstruktur integrieren. Um dabei nicht den &#220;berblick &#252;ber die vielf&#228;ltigen Aufgaben zu verlieren, hilft es, sich die Product Owner mit unterschiedlichen H&#252;ten vorzustellen.</p><h3 class=„subheading“ id=„nav_hut_des0“>Hut des Produktmanagers</h3><p>Als Produktmanager &#252;bernehmen Product Owner die inhaltliche und wirtschaftliche Verantwortung f&#252;r das Produkt. Sie sind Vision&#228;re und Wertsteigerer, gleichzeitig m&#252;ssen sie den Erfolg des Produkts sicherstellen.</p><figure class=„a-u-inline-left a-inline-image a-u-inline“><div></div></figure><p>Inhaltliche Verantwortung bedeutet: Sie sorgen daf&#252;r, dass das passende Produkt f&#252;r ihre Kunden entwickelt wird. Um das zu bewerkstelligen, m&#252;ssen sich Product Owner sehr gut in ihrer Dom&#228;ne und im Markt auskennen und sollten die aktuellen Trends und ihre Mitbewerber kennen. Die Analyse des Marktes und der Kundenzufriedenheit ist eine durchg&#228;ngige T&#228;tigkeit w&#228;hrend der gesamten Produktentwicklung.</p><header class=„a-boxheader“ data-collapse-trigger=„“>Product Owner: Definition aus dem Scrum Guide</header><div class=„a-boxtarget a-boxcontent a-inline-textboxcontent a-inline-textboxcontent-container“ data-collapse-target=„“><p>„The Product Owner is accountable for maximizing the value of the product resulting from the work of the Scrum Team. How this is done may vary widely across organizations, Scrum Teams, and individuals.“</p><p>&#8211; Scrum Guide, November 2020</p></div><p>Product Owner entwickeln und kommunizieren das Produktziel. Damit es in den f&#252;r den jeweiligen Kontext richtigen Schritten umgesetzt wird, erstellen Product Owner eine Roadmap f&#252;r die Produktentwicklung. Davon leiten sie Release-Pl&#228;ne bis hin zu den Sprint-Zielen ab &#8211; jedes Release soll schlie&#223;lich einen Mehrwert f&#252;r die Kunden schaffen. Je k&#252;rzer die Release-Zyklen ausfallen, desto schneller erhalten Product Owner die R&#252;ckmeldung der Kunden dar&#252;ber, ob das Scrum-Team bei der Produktentwicklung den richtigen Weg eingeschlagen hat.</p><p>Gleichzeitig m&#252;ssen Product Owner bei ihrer Release-Planung beachten, wie aufwendig es f&#252;r ihre Kunden ist, ein neues Release einzusetzen. Sollte es nicht den erhofften Kundennutzen liefern, oder falls sich die Bed&#252;rfnisse beziehungsweise die Rahmenbedingungen &#228;ndern, passen Product Owner ihre urspr&#252;ngliche Planung kurzfristig an, pr&#252;fen wiederum diesen neu eingeschlagenen Weg und geben so den optimalen Fahrplan f&#252;r die Produktentwicklung vor. Schritt f&#252;r Schritt entsteht also genau das Produkt, das die Kunden wirklich wollen und brauchen.</p><p>Product Owner sind obendrein f&#252;r das Marketing ihres Produkts verantwortlich. Sie verbreiten ihr Produktziel im Unternehmen und bringen zudem die Produktentwicklung mit den Unternehmenszielen in Einklang.</p><h5 id=„nav_wirtschaftliche1“>Wirtschaftliche Verantwortung f&#252;r das Produkt</h5><p>Mit ihrer wirtschaftlichen Verantwortung f&#252;r das Produkt m&#252;ssen sie daf&#252;r Sorge tragen, dass sich die Investition der Produktentwicklung f&#252;r ihr Unternehmen lohnt. Sie nutzen geeignete Kennzahlen zum Monitoring, um den Return on Investment (ROI) im Auge zu behalten und den Nutzen f&#252;r Kunden und Unternehmen sicherzustellen.</p><p>Es ist wichtig, dass Product Owner das Motto „Inspect and Adapt“ leben (&#220;berpr&#252;fen und Anpassen); und zwar vom Produktziel &#252;ber das Messen und Verfolgen des gelieferten Wertes mit jedem Release bis hin zur wiederholten Validierung des Produkts mit den Stakeholdern und dem Marktplatz.