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Ein "wirklicher Christ" als Papst

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<html> <header class=„article-header“><p><a href=„https://www.telepolis.de/autoren/?autor=Peter+B%C3%BCrger“ title=„Weitere Artikel von Peter B&#252;rger“ rel=„author“>Peter B&#252;rger</a></p></header><p class=„lead beitraganriss“>Aus dem Konklave von 1958 ging als „Papa bueno“ Johannes XXIII. hervor. Heute w&#228;re eine solche Papstwahl angesichts der finanzstarken rechten Netzwerke nur noch als Wunder m&#246;glich</p><p>Wenn Peter Hertel mit seinem aktuellen <a href=„http://www.wir-sind-kirche.de/files/1895_HERTEL%20Guerilla%20und%20Panzer.pdf#page=1&amp;zoom=auto,0,849“ rel=„external noopener“ target=„_blank“>Dossier</a> &#252;ber die Zusammensetzung der papstwahlberechtigten Kardin&#228;le auch nur zur H&#228;lfte ins Schwarze trifft, darf man sich vom nun einberufenen Konklave Gutes nur mit einem unversch&#228;mten Wunderglauben erhoffen. &#220;ber 60 Purpurtr&#228;ger sollen der einst auch im <a href=„http://www.opusfrei.org/show.php?id=63“ rel=„external noopener“ target=„_blank“>Franco-Regime</a> gut vertretenen Geheimorganisation „Opus Dei“ (Werk Gottes) oder der mit dem <a href=„http://www.christundwelt.de/themen/detail/artikel/ein-herz-fuer-suender/“ rel=„external noopener“ target=„_blank“>Berlusconi-Sumpf</a> verbundenen Bewegung „Comunione e Liberazione“ (Gemeinschaft und Befreiung) nahestehen. An diesen beiden finanzst&#228;rksten Machtnetzwerken vorbei kann kein Papst gew&#228;hlt werden. Sie erg&#228;nzen sich wie „Panzer“ und „Guerilla“ der Rechten und h&#228;tten wohl am liebsten einen neuen machtbewussten „Bonifaz VIII.“, der als oberster Kleriker den von Natur aus feindseligen Laien endg&#252;ltig zeigt, wo es lang geht.</p><p>Die von Peter Hertel mit Sorge in Augenschein genommenen Kardin&#228;le sind samt und sonders von Johannes Paul II. und Benedikt XVI. ernannt worden. Diese beiden P&#228;pste haben den Machtnetzwerken des rechten Fl&#252;gels die T&#252;ren weit ge&#246;ffnet. Mit Blick auf diesen Umstand liest man eine Passage aus Joseph Ratzingers „Einf&#252;hrung in das Christentum“, an die sich dieser Tage der Schweizer Abt Martin Werlen <a href=„http://www.kipa-apic.ch/index.php?na=0,0,0,0,d&amp;ki=240537“ rel=„external noopener“ target=„_blank“>erinnert</a> hat, mit bitterem Beigeschmack:</p><blockquote class=„rtetextbox-blockquote“><p>Und so ist die Kirche f&#252;r viele heute zum Haupthindernis des Glaubens geworden. Sie verm&#246;gen nur noch das menschliche Machtstreben, das kleinliche Theater derer in ihr zu sehen, die mit ihrer Behauptung, das amtliche Christentum zu verwalten, dem wahren Geist des Christentums am meisten im Wege zu stehen scheinen.</p><div><cite>Joseph Ratzinger: Einf&#252;hrung in das Christentum (1968)</cite></div></blockquote><p>Die Geister, die Karol Wojtila und Joseph Ratzinger riefen, wird die Kirche so schnell nicht wieder los. Der Theologieprofessor Hermann H&#228;ring empfiehlt - freilich mit wenig Erfolg - einen m&#246;glichen Ausweg: <a href=„http://www.publik-forum.de/Religion-Kirchen/stoppt-die-papstwahl“ rel=„external noopener“ target=„_blank“>„Stoppt die Papstwahl!“</a> Eine nun von Opfern der systematischen kirchlichen Sexualgewalt erstellte <a href=„http://www.n-tv.de/panorama/Schwarze-Liste-belastet-Kardinaele-article10251406.html“ rel=„external noopener“ target=„_blank“>Schwarze Liste von Kardin&#228;len</a> scheint die Kirchenoberen ebenfalls nicht zu ber&#252;hren.