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CCC ersteigert ungeschützte Biometrie-Datenbank des US-Militärs auf eBay

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<html> <header class=„article-header“><h1 class=„articleheading“>CCC ersteigert ungesch&#252;tzte Biometrie-Datenbank des US-Milit&#228;rs auf eBay</h1><div class=„publish-info“> Holger Bleich</div></header><figure class=„aufmacherbild“><img src=„https://heise.cloudimg.io/width/700/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/6/7/1/0/1/9/ccc-d7b0c1f3aa61fc2a.png“ srcset=„https://heise.cloudimg.io/width/700/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/6/7/1/0/1/9/ccc-d7b0c1f3aa61fc2a.png 700w, https://heise.cloudimg.io/width/1050/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/6/7/1/0/1/9/ccc-d7b0c1f3aa61fc2a.png 1050w, https://heise.cloudimg.io/width/1387/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/6/7/1/0/1/9/ccc-d7b0c1f3aa61fc2a.png 1387w“ alt=„“ class=„img-responsive“ referrerpolicy=„no-referrer“ /><figcaption class=„akwa-caption“>(Bild:&#160;Chaos Computer Club (CCC))</figcaption></figure><p><strong>Der CCC hat auf gebrauchten Ger&#228;ten des US-Milit&#228;rs eine ungesch&#252;tzte Biometrie-Datenbank mit Daten von mehr als 2600 Afghanen und Irakern entdeckt.</strong></p><p>Mitglieder des Chaos Computer Club (CCC) haben nachgewiesen, dass die Taliban mit von den NATO-Truppen zur&#252;ckgelassenen Ger&#228;ten Menschen identifizieren k&#246;nnten, die sie als ihre Feinde betrachten. Seit 2011 hatten das US-Milit&#228;r und seine Verb&#252;ndete massenhaft Menschen in Afghanistan biometrisch erfasst. Einige der dazu genutzten Ger&#228;te haben die NATO-Truppen beim hastigen Abzug im August 2021 zur&#252;ckgelassen, andere tauchen in eBay-Auktionen auf.</p><p>Sicherheitsforscher um den Hamburger Informatiker und CCC-Sprecher Matthias Marx haben im M&#228;rz 2022 <a href=„https://www.ccc.de/de/updates/2022/afghanistan-biometrie“ rel=„external noopener“ target=„_blank“><strong>offenbar problemlos mehrere dieser Biometrieger&#228;te bei H&#228;ndlern ersteigert [1]</strong></a>, die sich auf den Verkauf von Altbest&#228;nden des US-Milit&#228;rs spezialisiert haben, wie der CCC und <a href=„https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/nato-daten-bringen-afghanen-in-lebensgefahr,TQlTE1t“ rel=„external noopener“ target=„_blank“><strong>BR24 berichten [2]</strong></a>. Laut CCC handelt es sich um vier Ger&#228;te des Typs SEEK II (Secure Electronic Enrollment Kit) und zwei Ger&#228;te des Typs HIIDE 5 (Handheld Interagency Identity Detection Equipment).</p><h5 id=„nav_ungesch&#252;tzte0“>Ungesch&#252;tzte Biometriedaten</h5><p>Marx und seine Kollegen haben daraufhin die Ger&#228;te forensisch untersucht und fanden nach eigenen Angaben heraus, dass sie zur Identifikation von Personen genutzt wurden, unter anderem an Check-Points bei der Fahndung nach Gesuchten, oder zur Zugangskontrolle f&#252;r Ortskr&#228;fte. Aus technischer Sicht seien „die Untersuchungen der gebrauchten Ger&#228;te geradezu langweilig“ gewesen, betonte der CCC: S&#228;mtliche Datentr&#228;ger waren unverschl&#252;sselt. Als Zugangsschutz musste lediglich ein gut dokumentiertes Standardpasswort eingegeben werden. „Taliban k&#246;nnten diese Ger&#228;te sofort einsetzen“, sagte CCC-Sprecher Marx im BR-Interview. „Es gibt praktisch keine H&#252;rde.“</p><p>Was die CCC-Forscher auf den Ger&#228;ten entdeckten, ist brisant. So befanden sich darauf Namen und biometrische Daten zweier US-Milit&#228;rs, GPS-Koordinaten vergangener Einsatzorte sowie eine umfassende Biometrie-Datenbank mit Namen, Fingerabdr&#252;cken, Iris-Scans und Fotos von 2632 Personen. Das Ger&#228;t mit dieser Datenbank sei den ausgelesenen Informationen zufolge zuletzt Mitte 2012 irgendwo zwischen Kabul und Kandahar eingesetzt worden.