</p><h5 id=„nav_sich_bei_den2“>Sich bei den Aufgaben helfen lassen</h5><p>Product Owner d&#252;rfen sich bei ihren vielf&#228;ltigen Aufgaben helfen lassen und m&#252;ssen notwendige Analyset&#228;tigkeiten des Marktes und der Wettbewerber nicht selbst erledigen. Sie k&#246;nnen diese Arbeit an Mitarbeiter des Unternehmens delegieren, etwa an die Marketingabteilung, an andere Teammitglieder oder auch an externe Partner. Sie m&#252;ssen allerdings die Daten und aktuellen Trends kennen, um die bestm&#246;glichen Entscheidungen treffen zu k&#246;nnen. Au&#223;erdem sorgen sie daf&#252;r, dass sie ihr Wissen dar&#252;ber an das Scrum-Team weitergeben.</p><header class=„a-boxheader“ data-collapse-trigger=„“>Strategische Aktivit&#228;ten des Produktmanagements</header><div class=„a-boxtarget a-boxcontent a-inline-textboxcontent a-inline-textboxcontent-container“ data-collapse-target=„“><p>Viele der Aktivit&#228;ten des Produktmanagements sind nicht direkt mit Scrum verkn&#252;pft. Dennoch m&#252;ssen Product Owner diese Aktivit&#228;ten kennen und in ihrer Arbeit als Produktmanager und „Value Maximizer“ ber&#252;cksichtigen.</p><p><strong>Strategische Aktivit&#228;ten f&#252;r das Produktmanagement</strong>:</p><ul class=„boxtitel“><li>Industrie und Wettbewerber analysieren</li><li>Return on Investment maximieren</li><li>Machbarkeitsprognose erstellen</li><li>Produktstrategie entwickeln</li><li>Releases planen</li></ul><ul class=„boxtitel“><li>Kunden und ihre Bed&#252;rfnisse identifizieren</li><li>Fahrplan f&#252;r die Produktentwicklung erstellen</li><li>Ergebnisse &#252;berwachen</li><li>Externe Kommunikation erstellen</li></ul><ul class=„boxtitel“><li>Produkt weiterentwickeln</li><li>Releases einf&#252;hren</li><li>Business Case erstellen</li><li>Produktanforderungen identifizieren</li><li>Markteinf&#252;hrung des Produkts</li></ul><ul class=„boxtitel“><li>Strategie zur Kundenbindung entwickeln</li><li>Funktionalit&#228;ten f&#252;r das Produkt definieren</li><li>Produktlebenszyklus managen</li><li>Produkt einstellen</li><li>Marketing und Branding</li></ul></div><h3 class=„subheading“ id=„nav_hut_des3“>Hut des Requirements Engineers</h3><p>Als Requirements Engineer stellen Product Owner sicher, dass das Produkt die Anforderungen und Erwartungen aller Stakeholder befriedigt. Sie verantworten, dass die Anforderungen im Product Backlog beschrieben, verstanden sowie sortiert sind und dass das Backlog f&#252;r jeden Stakeholder zug&#228;nglich ist.</p><figure class=„a-u-inline-left a-inline-image a-u-inline“><div></div></figure><p>Ein gutes Produkt l&#228;sst sich nur entwickeln, wenn Product Owner die W&#252;nsche und Bed&#252;rfnisse der Kunden und aller anderen Stakeholder kennen. Diese Stakeholder gilt es entsprechend zu identifizieren und w&#228;hrend der gesamten Produktentwicklung aktiv zu betreuen. Mittels Methoden des Requirements Engineering ermitteln, kl&#228;ren und priorisieren sie die sich ergebenden Anforderungen s&#228;mtlicher Stakeholder an das Produkt. Das bedeutet auch, dass sie mit zuweilen widerspr&#252;chlichen Anforderungen und Bed&#252;rfnissen konfrontiert sind. Zu den Sprint Reviews laden sie die geeigneten Stakeholder ein, um Feedback einzuholen und die weitere Produktentwicklung in eine angemessene Richtung zu steuern.