</p><p>Zur aktuellen Situation bleiben aber noch ganz andere, offenbar auch in den Augen der h&#246;chsten Kirchenm&#228;nner h&#246;chst explosive Fragen offen (). Scheinbar beginnt gerade in diesem Moment die versuchte Inszenierung eines ganz „gew&#246;hnlichen Konklaves“ <a href=„http://www.tagesschau.de/ausland/vatileaks170.html“ rel=„external noopener“ target=„_blank“>zusammenzubrechen</a>. Schier unglaubliche <a href=„http://www.atheisten-info.at/downloads/fresh.pdf“ rel=„external noopener“ target=„_blank“>Behauptungen</a>, die eine potentielle Erpressbarkeit der obersten Kirchenleitung betreffen, sind bereits 2012 sogar im <a href=„http://www.youtube.com/watch?v=b1xb945z3xw“ rel=„external noopener“ target=„_blank“>Fernsehen</a> kundgetan worden.</p><p>Man wundert sich als Katholik, warum dazu nirgendwo ein kirchenamtliches Dementi nachzulesen ist. Denn in den entsprechenden &#196;u&#223;erungen des Theologen und (nach eigenen Angaben) zeitweiligen Lektors der P&#228;pstlichen Glaubenskongregation David Berger geht es nicht nur um psychologische Mutma&#223;ungen, sondern auch um angebliche Zeugenaussagen u.a. von Schweizer Gardisten, &#252;ber die die Journalistin Valeska von Roques verf&#252;gen soll. Solche Ungeheuerlichkeiten bleiben im Netz und n&#228;hren die Ger&#252;chtek&#252;che. Da h&#228;tte man 2012 doch erwarten k&#246;nnen, dass Rom einfach klarstellt: „Der Pontifex und seine engsten Mitarbeiter aus Vergangenheit und Gegenwart entsprechen den Standards, die sie selbst f&#252;r alle Kleriker des Erdkreises festgelegt haben.“</p><p>Hier nun m&#246;chte ich aber anl&#228;sslich des Konklaves unter R&#252;ckgriff auf fr&#252;here Arbeiten an ein historisches Kapitel erinnern: Am 9. Oktober 1958 starb nach einem fast zwanzigj&#228;hrigen Pontifikat Pius XII. Manche Leute halten diesen Papst, der zum Massenmord an den Juden kein einziges klar verst&#228;ndliches Wort gesagt hat, f&#252;r ein Monster ().</p><p>Das ist er nicht gewesen. Er war ein zerbrechlicher Mensch, aristokratisch, pflichtbewusst, aufopferungsbereit bis zum Letzten und voller Selbstzweifel. Pius trug keine richtigen Schuhe, sondern rote Pant&#246;ffelchen. Der Redakteur der Vatikanzeitung verharrte bei Niederschriften vor ihm in kniender Haltung. Geliebt wurde dieser autorit&#228;re Charakter - trotz seiner grandiosen Aura - nur selten. Die R&#246;mische Kirche ging ihm &#252;ber alles. Mit machtbewusster Diplomatie hat er diese Kirche, der restlos all seine Kr&#228;fte geh&#246;rten, in fragw&#252;rdigster Weise politisiert. Am Ende seines Lebens soll er sich eine Schallplattenaufnahme von Wagners „G&#246;tterd&#228;mmerung“ gew&#252;nscht haben.</p><p>Der Nachfolger von Pius XII. wurde - vielleicht doch nicht ganz so unerwartet wie manchmal dargestellt - Angelo Giuseppe Roncalli. Als Papst nannte dieser sich so: „Ich bin Johannes, euer <em>Bruder</em>.“ Johannes XXIII. stammte von kleinen Leuten ab. Als eigensinniger pastoraler Kirchendiplomat hatte er die Welt kennengelernt und war zuletzt Patriarch von Venedig gewesen. Er legte durchaus Wert auf seine akademische Bildung und h&#246;rte es gar nicht gerne, wenn die Zeitungen ihn als „&#220;bergangspapst“ abtaten. Ein herausragender Theologe im herk&#246;mmlichen Sinn war er aber nicht. Systematische Kritik an der r&#246;mischen Schultheologie war ihm auch als Papst fremd. Sein Unbehagen am Zustand der Kirche hatte mit seiner Lebensklugheit zu tun und war eher etwas Gef&#252;hltes.</p><p>Von der Art der Bibelfr&#246;mmigkeit dieses Papstes zeugt ein Gespr&#228;ch mit Alexej Adschubej, dem Schwiegersohn Chruschtschows: „Wir schauen einander in die Augen, und da sehen wir ein Licht. Heute ist der erste Sch&#246;pfungstag, der Tag des Lichts.“ Johannes tat, was Christen tun. Er besuchte Kranke, Strafgefangene und die armen Leute. Als Pastor von Rom sagte er einem M&#246;rder, dass Gott ihn liebt. Die Eltern bat er, zuhause ihre Kinder zu liebkosen, und alle sollten besonders die Weinenden und Niedergeschlagenen tr&#246;sten.</p><p>Er glaubte, das Konklave habe ihn zum Partner Gottes und zum Papa der ganzen Welt gemacht. Das glaubten &#252;berall auf der Erde auch unz&#228;hlige Menschen, selbst solche, die mit Gott oder dem Katholizismus nichts am Hut hatten. Er wurde „der gute Papst“ (Papa bueno) genannt. Er war ein mit Liebe beschenkter Mensch. Sonst gab es eigentlich nichts Besonderes an ihm.