</p><figure class=„a-inline-image a-u-inline“><div><img alt=„“ class=„legacy-img“ height=„463“ src=„https://heise.cloudimg.io/width/696/q85.png-lossy-85.webp-lossy-85.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/6/7/1/0/1/9/130717-M-YH552-901-74c7533cf27e3e8d.JPG“ srcset=„https://heise.cloudimg.io/width/336/q70.png-lossy-70.webp-lossy-70.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/6/7/1/0/1/9/130717-M-YH552-901-74c7533cf27e3e8d.JPG 336w, https://heise.cloudimg.io/width/1008/q70.png-lossy-70.webp-lossy-70.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/6/7/1/0/1/9/130717-M-YH552-901-74c7533cf27e3e8d.JPG 1008w, https://heise.cloudimg.io/width/1392/q70.png-lossy-70.webp-lossy-70.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/6/7/1/0/1/9/130717-M-YH552-901-74c7533cf27e3e8d.JPG 2x“ width=„696“ referrerpolicy=„no-referrer“ /></div><figcaption class=„a-caption“>Routine in Afghanistan 2013: Ein US-Marine-Soldat scannt die Iris eines Einwohners in der Provinz Helmand.(Bild:&#160;Cpl. Alejandro Pena, U.S. Marine Corps (Public Domain))</figcaption></figure><p>Laut BR werden manche der Personen in den Daten eindeutig als ehemalige Mitglieder der Polizei und des Milit&#228;rs ausgewiesen. Andere h&#228;tten Zugang zu westlichen Milit&#228;rst&#252;tzpunkten gehabt. „Mit solchen Daten k&#246;nnten die Taliban sehr leicht nachvollziehen, ob bestimmte Personen f&#252;r das Milit&#228;r gearbeitet haben“, so IT-Experte Marx im BR-Interview.</p><h5 id=„nav_kein_interesse1“>Kein Interesse an Aufkl&#228;rung</h5><p>Dem BR-Bericht zufolge fand sich in der Datenbank auch ein Eintrag, der von der Bundeswehr stammen k&#246;nnte. Er sei mit dem K&#252;rzel „GER“ versehen. Das Bundesverteidigungsministerium habe auf Anfrage mitgeteilt, dass keine Informationen zu dem Sachverhalt vorl&#228;gen. Von der Bundeswehr genutzte Ger&#228;te seien mit Missionsende an die Nato-Missionsf&#252;hrung zur&#252;ckgegeben worden.</p><p>Der CCC betont, er habe nach den Funden den Hersteller der SEEK-Ger&#228;te, Crossmatch Technologies, &#252;ber die Schwachstelle informiert. Insbesondere habe man die verantwortlichen Stellen von US-Verteidigungsministerium und Bundeswehr auch darauf hingewiesen, dass die gebrauchten Ger&#228;te einfach im Internet bestellt werden konnten. Das Datenleck schien jedoch niemanden zu k&#252;mmern: „Von der Bundeswehr erhielten wir eine Empfangsbest&#228;tigung, das Department of Defense verwies uns freundlich an den Hersteller, und der Hersteller unternahm nichts. Zweieinhalb Monate nach unserer Meldung konnten wir ein weiteres Biometrieger&#228;t online bestellen.“</p><p>Die Konsequenzen seien lebensbedrohlich f&#252;r die vielen Menschen in Afghanistan, die von US- und Bundesregierung hemmungslos im Stich gelassen wurden, erkl&#228;rte CCC-Sprecher Marx: „Uns ist unbegreiflich, dass es den Hersteller und die milit&#228;rischen ehemaligen Nutzer nicht k&#252;mmert, dass gebrauchte Ger&#228;te mit sensiblen Daten online verh&#246;kert werden.“</p><p>() </p><p><strong>URL dieses Artikels:</strong><small><code>https://www.heise.de/-7443324</code></small></p><p><strong>Links in diesem Artikel:</strong><small><code><strong>[1]</strong>&#160;https://www.ccc.de/de/updates/2022/afghanistan-biometrie</code></small><small><code><strong>[2]</strong>&#160;https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/nato-daten-bringen-afghanen-in-lebensgefahr,TQlTE1t</code></small><small><code><strong>[3]</strong>&#160;mailto:hob@ct.de</code></small></p><p class=„printversioncopyright“><em>Copyright &#169; 2022 Heise Medien</em></p> </html>

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