</p><p>Die konkreten Anforderungen &#8211; detaillierte ebenso wie grobe Ideen und lose Hypothesen &#8211; erfassen Product Owner im Product Backlog. Das Backlog sortieren sie anhand des Business Values, des Risikos sowie anhand der Abh&#228;ngigkeiten zwischen den Product Backlog Items (PBI). Auch die Sch&#228;tzgr&#246;&#223;e und somit die Kosten f&#252;r die Umsetzung einer Anforderung flie&#223;t in die Sortierung mit ein. Product Owner verantworten auch, dass die PBIs in angemessener Detailtiefe beschrieben sind und die Developer die Items verstehen. So stellen Product Owner sicher, dass Developer die Items im bevorstehenden Sprint auch tats&#228;chlich umsetzen k&#246;nnen.</p><header class=„a-boxheader“ data-collapse-trigger=„“>Definition of Done</header><div class=„a-boxtarget a-boxcontent a-inline-textboxcontent a-inline-textboxcontent-container“ data-collapse-target=„“><p>Die Definition of Done ist ein Artefakt aus dem Scrum Guide. Product Owner und die Developer erstellen sie gemeinsam. Sie enth&#228;lt alle Qualit&#228;tskriterien, die ein Product Backlog Item (PBI) erf&#252;llen muss, um als fertig umgesetzt zu gelten und in das aktuelle Produktinkrement integriert werden zu k&#246;nnen.</p><p>Scrum Guide: „The Definition of Done is a formal description of the state of the Increment when it meets the quality measures required for the product. [&#8230;] The Definition of Done creates transparency by providing everyone a shared understanding of what work was completed as part of the Increment.“</p></div><p>Die PBIs f&#252;r die n&#228;chsten zwei Sprints sollten deshalb „Sprint-ready“ sein und alle Informationen enthalten, die f&#252;r die Implementierung notwendig sind, etwa Abnahmekriterien, Akzeptanztests oder UI-Entw&#252;rfe. Ferner d&#252;rfen die Items nur so gro&#223; sein, dass sie gemeinsam mit einigen anderen Items innerhalb eines Sprints entsprechend der Definition of Done umgesetzt werden k&#246;nnen. Dabei greifen Product Owner gegebenenfalls auf Techniken wie das Story Splitting zur&#252;ck, um zu gro&#223;e Items in kleinere zu zerlegen.</p><p>Anforderungen, die erst sp&#228;ter oder eventuell gar nicht umgesetzt werden, weil sich die Rahmenbedingungen ge&#228;ndert oder neue Erkenntnisse ergeben haben, werden im Backlog nur als Idee vorgemerkt. In die Ausarbeitung dieser Ideen stecken Product Owner dann aber keine Energie, getreu dem Motto einer „Just-in-time Specification“. Der Vorteil dieser Herangehensweise ist, dass sich unklare Anforderungen, Annahmen und Hypothesen zun&#228;chst anhand von echtem Kundenfeedback pr&#252;fen lassen, bevor Aufwand in die Spezifikation flie&#223;t.</p><header class=„a-boxheader“ data-collapse-trigger=„“>Lesen Sie auch</header><div class=„a-boxtarget a-boxcontent“ data-collapse-target=„“><article class=„a-article-teaser a-article-teaser–horizontal-layout article-teaser–articlebox a-u-no-margin-bottom a-theme“ data-cid=„0“><a class=„a-article-teaserlink“ href=„https://www.heise.de/news/Dritter-Product-Owner-Day-geplant-Referenten-koennen-sich-ab-sofort-bewerben-6072147.html“ name=„meldung.newsticker.inline.article-teaser.1“ title=„Dritter Product Owner Day geplant: Referenten k&#246;nnen sich ab sofort bewerben“><figure class=„a-article-teaserimage-container“><div><strong><img alt=„“ height=„658“ src=„https://static.wallabag.it/7862d1b7aff4c3b00f37212fefade4e0e2c4cf00/64656e6965643a646174613a696d6167652f7376672b786d6c2c253343737667253230786d6c6e733d27687474703a2f2f7777772e77332e6f72672f323030302f7376672725323077696474683d273639367078272532306865696768743d2733393170782725323076696577426f783d2730253230302532303639362532303339312725334525334372656374253230783d273027253230793d27302725323077696474683d27363936272532306865696768743d273339312725323066696c6c3d27253233663266326632272533452533432f726563742533452533432f737667253345/“ class=„c1“ width=„1172“ referrerpolicy=„no-referrer“ /></strong></div></figure><div class=„a-article-teasercontent-container“><header><h1 class=„a-article-teasertitle a-u-mb-1“><strong>Dritter Product Owner Day geplant: Referenten k&#246;nnen sich ab sofort bewerben</strong></h1></header></div>[2]</a></article></div><p>Product Owner sind wiederum auch f&#252;r alle Entscheidungen verantwortlich, die sich im Product Backlog widerspiegeln. Das Product Backlog ist die einzige Anforderungsquelle, alle Anforderungen sind in diesem zentralen Scrum-Artefakt enthalten. Ausschlie&#223;lich an ihr orientieren sich die Developer. Dabei sollten Product Owner auch stets pr&#252;fen, ob ihre Einsch&#228;tzung des Business Value der einzelnen PBIs noch passt. Daf&#252;r eignen sich die verschiedenen <a href=„https://www.scrum.org/resources/evidence-based-management“ rel=„external noopener“ target=„_blank“><strong>Metriken, die im Evidence Based Management beschrieben sind [3]</strong></a>.</p><p>Nicht alle PBIs wie User Stories m&#252;ssen Product Owner selbst schreiben. Sie k&#246;nnen sich von Mitgliedern des Entwicklungsteams oder von den Stakeholdern helfen lassen. Oft unterst&#252;tzen Business-Analysten den Product Owner[A1] [A2], die Stories zu schreiben, weil eine Person allein dies f&#252;r Produkte mit komplexer Fachlichkeit kaum bew&#228;ltigen kann. Die Helfer arbeiten sich in die Details der Story ein, der Product Owner beh&#228;lt den &#220;berblick. Aber die Entscheidungshoheit und die Priorisierung des Backlogs bleiben weiterhin die Aufgabe des Product Owners.</p><h3 class=„subheading“ id=„nav_hut_des4“>Hut des User-Experience-Experten</h3><p>Als Experten f&#252;r User Experience (UX) stellen Product Owner sicher, dass das Produkt die Bed&#252;rfnisse und W&#252;nsche seiner Anwenderinnen und Anwender befriedigt und ihnen einen Mehrwert bringt.</p><figure class=„a-u-inline-left a-inline-image a-u-inline“><div></div></figure><p>Damit das Produkt am Markt erfolgreich ist, muss es die Kundenbed&#252;rfnisse erf&#252;llen. Daher ist es als Product Owner essenziell, die W&#252;nsche und Bed&#252;rfnisse der Kunden, die das Produkt einsetzen, genau zu kennen. Entsprechend gilt es, die zuk&#252;nftigen Kunden und ihre Bed&#252;rfnisse zu identifizieren. Mittels UX-Methoden entwickeln Product Owner die notwendige Empathie f&#252;r ihre Kundinnen und Kunden, sodass sie stellvertretend f&#252;r sie sprechen k&#246;nnen. F&#252;r den weiteren Verlauf der Produktentwicklung erarbeiten die Product Owner unter anderem Personas und Customer Journey Maps, damit die Kundenbed&#252;rfnisse der wichtigsten Nutzergruppen f&#252;r alle Beteiligten permanent pr&#228;sent sind</p><p>In regelm&#228;&#223;igen Reviews und Usability Tests sammeln Product Owner das notwendige Feedback ein und lassen es in die Produktentwicklung einflie&#223;en. Zum Nachvollziehen der Kundenzufriedenheit setzen Product Owner geeignete Metriken ein und passen ihr Vorgehen gegebenenfalls an. Auch k&#246;nnen sie Elemente zur Kundeninteraktion direkt in das Produkt integrieren, etwa Feedback-M&#246;glichkeiten oder Monitoring-Mechanismen.