</p><p>Seine Offenheit fand in der Kurie wenig Anklang. Privatsekret&#228;r Loris Capovilla sollte Johannes XXIII. zu verstehen geben, dass es „politisch unklug sei, von universeller Liebe zu reden“. Bei der anschlie&#223;enden Ansprache in einer Vorortpfarrei sagte der Papst dann:</p><blockquote class=„rtetextbox-blockquote“><p>Heute ist mir zu Ohren gekommen, ich solle darauf achten, weniger offenherzig und mitteilsam zu sein [&#8230;]. Ich bringe euch nur dieses Evangelium. Wenn wir uns darin nicht widerspiegeln, dient unser Leben zu nichts.</p></blockquote><p>Vielleicht ist die Herkunftsheimat dieses charismatischen Oberhirten durchaus bedeutsam f&#252;r den mit ihm verbundenen Umbruch der Kirche gewesen. Als Angelo Giuseppe Roncalli am 4. November 1958 zum Papst gekr&#246;nt wurde, war sein Sch&#252;ler und Freund Bischof Giuseppe Battaglia aus der alten Heimat zugegen. Nachdem sich die beiden angeblickt hatten, fl&#252;sterte Papst Johannes XXIII. dem neben ihm stehenden Kardinalsdiakon zu: „Dieser da ist nicht hier, um zu rufen: Es lebe der Papst!, sondern: Es lebe Bergamo!“ Der „gute Papst“ mochte es sp&#228;ter allerdings gar nicht, wenn lokalpatriotische Pilger aus seiner Heimat allzu laut „Bergamo, Bergamo!“ schrien. Sein Tadel: „Das ist doch ein wenig zu provinziell!“ F&#252;r ihn waren Heimat und Weite keine Gegens&#228;tze.</p><p>In jeder guten Biographie von Papst Johannes XXIII. kann man sich ein Bild davon machen, wie durchgreifend dessen Heimat Bergamo von der „katholischen Solidarit&#228;tsbewegung“ und vom Selbstbewusstsein einer Kirche der kleinen Leute gepr&#228;gt war. Anregungen f&#252;r die Pastoral in Bergamo kamen auch aus dem deutschen Sozialkatholizismus. Schon der Seminarist Roncalli notierte: „Einzig deshalb werde ich Priester, damit ich auf irgendeine Weise den armen Leuten Gutes tun kann.“</p><p>W&#228;hrend die alte Adelskirche sich noch lange in Vetternwirtschaft &#252;bte, stellte Angelo Roncalli sp&#228;ter unter Beweis, dass sein kleinb&#228;uerlicher Familiensinn nicht egozentriert war, sondern letztlich universell: „Die ganze Welt ist meine Familie.“ Sein wichtigster Lehrer war der fromme, gewerkschaftsfreundliche Bischof Radini-Tedeschi von Bergamo, der „Hauptstadt der sozialen Einrichtungen“. Dieser hatte ernste Konflikte mit dem System der Pius-P&#228;pste und wurde (wie sein Sekret&#228;r Roncalli) von Rom als sogenannter „Modernist“ verd&#228;chtigt.</p><p>Aus der Kindheit erinnerte sich Johannes XXIII. an einen Weg auf den Schultern seines Vaters Giovanni: „Das Geheimnis aller Dinge ist, sich von Gott tragen zu lassen.“ Treffend schreibt Christian Feldmann dazu: „Wer so schlicht und kraftvoll glaubt wie dieser lombardische Bauer, der braucht sich nicht hinter Z&#228;unen und Vorsichtsma&#223;nahmen und steifen Riten zu verschanzen &#8230;“ Weil er in seinem Herkommen eine Heimat kannte, konnte er als Kirchendiplomat in der gro&#223;en Welt angstfrei auf Entdeckungsreise gehen und &#252;berall auch die Heimat anderer sch&#228;tzen und lieben lernen. In einem Nachruf der „Daily Mail“ hie&#223; es sp&#228;ter: „Er ging in der Gegenwart Gottes, wie gew&#246;hnlich jemand durch die Stra&#223;en seiner Heimatstadt geht.