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FinFisher: Durchsuchung wegen Exports von Staatstrojanern

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<html> <header class=„article-header“><h1 class=„articleheading“>FinFisher: Durchsuchung wegen Exports von Staatstrojanern</h1><div class=„publish-info“> Eva-Maria Wei&#223;</div></header><figure class=„aufmacherbild“><img src=„https://heise.cloudimg.io/width/700/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/2/9/8/4/6/0/4/shutterstock_428294329-c2579cea14737278.jpeg“ srcset=„https://heise.cloudimg.io/width/700/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/2/9/8/4/6/0/4/shutterstock_428294329-c2579cea14737278.jpeg 700w, https://heise.cloudimg.io/width/1050/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/2/9/8/4/6/0/4/shutterstock_428294329-c2579cea14737278.jpeg 1050w, https://heise.cloudimg.io/width/1500/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/2/9/8/4/6/0/4/shutterstock_428294329-c2579cea14737278.jpeg 1500w, https://heise.cloudimg.io/width/2300/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/2/9/8/4/6/0/4/shutterstock_428294329-c2579cea14737278.jpeg 2300w“ alt=„FinFisher: Durchsuchung wegen Exports von Staatstrojanern“ class=„img-responsive“ referrerpolicy=„no-referrer“ /><figcaption class=„akwa-caption“>(Bild:&#160;kirill_makarov/Shutterstock.com)</figcaption></figure><p><strong>Die Staatsanwaltschaft M&#252;nchen hat mehrere Objekte von FinFisher durchsucht, auch im Ausland. Der Verdacht lautet auf illegalen Export von Sp&#228;hsoftware.</strong></p><p>Das M&#252;nchner Unternehmen FinFisher steht im Verdacht, Staatstrojaner exportiert zu haben. Da dieses Vorgehen rechtswidrig ist, hat die Gesellschaft f&#252;r Freiheitsrechte (GFF) mit weiteren Organisationen eine Strafanzeige gestellt. Nun hat die Staatsanwaltschaft mehrere Objekte der Firma durchsucht. Recherchen von NDR und BR zeigen zudem Verbindungen zu Unternehmen im Ausland.</p><p>„Die Durchsuchungen sind ein wichtiges Signal. Dem illegalen Export von Spionagesoftware muss dringend ein Riegel vorgeschoben werden. Deutsche Unternehmen d&#252;rfen sich nicht zu Handlangern repressiver Regime machen“, <a href=„https://freiheitsrechte.org/export-von-uberwachungssoftware/“ rel=„external noopener“ target=„_blank“><strong>schreibt dazu Sarah Lincoln, Juristin und Verfahrenskoordinatorin bei der GFF [1]</strong></a>. FinFisher stellt die &#220;berwachungssoftware FinSpy her. Diese darf das Unternehmen zwar innerhalb der EU weitergeben, seit 2015 jedoch nur nach Genehmigung in Nicht-EU-Staaten.</p><h3 class=„subheading“ id=„nav_keine0“>Keine Exportgenehmigung, aber Einsatz der Software</h3><p>Eine Exportgenehmigung der Bundesregierung soll es nicht geben. Trotzdem <a href=„https://www.heise.de/meldung/FinSpy-Deutsche-Ueberwachungssoftware-gegen-tuerkische-Opposition-eingesetzt-4049677.html“><strong>tauchte FinSpy 2017 auf einer t&#252;rkischen Webseite auf, um dort offensichtlich Oppositionelle auszusp&#228;hen [2]</strong></a>. In diesem Jahr <a href=„https://www.heise.de/news/Amnesty-International-entdeckt-unbekannte-FinSpy-Versionen-fuer-Linux-und-macOS-4916176.html“><strong>entdeckte Amnesty International, dass auch in &#196;gypten die Spionagesoftware eingesetzt wurde [3]</strong></a>: Bei der Untersuchung von Cyber-Angriffen auf Menschenrechtsorganisationen fand man bisher unbekannte Versionen von FinSpy f&#252;r Linux und macOS. Die <a href=„https://www.heise.de/meldung/FinFisher-Staatsanwaltschaft-ermittelt-wegen-mutmasslichem-Staatstrojaner-Export-4513838.html“><strong>Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen bereits 2019 wegen des mutma&#223;lichen Exports in die T&#252;rkei aufgenommen [4]</strong></a>, nachdem die GFF, Netzpolitik.org, Reporter ohne Grenzen und das European Center for Constitutional Rights und Human Rights Strafanzeige stellten.</p><header class=„a-boxheader“ data-collapse-trigger=„“>Lesen Sie auch</header><div class=„a-boxtarget a-boxcontent“ data-collapse-target=„“><article class=„a-article-teaser a-article-teaser–horizontal-layout article-teaser–articlebox a-u-no-margin-bottom a-theme“ data-cid=„0“><a class=„a-article-teaserlink“ href=„https://www.heise.de/news/Amnesty-International-entdeckt-unbekannte-FinSpy-Versionen-fuer-Linux-und-macOS-4916176.html“ name=„meldung.newsticker.inline.article-teaser.1“ title=„Amnesty entdeckt bislang unbekannte FinSpy-Spionagesoftware f&#252;r Linux und macOS“><figure class=„a-article-teaserimage-container“><div><strong><img alt=„Amnesty International entdeckt unbekannte FinSpy-Versionen