</p><p>Dabei sind Product Owner aber nicht auf sich allein gestellt, sondern sie k&#246;nnen sich Hilfe von UX-Experten holen. Sinnvollerweise geh&#246;ren deshalb auch sie zu den cross-funktionalen, interdisziplin&#228;ren Scrum-Teams. Als Experten f&#252;r die User Experience unterst&#252;tzen sie dann nicht nur bei der Entwicklung von anwenderfreundlichen Bedienoberfl&#228;chen, Workflows und Styleguides, sondern helfen Product Ownern auch, die Kunden und ihre Bed&#252;rfnisse zu verstehen, sie w&#228;hrend der Entwicklung transparent zu halten und Feedback einzuholen.</p><h3 class=„subheading“ id=„nav_hut_des_leaders_5“>Hut des Leaders</h3><p>Als Leader geben Product Owner die Richtung der Produktentwicklung vor, inspirieren und motivieren das Scrum-Team, das Produktziel zu verwirklichen. Sie evaluieren und kommunizieren aktiv den Fortschritt der Produktentwicklung.</p><figure class=„a-u-inline-left a-inline-image a-u-inline“><div></div></figure><p>Damit ein Produkt erfolgreich entwickelt werden kann, brauchen Product Owner ein gut funktionierendes Team. Daher sind sie f&#252;r die Zusammenstellung des Teams selbst zust&#228;ndig. Au&#223;erdem tragen sie daf&#252;r Sorge, dass das Scrum-Team das Produktziel, das aktuelle Produkt, die Roadmap und die Kunden des Produkts kennt. Indem Product Owner das gesamte Scrum-Team einbeziehen, kann sich jedes Teammitglied als Teil von etwas Gr&#246;&#223;erem f&#252;hlen, kennt den Zweck und das Ziel seiner Aufgaben und wei&#223;, wohin die gemeinsame Reise gehen soll. Hierdurch kann jeder im eigenen Arbeitsbereich die besten Entscheidungen treffen, um das Produktziel Schritt f&#252;r Schritt umzusetzen. Das schafft ein motivierendes Arbeitsumfeld f&#252;r die Developer.</p><p>Product Owner behalten den Fortschritt der Produktentwicklung im Auge und kl&#228;ren ab, wie viel Arbeit f&#252;r das gesetzte Ziel noch zu leisten ist. Sie nehmen Reporting-Aufgaben wahr und informieren die Stakeholder wie auch das Management ihres Unternehmens &#252;ber den Status der Produktentwicklung.</p><header class=„a-boxheader“ data-collapse-trigger=„“>Agile Leader Day 2021: Konferenz und Workshops f&#252;r agile F&#252;hrungskr&#228;fte</header><div class=„a-boxtarget a-boxcontent a-inline-textboxcontent“ data-collapse-target=„“><figure class=„a-inline-textboximage-container“><img alt=„“ class=„float-center c2“ src=„https://heise.cloudimg.io/width/1254/q50.png-lossy-50.webp-lossy-50.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/1/2/2/3/2/7/Screenshot_2021-06-17_102919-370803c90c22ec03.jpg“ srcset=„https://heise.cloudimg.io/width/2508/q30.png-lossy-30.webp-lossy-30.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/1/2/2/3/2/7/Screenshot_2021-06-17_102919-370803c90c22ec03.jpg 2x“ referrerpolicy=„no-referrer“ /></figure><div class=„a-inline-textboxcontent-container“><p>Als Erweiterung der Product Owner Days richten <em>heise Developer</em> und <em>dpunkt.verlag</em> <a href=„https://ald.inside-agile.de/“ rel=„external noopener“ target=„_blank“><strong>am 24. Juni 2021 den ersten Agile Leader Day (online) [4]</strong></a> aus. Wer teilnimmt, erf&#228;hrt</p><ul class=„boxtitel“><li>wie man selbstorganisierte Teams im Gegensatz zu Einzelpersonen f&#252;hrt,</li><li>wie man Mitarbeiter beurteilt (wenn die Teamleistung im Vordergrund steht) und</li><li>in welcher Menge und Form es dann noch disziplinarisches F&#252;hren braucht.</li></ul><p>Zielgruppe sind die Leiterinnen und Leiter von Gruppen, Teams oder Abteilungen sowie erfahrene Scrum Master und Agile Coaches. Einzeln oder im Team k&#246;nnen sie rings um den Online-Konferenztag auch <a href=„https://ald.inside-agile.de/#workshops“ rel=„external noopener“ target=„_blank“><strong>in Workshops ihr Wissen praktisch vertiefen [5]</strong></a>.