“</p><p>Anders als sein Vorg&#228;nger Pius XII. bevorzugte Johannes XXIII. festes Schuhwerk. Zur (&#220;ber-)Lebenskunst der kleinen Leute geh&#246;rt, dass man mit seinen Beinen auf dem Boden bleibt. Darum besteht wenig Neigung zu schwerm&#252;tiger Religion oder zur schw&#228;rmerischen Unterwerfung unter rein geistige Gespinste (Schweres hat man ohnehin genug, und f&#252;r Schw&#228;rmereien fehlt die Mu&#223;e). So ist auch die Heiterkeit des Roncalli-Papstes nicht nur Gegenstand f&#252;r Anekdotensammlungen. Sie bezieht sich vielmehr auf etwas, das sich unter gl&#252;cklichen Bedingungen im Kleineleutemilieu entwickeln kann. Gegen Angstpredigt und Strenge der ultramontanen Volksmissionare hat sich der Katholizismus von unten immer eine gewisse Resistenz bewahrt: zugunsten der Freude am Leben. Das ist vielleicht ein Grund daf&#252;r, warum in den vielen alten „Bergamos“ Fundamentalismus und bigotter &#220;bereifer nie gut gedeihen konnten. Kleinbauern wissen: Wir d&#252;rfen uns nicht erheben &#252;ber das Lebendige. Es erfordert vielmehr unsere R&#252;cksichtnahme und Z&#228;rtlichkeit.</p><p>Papst Johannes hegte - wiederum vielleicht weniger pl&#246;tzlich als oft angenommen - einen Plan, der viele Nummern zu gro&#223; f&#252;r ihn war. Er k&#252;ndigte, selbst aufgeregt, am 25. Januar 1959 die Einberufung eines &#214;kumenischen Konzils an. Die Kurienkardin&#228;le gaben ihm kaum einen Anstandsapplaus und dachten dann sofort dar&#252;ber nach, wie man so einen Unfug verhindern k&#246;nne.</p><p>Zum 10. Oktober 1962 kamen trotzdem zweieinhalbtausend Bisch&#246;fe nach Rom, und die katholische Kirche konnte zum ersten Mal richtig sehen, dass sie Weltkirche war. Johannes hatte kein ausgearbeitetes Konzept und erst recht kein fertiges Ziel vor Augen. Die Kurie hatte alles vorbereitet, das war so &#252;blich. Die Bisch&#246;fe sollten kommen, das Vorgelegte beraten und dann m&#246;glichst bald wieder zu ihren Sch&#228;fchen nach Hause fahren.</p><p>Die Bisch&#246;fe dachten aber gar nicht daran, die Sache so anzugehen. Einige von ihnen durchkreuzten mit Schl&#228;ue die von der Kurie schon festgelegten Kommissionsbesetzungen. Es gab tosenden Beifall, und dann wussten alle: „Das wird wirklich ein Konzil!“ Papst Johannes war gespannt, was das werden w&#252;rde. Er wollte dem Heiligen Geist durchaus nicht ins Handwerk pfuschen.</p><p>Die p&#228;pstliche Er&#246;ffnungsrede „Heute freut sich die Mutter Kirche“ von 1962 enth&#228;lt eine nachdr&#252;ckliche Empfehlung zur Grundhaltung in der Konzilsaura. Die letzten Schritte bis zu seinem Stuhl geht Johannes XXIII. zu Fu&#223;. Er erteilt, unter der versteinerten Miene des ultrakonservativen Kardinals Ottaviani, allen eine Absage, die unverbesserlich an der alten Bunkermentalit&#228;t festhalten:</p><blockquote class=„rtetextbox-blockquote“><p>Sie sehen n&#228;mlich in der menschlichen Gesellschaft nur Niedergang und Unheil [&#8230;] Wir aber sind v&#246;llig anderer Meinung als diese Ungl&#252;ckspropheten.</p></blockquote><p>Das ist auch gesagt wider eine Paranoia, die &#252;berall nur Verrat und Zerfall wittert. Die Kirche, so Johannes, m&#252;sse auf dem Konzil einen <em>„Sprung nach vorw&#228;rts“</em> (un balzo) wagen und im „Heute“ ankommen. Er sieht sie beschenkt durch die Erwartungen der Christen der anderen Konfessionen und die Hochsch&#228;tzung, die ihr seitens der nicht christlichen Religionen entgegengebracht wird. Die Sprache der Verk&#252;ndigung ist f&#252;r ihn nichts Zeitloses: „Denn eines ist die Substanz der Glaubens&#252;berlieferung, etwas anderes die Formulierung, in der sie dargelegt wird.“ Die Vatikanverwaltung wird diese Redepassage nur mit eigenm&#228;chtigen Ver&#228;nderungen publizieren.</p><p>Schon Weihnachten 1962 hatte Johannes XXIII. den Kardin&#228;len seine Sehnsucht nach „neuer und kraftvoller Ausstrahlung des Evangeliums in der ganzen Welt“ offenbart. Eine Notiz vom 23.1.1963 enth&#228;lt die Warnung vor einer kirchlichen Enge, die den leuchtenden Himmel betrachtet und die &#252;berkommene Wahrheit wie einen verborgenen Schatz h&#252;tet, aber vergisst, dass Gott auf die Erde herabgestiegen ist. &#220;berliefert ist auch folgende Leitlinie des Bauernsohnes auf dem Stuhl Petri: „Wir sind nicht auf Erden, um ein Museum zu h&#252;ten, sondern einen bl&#252;henden Garten zu pflegen.