f&#252;r Linux und macOS“ height=„1686“ src=„https://static.wallabag.it/7862d1b7aff4c3b00f37212fefade4e0e2c4cf00/64656e6965643a646174613a696d6167652f7376672b786d6c2c253343737667253230786d6c6e733d27687474703a2f2f7777772e77332e6f72672f323030302f7376672725323077696474683d273639367078272532306865696768743d2733393170782725323076696577426f783d2730253230302532303639362532303339312725334525334372656374253230783d273027253230793d27302725323077696474683d27363936272532306865696768743d273339312725323066696c6c3d27253233663266326632272533452533432f726563742533452533432f737667253345/“ class=„c1“ width=„3000“ referrerpolicy=„no-referrer“ /></strong></div></figure><div class=„a-article-teasercontent-container“><header><h1 class=„a-article-teasertitle a-u-mb-1“><strong>Amnesty entdeckt bislang unbekannte FinSpy-Spionagesoftware f&#252;r Linux und macOS</strong></h1></header></div>[5]</a></article></div><p>Die Durchsuchungen sollen zwischen dem 6. und 8.Oktober gelaufen sein, 15 Objekte haben Ermittler angeschaut &#8211; auch von zwei Gesch&#228;ftspartnern von FinFisher, sowie ein Partnerunternehmen in Rum&#228;nien. <a href=„https://www.presseportal.de/pm/6561/4733405“ rel=„external noopener“ target=„_blank“><strong>Wie NDR und BR berichten [6]</strong></a>, lautet der konkrete Vorwurf „Verdacht des Versto&#223;es gegen das Au&#223;enwirtschaftsgesetz gegen Gesch&#228;ftsf&#252;hrer und Mitarbeiter der FinFisher GmbH und mindestens zweier weiterer Firmen“. FinFisher soll sich auf Nachfrage nicht ge&#228;u&#223;ert haben. Bisher sei unklar, wie die Software ins Ausland exportiert wurde.</p><h3 class=„subheading“ id=„nav_firmennetzwerk1“>Firmennetzwerk von M&#252;nchen bis Malaysia</h3><p>Recherchen der &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten haben ergeben, dass es eine „Art Parallelstruktur im Ausland“ geben k&#246;nnte. Man habe Daten aus dem Handelsregister Malaysias entdeckt, die belegen, dass Stephan Oelkers, einer der Gesch&#228;ftsm&#228;nner von FinFisher, dort 2015 eine Firma mit dem Namen Raedarius M8 Limited gegr&#252;ndet hat. Der Gesch&#228;ftszweck: „L&#246;sungen im Bereich der Kommunikations- und Informationstechnologie“ sowie „Vertrieb und Verkauf“.</p><p>2019 soll dann die Regierung von Jair Bolsonaro aus Brasilien bei Raedarius M8 &#220;berwachungssoftware im Wert von 850.000 US-Dollar gekauft haben. Das ginge aus einer Aufstellung der brasilianischen Generalstaatsanwaltschaft hevor. Firmen-Datenbanken zeigten laut NDR und BR Spuren zu weiteren Raedarius-M8-Firmen in Bulgarien, Pakistan und Dubai.</p><h3 class=„subheading“ id=„nav_m&#252;nchener2“>M&#252;nchener Anwalt als Verwalter und Postadresse</h3><p>Oelkers starb 2016 in Indonesien, er soll einen Herzinfarkt erlegen sein. Die Raedarius-M8-Anteile geh&#246;ren laut Handelsregister zu einem Viertel einem FinSpy-Entwickler und werden von einem Anwalt aus M&#252;nchen verwaltet, dessen Kanzlei als Postadresse von FinFisher fungiert.</p><p>Reporter-ohne-Grenzen-Direktor Christian Mihr sagte NDR und BR, in der H&#228;lfte der F&#228;lle, bei denen sie eingriffen, werde Sp&#228;hsoftware gefunden. „Das hei&#223;t, dass Journalisten inhaftiert wurden, weil sie vorher &#252;berwacht wurden. Dass sie gefoltert wurden, weil sie identifizierbar wurden.“</p><p>() </p><hr /><p><strong>URL dieses Artikels:</strong><br /><small><code>https://www.heise.de/-4928217</code></small></p><p><strong>Links in diesem Artikel:</strong><br /><small><code><strong>[1]</strong>&#160;https://freiheitsrechte.org/export-von-uberwachungssoftware/</code></small><br /><small><code><strong>[2]</strong>&#160;https://www.heise.de/meldung/FinSpy-Deutsche-Ueberwachungssoftware-gegen-tuerkische-Opposition-eingesetzt-4049677.html</code></small><br /><small><code><strong>[3]</strong>&#160;https://www.heise.de/news/Amnesty-International-entdeckt-unbekannte-FinSpy-Versionen-fuer-Linux-und-macOS-4916176.html</code></small><br /><small><code><strong>[4]</strong>&#160;https://www.heise.de/meldung/FinFisher-Staatsanwaltschaft-ermittelt-wegen-mutmasslichem-Staatstrojaner-Export-4513838.html</code></small><br /><small><code><strong>[5]</strong>&#160;https://www.heise.de/news/Amnesty-International-entdeckt-unbekannte-FinSpy-Versionen-fuer-Linux-und-macOS-4916176.html</code></small><br /><small><code><strong>[6]</strong>&#160;https://www.presseportal.de/pm/6561/4733405</code></small><br /><small><code><strong>[7]</strong>&#160;mailto:emw@heise.de</code></small><br /></p><p class=„printversioncopyright“><em>Copyright &#169; 2020 Heise Medien</em></p> </html>

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