</p></div></div><h3 class=„subheading“ id=„nav_hut_des6“>Hut des Entscheiders</h3><p>Als Entscheider hat der Product Owner das Sagen &#252;ber alle Aspekte, die das Produkt und dessen Entwicklung betreffen &#8211; aus inhaltlicher wie aus wirtschaftlicher Sicht.</p><figure class=„a-u-inline-left a-inline-image a-u-inline“><div></div></figure><p>Product Owner sind f&#252;r das Produkt und dessen Erfolg verantwortlich. Damit sind sie auch diejenigen, die die Entscheidungen f&#252;r die Produktentwicklung treffen. Die gesamte Unternehmensorganisation sowie auch die Stakeholder m&#252;ssen hinter dem Product Owner stehen, ihm das Mandat geben, die inhaltlichen und wirtschaftlichen Entscheidungen zu treffen. Nur so k&#246;nnen Product Owner das volle Potenzial ihrer Rolle entfalten. Wenn Product Owner etwa wegen fehlender Budgetverantwortung nicht befugt sind, Entscheidungen zu treffen und zun&#228;chst Gremien wie Lenkungsaussch&#252;sse kontaktieren m&#252;ssen, ger&#228;t die gesamte Entwicklung des Produkts ins Stocken. Entsprechend sinkt wom&#246;glich die Effizienz der Developer, weil sie nicht am aktuellen Thema weiterarbeiten k&#246;nnen und somit die weitere Entwicklung blockiert ist.</p><h5 id=„nav_akzeptanzkriteri7“>Akzeptanzkriterien formulieren</h5><p>Auch wenn sich Stakeholder nicht einigen k&#246;nnen oder es mehrere Entwicklungsalternativen gibt, bestimmen Product Owner, was entwickelt wird und was nicht. &#220;ber Akzeptanzkriterien definieren sie, was sie bei der Umsetzung eines PBIs erwarten und was nicht. Den Developern geben sie Feedback &#252;ber die abgelieferte Arbeit und zeigen den Weg auf, der noch zu gehen ist. Sie evaluieren mit jeder Iteration die Produktentwicklung und entscheiden, ob das Produktinkrement ver&#246;ffentlicht wird.</p><p>Alle Entscheidungen eines Product Owners sind durch die Sortierung des Product Backlogs transparent. Die ganze Unternehmensorganisation muss diese Entscheidungen respektieren und darf nicht versuchen, Mitglieder des Scrum-Teams dazu zu bringen, an etwas anderem als dem Backlog zu arbeiten. Falls ein Stakeholder &#196;nderungen am Backlog w&#252;nscht, muss dieser den Product Owner &#252;berzeugen, weil er die Entscheidungshoheit &#252;ber das Product Backlog tr&#228;gt.</p><h3 class=„subheading“ id=„nav_hut_des8“>Hut des Teammitglieds</h3><p>Als Teil des Scrum Teams arbeiten Product Owner gemeinschaftlich mit den anderen Teammitgliedern daran, innerhalb der Sprints ein wertvolles Produktinkrement zu erarbeiten und gemeinsam kontinuierlich besser zu werden.</p><figure class=„a-u-inline-left a-inline-image a-u-inline“><div></div></figure><p>Um das zu erreichen, halten sich Product Owner an das Scrum-Framework, leben die Scrum-Werte und greifen auf das empirische Vorgehen zur&#252;ck, um neue Erkenntnisse in die Produktentwicklung einflie&#223;en zu lassen. Sie respektieren die Selbstorganisation (engl. self-management) der Developer und des gesamten Scrum Teams. Sie nutzen das Coaching und die Unterst&#252;tzung des Scrum Masters hinsichtlich Scrum, Product-Backlog-Techniken und der empirischen Produktentwicklung sowie seine Hilfe bei der Organisation von Scrum-Events. Product Owner helfen auch dabei, Hindernisse zu beseitigen &#8211; unabh&#228;ngig davon, ob sie das Scrum Team, die Organisation oder den Markt und die Kunden betreffen. Sie sehen sich nicht als Proxy zwischen Developern und Stakeholdern, sondern als „Matchmaker“. Ziel des Matchmakings ist es, dass die Developer mit den Stakeholdern effektiv zusammenarbeiten k&#246;nnen, um einerseits das Feedback und andererseits den Product Value zu maximieren.