“</p><p>Bedeutsame Ergebnisse des II. Vatikanischen Konzils (1962-1965) fasst Norbert Arntz so zusammen:</p><blockquote class=„rtetextbox-blockquote“><p>Die zentrale Bedeutung der Bibel als befreiendes Wort des Gottes des Lebens; die R&#252;ckgewinnung des Verst&#228;ndnisses von der Kirche als einer Gemeinschaft von Gleichrangigen; die &#214;ffnung f&#252;r andere Kulturen und Religionen; eine neue geschwisterliche Beziehung zu den anderen Kirchen; der Entwurf einer Kirche der Armen.</p></blockquote><p>Die ma&#223;geblichen Konzilstheologen teilten nicht mehr die zwanghafte Vorstellung, „Offenbarung“ habe etwas mit dem Nachbeten von „wahren Lehrs&#228;tzen“ zu tun.</p><p>Angelo Giuseppe Roncalli geh&#246;rte zu den hohen Kirchenm&#228;nnern, die sich zur Zeit der Judenverfolgung im Innersten ersch&#252;ttern lie&#223;en und handelten. 20.000 Juden auf dem Balkan soll er vor dem Tod bewahrt haben. Arthur Herzberg von der „Jewish Agency“ berichtet so von der ersten Begegnung mit ihm:</p><blockquote class=„rtetextbox-blockquote“><p>&#220;berall h&#246;rten wir das Gleiche. Jeder sagte uns: „Wir k&#246;nnen nicht helfen!“ Mit einer Ausnahme. In Istanbul traf ich einen fetten kleinen Erzbischof namens Roncalli. Er war p&#228;pstlicher Nuntius in der T&#252;rkei. Als ich ihm erz&#228;hlte, was mit den Juden geschah, stand er auf, begann zu weinen, legte seine Arme um mich und fragte: „Rabbi, was kann ich tun, um zu helfen?“</p></blockquote><p>Der Nuntius wusste die M&#246;glichkeiten in der neutralen T&#252;rkei zu nutzen. Sp&#228;ter hatte er in Paris viele j&#252;dische Freunde. 1950 nannte er die Juden in einer Predigt <em>„S&#246;hne der Verhei&#223;ung“</em> und Abraham den „Patriarchen aller Gl&#228;ubigen“.</p><p>Am 28. Oktober 1958 wurde Roncalli zum Papst gew&#228;hlt. In seiner ersten p&#228;pstlichen Karfreitagsliturgie 1959 lie&#223; er das vorgeschriebene „perfidis“ (treulos) im Judengebet einfach weg. Im Folgejahr war das „perfide“ f&#252;r die ganze Weltkirche verboten. Als bei der Karfreitagsliturgie in Rom 1962 ein Kardinal die alte Wendung „pro perfidis Judaeis“ benutzte, wies er ihn mitten in der heiligen Handlung zurecht: „Wiederholen Sie die F&#252;rbitte - aber nach der neuen Form!“ (Erst 1965 entfielen auch die anderen Geh&#228;ssigkeiten des alten Karfreitagsgebetes: „Schleier auf ihren Herzen“, „Verblendung jenes Volkes“, „Finsternis“ der Juden).</p><p>Johannes XXIII. wollte die <a href=„http://friedensbilder.de/projudaeis/buerger-pro-judaeis2009.pdf“ rel=„external noopener“ target=„_blank“>Feindseligkeit der Kirche</a> gegen&#252;ber den Juden ein f&#252;r allemal beenden (der Shoa-&#220;berlebende Jules Isaac, den er am 13.6.1960 empfing, fand bei ihm diesbez&#252;glich mehr Geh&#246;r als 1949 bei Pius XII.). An dieser Stelle hat sich der Papst aus Bergamo ausnahmsweise mit Entschiedenheit in die Konzilstagesordnung eingemischt. Auf seinen Wunsch hin wurde ein eigenst&#228;ndiges „Decretum de Judaeis“ (Dekret &#252;ber die Juden) ausgearbeitet. Als der wunderbare Johannes Oesterreicher dazu den ersten Entwurf im Sekretariat f&#252;r die Einheit der Christen vorstellte, brach das Gremium - ein einmaliger Vorgang - in Applaus aus.</p><p>Am Ende - nach „schwerer Fahrt“ - blieb nur ein Abschnitt zum Judentum innerhalb der Erkl&#228;rung zu den nichtchristlichen Religionen (Nostra aetate) &#252;brig. Darin hat das II. Vatikanum das Verh&#228;ltnis von Christen und Juden grundlegend neu bedacht und zwar in einer geschwisterlichen Weise, die mit dem Motiv „Judenmission“ aus der veralteten Karfreitagsbitte unvereinbar ist. Der Dialog mit dem Judentum ist seitdem ein ma&#223;geblicher Lackmustest des Konzils.</p><p>Dass ausgerechnet ein Papst aus Deutschland 2008 wieder eine Karfreitagsf&#252;rbitte mit der w&#246;rtlichen &#220;berschrift <em>„F&#252;r die Bekehrung der Juden“</em> (im Rahmen der tridentischen Liturgie) eingef&#252;hrt hat, finden bis heute nicht nur hochkar&#228;tige Vertreter des Judentums erschreckend.