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Hockey-Stick-Kapitalismus der Emotionen: Wie kommen wir da wieder raus?

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<html> <header class=„article-header“><h1 class=„articleheading“>Hockey-Stick-Kapitalismus der Emotionen: Wie kommen wir da wieder raus?</h1><div class=„publish-info“> Stephan D&#246;rner</div></header><figure class=„aufmacherbild“><img src=„https://heise.cloudimg.io/width/700/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/6/6/9/7/9/3/Leben-722886f6916d535b.jpeg“ srcset=„https://heise.cloudimg.io/width/700/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/6/6/9/7/9/3/Leben-722886f6916d535b.jpeg 700w, https://heise.cloudimg.io/width/1050/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/6/6/9/7/9/3/Leben-722886f6916d535b.jpeg 1050w, https://heise.cloudimg.io/width/1500/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/6/6/9/7/9/3/Leben-722886f6916d535b.jpeg 1500w, https://heise.cloudimg.io/width/2300/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/6/6/9/7/9/3/Leben-722886f6916d535b.jpeg 2300w“ alt=„“ class=„img-responsive“ referrerpolicy=„no-referrer“ /><figcaption class=„akwa-caption“>(Bild:&#160;Jorm S / Shutterstock.com)</figcaption></figure><p><strong>Wer heute &#252;ber Futurismus spricht, dann meist mit der Ausrichtung „retro“. Dabei brauchen wir endlich wieder Visionen f&#252;r eine bessere Welt von morgen.</strong></p><p>Nicht nur in Kultur und Politik ist Nostalgie angesagt &#8211; auch f&#252;r Bereiche, in denen der Vergangenheitsbezug am wenigsten passt: Utopien und Visionen. Retrofuturismus nennt sich das Schwelgen in Erinnerung an eine bessere Zukunft. Und die &#196;sthetik eines Retrofuturismus aus den 60er bis 80er Jahren l&#228;sst sich &#252;berall beobachten.</p><p>Die Zukunft der Vergangenheit &#8211; also unsere Gegenwart &#8211; ist nicht so, wie es sich viele offenbar erhofft haben. Das ist auch nicht ungew&#246;hnlich, denn Zukunftsvisionen zeichnen sich auch dadurch aus, dass die meisten niemals eintreten. Jede Zeit neigt dazu, die aktuellen technischen Entwicklungen zu &#252;bertreiben und linear fortzuschreiben und kommt damit zu falschen Schl&#252;ssen.</p><div class=„a-boxtarget a-boxcontent a-inline-textboxcontent a-inline-textboxcontent–horizontal-layout“ data-collapse-target=„“><figure class=„a-inline-textboximage-container“><img alt=„“ src=„https://heise.cloudimg.io/width/5628/q50.png-lossy-50.webp-lossy-50.foil1/_www-heise-de_/imgs/71/3/6/6/9/7/7/0/_H8A8377__-a893830ad5223d01.jpg“ srcset=„https://heise.cloudimg.io/width/11256/q30.png-lossy-30.webp-lossy-30.foil1/_www-heise-de_/imgs/71/3/6/6/9/7/7/0/_H8A8377__-a893830ad5223d01.jpg 2x“ class=„c1“ referrerpolicy=„no-referrer“ /><figcaption class=„a-caption a-caption–textbox“>(Bild:&#160;Friederike Kalz (<a href=„https://t.co/zuIG69sma2“ rel=„external noopener“ target=„_blank“><strong>kalz-fotografie.de [1]</strong></a>))</figcaption></figure><div class=„a-inline-textboxcontent-container“><p class=„a-inline-textboxsynopsis“>Stephan D&#246;rner ist ehemaliger Online-Chefredakteur von t3n und inzwischen Gesch&#228;ftsf&#252;hrer und Kommunikationsberater bei der Kommunikationsberatung fph.