</p><p>Damit im Sprint ein wertsteigerndes Produkt entsteht, definieren die Product Owner im Sprint Planning gemeinsam mit den Developern das Sprintziel. Zu diesem Zeitpunkt stellen Product Owner sicher, dass das Scrum-Team das Sprintziel, das Produktziel sowie wichtige Informationen zur Produktentwicklung kennt. Sie sind daf&#252;r verantwortlich, dass den Developern ausreichend fertige PBIs bereitstehen, um das Sprint Backlog zu f&#252;llen und eine Vorhersage f&#252;r den Sprint abgeben zu k&#246;nnen. W&#228;hrend des Sprints kl&#228;ren sie gegebenenfalls aufkommende Fragen zu den PBIs und geben Feedback zu den bereits umgesetzten. Notfalls verhandeln sie den Scope (Funktionsumfang) neu oder akzeptieren Abstriche beim Sprint.</p><h5 id=„nav_sprint_review9“>Sprint Review mit den Stakeholdern</h5><p>Zur Sprint Review laden Product Owner die Stakeholder ein. Die Absicht dabei ist, konstruktives Feedback zur aktuellen Produktentwicklung zu erhalten und die n&#228;chsten Entwicklungsschritte aufzuzeigen. Der aktuelle Zustand und die Sortierung des Backlogs stehen w&#228;hrend des Sprint Reviews zur gemeinsamen Diskussion. Gemeinschaftlich &#252;berlegen das Scrum-Team und die Stakeholder auch, wie sich der Wert des Produkts zuk&#252;nftig f&#252;r Kunden und Unternehmen noch weiter steigern l&#228;sst. Dieses wertvolle Feedback lassen Product Owner schnellstm&#246;glich in das Product Backlog einflie&#223;en. Insbesondere Feedback und &#196;nderungen, die die Spitze des Backlogs betreffen, m&#252;ssen sie unverz&#252;glich und noch vor dem Beginn des n&#228;chsten Sprints einarbeiten.</p><p>In der Sprint-Retrospektive erarbeiten Product Owner gemeinsam mit den anderen Mitgliedern des Scrum Teams Ma&#223;nahmen, um sich als Team kontinuierlich zu verbessern. Sinnvollerweise planen sie in jeder Sprint-Retrospektive f&#252;r jede der Scrum-Rollen, also Scrum Master, Product Owner und Developer, eine konkrete Verbesserungsma&#223;nahme f&#252;r den n&#228;chsten Sprint ein. Hilfreiche Beispielfragen sind: „Funktioniert die Kommunikation im Team gut?“, „Ist der Product Owner ausreichend oft verf&#252;gbar?“, „Lassen sich die PBIs noch besser beschreiben?“ oder „Sind andere als die angewandten Methoden zielf&#252;hrender?“</p><p>An den Dailys m&#252;ssen Product Owner nicht teilnehmen. Sie bieten ihnen aber eine gute M&#246;glichkeit, sich &#252;ber den aktuellen Stand der Entwicklung und wom&#246;glich aufkommende Probleme oder Fragestellungen zu informieren. Hierdurch k&#246;nnen sie schnell Feedback geben und eingreifen, falls die Entwicklung eines PBIs in eine andere Richtung l&#228;uft als vorgesehen.</p><h5 id=„nav_sch&#228;tzen_und10“>Sch&#228;tzen und Verfeinern von Product Backlog Items</h5><p>In Refinement- und Estimation-Aktivit&#228;ten pr&#228;sentieren Product Owner neue PBIs und Erkenntnisse. Sie stellen damit sicher, dass alle Teammitglieder die bevorstehenden Aufgaben verstanden haben. Fragen und offene Punkte kl&#228;ren sie gemeinsam, damit das Team eine Gelegenheit f&#252;r R&#252;ckfragen hat. Durch die Diskussion finden die Developer geeignete L&#246;sungsideen und k&#246;nnen sinnvolle Aufwandsch&#228;tzungen abgeben. Gleichzeitig erhalten Product Owner Kenntnis &#252;ber Risiken oder Abh&#228;ngigkeiten, die sie in das Product Backlog einarbeiten m&#252;ssen. Eine grobe Sch&#228;tzung des gesamten Backlogs durch die Developer hilft Product Ownern au&#223;erdem bei der Releaseplanung.