</p><p>Johannes XXIII. war ein &#246;kumenischer Christ. Rom trug seiner Ansicht nach einen Gro&#223;teil der Schuld an der Trennung der Christenheit. Bei der Ank&#252;ndigung eines &#214;kumenischen Konzils 1959 sprach er „ausdr&#252;cklich auch eine Einladung 'an die Gl&#228;ubigen der getrennten Kirchen' aus, 'mit uns an diesem Festmahl der Gnade und der Br&#252;derlichkeit teilzunehmen'. Doch siehe da, in der sp&#228;ter publizierten offiziellen Fassung der Kurie war blo&#223; der Wunsch &#252;brig geblieben, die 'getrennten Gemeinschaften' &#8230; m&#246;chten 'uns folgen, mit gutem Willen, auch sie auf der Suche nach Einheit und Gnade'.“ (Christian Feldmann) Wieder einmal hatte die r&#246;mische Zensur beim unbequemen Papst zugeschlagen.</p><p>Nat&#252;rlich galt den Zensoren in erster Linie die Wendung „getrennte <em>Kirchen</em>“ als Skandal, denn f&#252;r sie gab es nur die <em>eine</em> wahre Kirche. Nichts desto trotz wird diese Wendung sp&#228;ter mehrfach in den Beschl&#252;ssen des Zweiten Vatikanischen Konzils einen Widerhall finden (Lumen Gentium; Dekret &#252;ber den &#214;kumenismus). Erst Joseph Ratzinger hat als oberster Glaubensh&#252;ter und sp&#228;ter auch als Papst den protestantischen Kirchen das „Kirchesein“ wieder abgestritten.</p><p>Noch auf dem Sterbebett sah Johannes XXIII. sein Liebessehnen nach Einheit durch die ausgebreiteten Arme Jesu bekr&#228;ftigt: „Schaut hin, diese offenen Arme sind das Programm meiner Amtszeit gewesen. Sie sagen, dass Christus f&#252;r alle starb, f&#252;r alle. Niemand ist ausgeschlossen von seiner Liebe, seiner Vergebung.“</p><p>Aber auch Atheisten und Linke waren vom Dialog aller „Menschen guten Willens“ nicht ausgenommen. Als Angelo Roncalli noch Bischofssekret&#228;r in Bergamo war, betrachtete die rechte Presse einen Unterst&#252;tzungsfond seines Mentors Bischof Tardini-Tedeschi nicht ohne Grund als „eine Weihe des Streiks, einen Segen f&#252;r eine offen sozialistische Sache“. Sp&#228;ter z&#228;hlte der Radikalsozialist &#201;douard Herriot, Pr&#228;sident der Academie Fran&#231;aise, zu Roncallis Freunden. Als Patriarch von Venedig unterhielt er gute Kontakte zum kommunistischen B&#252;rgermeister Battista Giaquinto und bedachte 1957 den Kongress der Sozialistischen Partei Italiens mit einem Gru&#223;wort. Bezogen auf die italienischen Christdemokraten bef&#252;rwortete er - ganz auf der Linie von Giovanni Montini, dem sp&#228;teren Paul VI. - eine &#214;ffnung nach links.</p><p>Mit diesem Konzilspapst endete die &#196;ra des wahnhaften Antikommunismus im Vatikan. Einmal bekannte er sogar: „Unter Atheisten oder Kommunisten f&#252;hle ich mich oft wohler als unter gewissen fanatischen Katholiken.“ Der kommunistische Bildhauer Giacomo Manz&#249; modellierte eine B&#252;ste von Johannes XXIII., was zur Freundschaft der beiden f&#252;hrte, und durfte an St. Peter die sieben Meter hohe „Pforte des Todes“ aus Bronze gestalten.</p><p>Der Papst aus den armen Leuten war auch ganz praktisch. Er erh&#246;hte im Vatikan die niedrigsten Geh&#228;lter und finanzierte dies kurzerhand durch Senkung der obersten Gehaltsklassen. Schon vier Wochen vor dem Konzil pr&#228;gte Johannes XXIII. in seiner Radioansprache vom 11. September 1962 das Leitwort von einer „Kirche der Armen“. Die Europ&#228;er nahmen das - abgesehen von Kardinal Giacomo Lercaro - kaum ernst, aber im Hintergrund unerm&#252;dlich regsame Bisch&#246;fe wie der Brasilianer <a href=„http://www.forum-weltkirche.de/de/artikel/14658.fuer-eine-dienende-und-arme-kirche.html“ rel=„external noopener“ target=„_blank“>Dom Helder Camara</a> umso mehr.</p><p>In den Beschl&#252;ssen des Konzils (Gaudium et spes) kommt die „Kirche der Armen“ zumindest ansatzweise zur Geltung: „Die vom Hunger heimgesuchten V&#246;lker fordern Rechenschaft von den reicheren V&#246;lkern.“ „Gott hat die Erde mit allem, was sie enth&#228;lt, zur Nutzung f&#252;r alle Menschen und V&#246;lker bestimmt […] Welche Eigentumsformen … es auch geben mag, immer muss auf diese Bestimmung der G&#252;ter geachtet werden.“</p><p>Der 2002 im Hauruck-Verfahren heiliggesprochene „Opus Dei“-Gr&#252;nder Josemaria Escriv&#225; aus dem geistigen Dunstfeld des Franco-Faschismus betrachtete Johannes XXIII. geringsch&#228;tzig als einen „Bauern mit K&#246;rpergeruch“. F&#252;r die meisten Menschen war Johannes XXIII. hingegen einfach der „Papst des Friedens“. Er sprach vom Krieg nicht als ein Theoretiker. Bereits als junger Rekrut in Bergamo schrieb Roncalli in sein Tagebuch: „Das Milit&#228;r ist eine Quelle, aus der F&#228;ulnis aufsteigt, um die St&#228;dte zu &#252;berschwemmen.“ Am 21. August 1914 stand er seinem v&#228;terlichen Lehrer Bischof Radini Tedeschi in der Sterbestunde bei. Mit seinen letzten Worten erg&#228;nzte der Bischof das Gebet des Sekret&#228;rs und gab diesem einen Lebensauftrag: „&#8230; und f&#252;r den Frieden, f&#252;r den Frieden.“</p><p>&#220;ber den Ersten Weltkrieg, in dem er als Sanit&#228;ter die zerfetzten und sterbenden Soldaten versorgte, urteilte Roncalli so: „Der gegenw&#228;rtige Krieg ist der Krieg des Reichen gegen den Armen, des Wohlgen&#228;hrten gegen den, der M&#252;he hat zu leben, des Kapitalisten gegen den Arbeiter, und umgekehrt.“ Als Papst wird er in seiner allerersten Enzyklika den Satz schreiben: „Zu viele Soldatenfriedh&#246;fe bedecken die Erde.“ Der franz&#246;sische Au&#223;enminister Robert Schuman bescheinigte nach dem Zweiten Weltkrieg dem Nuntius Roncalli: „Er ist der einzige Mann in Paris, in dessen Gesellschaft man die physische Empfindung von Frieden hat.“ Am Beginn des Roncalli-Pontifikates stand das Wort: „Das Wichtigste ist der Friede.“</p><p>Im Oktober 1962 f&#252;hrte die Kuba-Krise die Welt an den Rand eines Atomkrieges. Ein p&#228;pstlicher Friedensappell bot den beiden Superm&#228;chten die M&#246;glichkeit, &#246;ffentlich das Gesicht zu wahren und nachzugeben. Am 25. Oktober bat Johannes XXIII. die M&#228;chtigen &#252;ber eine Rundfunkansprache: „Mit der Hand auf dem Herzen m&#246;gen sie den Angstschrei h&#246;ren, der aus allen Teilen der Welt, von den unschuldigen Kindern bis zu den Alten &#8230; zum Himmel aufsteigt: Friede, Friede!“ Der Papst wurde weltweit als Botschafter des Friedens anerkannt. In seiner Ostpolitik folgte er nicht den Pius-P&#228;psten, sondern zog es vor, „mehr W&#228;rmespender als K&#228;ltetr&#228;ger zu sein“.</p><p>Als sein Verm&#228;chtnis betrachtete Johannes XXIII. die Enzyklika <a href=„http://www.vatican.va/holy_father/john_xxiii/encyclicals/documents/hf_j-xxiii_enc_11041963_pacem_ge.html“ rel=„external noopener“ target=„_blank“>„Pacem in terris“</a> (Frieden auf Erden), bei deren Erscheinen am 11. April 1963 er schon vom Tod gezeichnet war. Sie ist, wie Christian Feldmann betont, „als erste Enzyklika der Kirchengeschichte nicht nur an Bisch&#246;fe, Kleriker und Katholiken gerichtet, sondern ausdr&#252;cklich 'an alle Menschen guten Willens'.“ Nach dem Tod des Papstes tauften die Br&#252;der von Taiz&#233; ihre gr&#246;&#223;te Glocke „Pacem in terris“. Der j&#252;dische Musiker Darius Milhaud komponierte zur Einweihung des Pariser Rundfunkgeb&#228;udes eine Chorsinfonie zu „Pacem in terris“, die damit als die einzige vertonte Enzyklika in die Geschichte eingehen sollte.</p><p>In „Pacem in terris“ klagte Johannes XXIII. - beiden Superm&#228;chten nach der Kuba-Krise wenig vertrauend - &#252;ber die Folgen von Kernwaffenexperimenten und forderte generell, „dass Atomwaffen verboten werden“. Aus der „schrecklichen Zerst&#246;rungsgewalt der modernen Waffen“ schloss er:</p><blockquote class=„rtetextbox-blockquote“><p>Darum ist es in unserer Zeit, die sich des Besitzes der Atomkraft r&#252;hmt, Wahnsinn, den Krieg noch als das geeignete Mittel zur Wiederherstellung verletzter Rechte zu betrachten.