</p><p>Product Owner aktualisieren das Product Backlog zeitnah mit allen neuen Informationen und Erkenntnissen, sodass es jederzeit den aktuellen Wissens- und Planungsstand widerspiegelt. Hierdurch ist f&#252;r jedes Mitglied des Scrum Teams sowie f&#252;r die Stakeholder ersichtlich, wie die geplante Reise der Produktentwicklung aussieht und was als N&#228;chstes ansteht.</p><h3 class=„subheading“ id=„nav_product_owner11“>Product Owner tragen Verantwortung &#8211; m&#252;ssen aber nicht alles alleine stemmen</h3><header class=„a-boxheader“ data-collapse-trigger=„“>Santa Clause Rule: Team Spirit</header><div class=„a-boxtarget a-boxcontent a-inline-textboxcontent a-inline-textboxcontent-container“ data-collapse-target=„“><p>„Santa Clause Rule: No matter how busy Santa gets, he does not bring on other Santas. How does he cope?“</p><p>- Elves</p></div><p>Product Owner tragen die Verantwortung f&#252;r den Produkterfolg und haben zahlreiche damit verkn&#252;pfte Aufgaben zu bew&#228;ltigen. Je gr&#246;&#223;er und komplexer ein Produkt wird, desto h&#228;ufiger m&#252;ssen sich Product Owner helfen lassen, um den Blick auf das Wesentliche richten zu k&#246;nnen. Indem sie taktische T&#228;tigkeiten wie das Schreiben von User Stories oder Rechercheaufgaben delegieren, k&#246;nnen sie sich auf strategische Aspekte des Value-driven-Development konzentrieren. Damit kommen sie ihrer wichtigsten Aufgabe nach: den Product Value zu maximieren.</p><p>Der Auftrag des Product Owners bleibt es dabei immer, die Verantwortung f&#252;r das Produkt und dessen Erfolg zu &#252;bernehmen, die Richtung vorzugeben und die notwendigen Entscheidungen zu treffen. Aber je strategischer Product Owner unterwegs sind, desto st&#228;rker m&#252;ssen sie auch darauf achten, nicht die Tuchf&#252;hlung zum Scrum Team zu vernachl&#228;ssigen, sondern mit dem Team eng in Kontakt zu bleiben.</p><p><em>Dipl.-Ing. Cornelia Seraphin<br /></em> <em>arbeitet seit &#252;ber 15 Jahren im Software Engineering. Als Senior Business Consultant bei der msg leitet sie das Center of Competence Business Analysis, f&#252;hrt Anforderungsanalysen durch und begleitet Projekte als Product Owner. Ihr Wissen gibt sie unter anderem in Schulungen weiter, etwa in der zum Certified Professional Scrum Product Owner.</em></p><p>() </p><hr /><p><strong>URL dieses Artikels:</strong><br /><small><code>https://www.heise.de/-6072808</code></small></p><p><strong>Links in diesem Artikel:</strong><br /><small><code><strong>[1]</strong>&#160;https://scrumguides.org/</code></small><br /><small><code><strong>[2]</strong>&#160;https://www.heise.de/news/Dritter-Product-Owner-Day-geplant-Referenten-koennen-sich-ab-sofort-bewerben-6072147.html</code></small><br /><small><code><strong>[3]</strong>&#160;https://www.scrum.org/resources/evidence-based-management</code></small><br /><small><code><strong>[4]</strong>&#160;https://ald.inside-agile.de/</code></small><br /><small><code><strong>[5]</strong>&#160;https://ald.inside-agile.de/#workshops</code></small><br /><small><code><strong>[6]</strong>&#160;mailto:sih@ix.de</code></small><br /></p><p class=„printversioncopyright“><em>Copyright &#169; 2021 Heise Medien</em></p> </html>

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