</p></blockquote><p>Die Charta der Vereinten Nationen, welche zwischenstaatliche Gewalt &#252;berhaupt &#228;chtet, und die Allgemeine Erkl&#228;rung der Menschenrechte w&#252;rdigte Johannes XXIII. als herausragende „Zeichen der Zeit“. In „Pacem in terris“ stellte er klar, dass die zivilisatorische Errungenschaft des kodifizierten Menschen- und V&#246;lkerrechtes die Weltkirche zutiefst angeht: Alle Menschen sind gleichberechtigte Mitglieder der universalen Menschheitsfamilie (Nr. 25). Es darf „keine V&#246;lker mehr geben, die &#252;ber andere herrschen“ (Nr. 25). Alle Staaten sind gleichgestellt (Nr. 86). Kein &#220;berlegener hat das Recht, andere „irgendwie von sich abh&#228;ngig machen“ (Nr. 87; vgl. Nr. 124 und 125). Wer andere ungerecht bedr&#252;ckt, z&#228;hlt zu jenen Staatsgebilden, die mit Augustinus als „gro&#223;e R&#228;uberbanden“ zu bezeichnen sind (Nr. 92). Der „Einheit der menschlichen Schicksalsgemeinschaft“ entspricht das universale Gemeinwohl, „welches die gesamte Menschheitsfamilie angeht.“ (Nr. 132) Technologische Fortschritte k&#246;nnen „die Menschen der ganzen Erde zu immer gr&#246;&#223;erer Zusammenarbeit und innerer Verbundenheit“ f&#252;hren (Nr. 130; vgl. Gaudium et spes Nr. 23,1).</p><p>Aktueller geht es heute - im Zeitalter der globalen Kommunikationsgesellschaft - wirklich nicht mehr. Katholisch sind somit nicht Antimodernismus oder Fundamentalismus. Katholisch ist - ganz auf der H&#246;he der Zeit - der Blick auf das Ganze und den Kurs einer durch Kommunikation nahe zusammenger&#252;ckten Weltgesellschaft, welcher die ganze Menschenfamilie betrifft.</p><p>W&#228;hrend des Konzils 1962-1965 bereitete sich Johannes XXIII. insgeheim schon auf seinen Tod vor und verriet dann als Verm&#228;chtnis: „Nicht das Evangelium ist es, das sich ver&#228;ndert; nein, wir sind es, die gerade anfangen, es besser zu verstehen.“ Als er im Sterben lag, sagte ein r&#246;misches Zimmerm&#228;dchen zur Soziologin Hannah Arendt: „Gn&#228;dige Frau, dieser Papst war ein wirklicher Christ. Wie ist das m&#246;glich? Und wie konnte ein wirklicher Christ auf den Heiligen Stuhl zu sitzen kommen. &#8230; Hatte denn keiner eine Ahnung, wer er war?“</p><p>K&#246;nnte heute wieder ein „wirklicher Christ“ auf den Stuhl Petri gelangen? Der Theologe Origenes (ca. 185-254 n.Chr.) schreibt in seinem Buch „Contra Celsum“, herrschs&#252;chtige M&#228;nner w&#252;rden bei den Christen zu den &#196;mtern nicht zugelassen. Man zwinge vielmehr gerade jene ins Amt, die sich nirgendwo nach vorne dr&#228;ngen w&#252;rden. Auch in den Ansprachen des 1980 ermordeten und von unten heiliggesprochenen Bischofs San Oscar Arnulfo Romero findet man viele Anregungen, von welcher Gesinnung ein „wirklicher Christ“ als Papst sein m&#252;sste:</p><ul><li>„Ich dachte immer, dass ich das Evangelium kenne, aber jetzt [als Zuh&#246;rer beim Bibelgespr&#228;ch der Campesinos] lerne ich, es mit anderen Augen zu lesen.“</li><li>„Das Volk ist mein Prophet.“ „Ich muss darauf h&#246;ren, was der Heilige Geist durch sein Volk sagt.“ „Der Bischof muss viel von seinem Volk lernen.“</li><li>„Ich habe Gott kennen gelernt, weil ich mein Volk kennen gelernt habe.“</li><li>„Wenn sie [die rechtsextremistischen Handlanger der Reichen] uns vielleicht eines Tages das Radio genommen haben, [&#8230;] und sie uns nicht mehr reden lassen, wenn sie alle Priester und auch den Bischof get&#246;tet haben werden [&#8230;], dann wird jeder unter euch ein Botschafter und ein Prophet sein m&#252;ssen.“</li><li>„Wir k&#246;nnen nicht autorit&#228;r reden, sondern wir m&#252;ssen zum dialogischen Nachdenken im Licht des Evangeliums einladen.“</li></ul><p><a href=„https://www.telepolis.de/features/Ein-wirklicher-Christ-als-Papst-3398013.html?artikel_cid=&amp;row_id=1“ id=„s_1“ target=„_blank“>Literatur und Medien</a> (<em>Peter B&#252;rger</em>) </p> </html>

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