</p><ul class=„a-u-list“><li><a class=„a-inline-textboxtext“ href=„https://www.fph.berlin/“ title=„fph“><strong>fph [2]</strong></a></li><li><a class=„a-inline-textboxtext“ href=„https://twitter.com/doener“ title=„Twitter“><strong>Twitter [3]</strong></a></li><li><a class=„a-inline-textboxtext“ href=„https://social.tchncs.de/@doener“ title=„Mastodon“><strong>Mastodon [4]</strong></a></li></ul></div></div><h3 class=„subheading“ id=„nav_warum_bill0“>Warum Bill Gates richtig lag</h3><p>Kurz nach dem Durchbruch der Dampfmaschine imaginierten Zeitgenossinnen und Zeitgenossen von einer Zukunft, in der der gesamte Alltag von Dampf angetrieben wird. Die Dampfmaschine war ohne Zweifel eine Z&#228;sur &#8211; das wurde kurz nach ihrem Durchbruch schon richtig erkannt. Ein Alltag, dominiert von allgegenw&#228;rtigen Dampfmaschinen, folgte dennoch nicht. Denn es kamen andere, bessere Technologien, die die industrialisierte Welt bis heute pr&#228;gen. Auch das in den 1960er Jahren erwartete <a href=„https://www.heise.de/hintergrund/Weltraumtourismus-2021-fliegen-mehr-Privatmenschen-ins-All-als-je-zuvor-6213198.html“><strong>„Space Age“, in der Weltraumfahrt [5]</strong></a> so allt&#228;glich werden sollte wie eine Reise nach Italien, trat nie ein.</p><p>Bei der digitalen Revolution ist es anders als bei Dampfmaschinen und Raumfahrt. Die Auswirkungen der Technologie in den meisten Zukunftsvisionen aus den 80ern und 90ern sind nicht &#252;bertrieben. Computer und das Internet haben nicht nur die Wirtschaft, sondern auch unseren Alltag tats&#228;chlich tiefgreifend ver&#228;ndert.</p><p>In diesem Fall war es mit einer gewissen technischen Expertise gar nicht so falsch, die Entwicklung fortzuschreiben und daraus eine Zukunft abzuleiten &#8211; soziale und gesellschaftliche Folgen ausgeklammert. <a href=„https://www.heise.de/select/tr/2023/1/2231416062350253282“><strong>Chips wurden schneller, billiger, kleiner; [6]</strong></a> Internet-Bandbreite wurde gr&#246;&#223;er, zunehmend mobil, nahezu &#252;berall verf&#252;gbar und f&#252;r immer mehr Menschen zug&#228;nglich.</p><p>Von dieser technischen Entwicklung ausgehend in der ersten Welle des Internets der 1990er so etwas wie Immobilienportale zu prognostizieren &#8211; wie es beispielsweise <a href=„https://www.heise.de/hintergrund/Sauberes-Stromnetz-in-den-USA-bis-2035-Sehr-laecherlich-laut-Bill-Gates-7314739.html“><strong>Bill Gates [7]</strong></a> in seinem 1995 erschienenen Buch <a href=„https://en.wikipedia.org/wiki/The_Road_Ahead_%28Gates_book%29“ rel=„external noopener“ target=„_blank“><strong>„The Road ahead“ [8]</strong></a> tat &#8211; war folgerichtig. Die gro&#223;e Kunst in dieser Zeit war nur aufs richtige Pferd zu setzen: Macht Amazon das Rennen oder eine der damals zahlreichen anderen Online-B&#252;cher-Plattformen? Wird Google sich mit seinem technisch neuen Ansatz gegen Schwergewichte wie Altavista und Yahoo durchsetzen? Wird Microsoft sein Desktop-Monopol in die mobile Welt retten k&#246;nnen oder ein anderer Player wie Apple und Google das Rennen machen, die ohne Ballast voll auf mobile Apps setzen?</p><h3 class=„subheading“ id=„navihr_habt_mir1“>„Ihr habt mir Mars-Kolonien versprochen, stattdessen bekam ich Facebook“</h3><figure class=„a-u-inline-right a-inline-image a-u-inline“><div><a class=„akwa-inline-imglink“ href=„http://files.technologyreview.com/magazine-archive/2012/MIT-Technology-Review-2012-11-sample.pdf“ rel=„external“ target=„_blank“ title=„US-Ausgabe von MIT Technology Review 11/2012“><strong><img alt=„“ class=„legacy-img“ height=„885“ src=„https://heise.cloudimg.io/width/696/q85.png-lossy-85.webp-lossy-85.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/6/6/9/7/9/3/US-TR_Buzz_Aldrin-609988fa68982227.png“ srcset=„https://heise.cloudimg.io/width/336/q70.png-lossy-70.webp-lossy-70.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/6/6/9/7/9/3/US-TR_Buzz_Aldrin-609988fa68982227.png 336w, https://heise.cloudimg.io/width/1008/q70.png-lossy-70.webp-lossy-70.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/6/6/9/7/9/3/US-TR_Buzz_Aldrin-609988fa68982227.png 1008w, https://heise.cloudimg.io/width/1392/q70.png-lossy-70.webp-lossy-70.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/6/6/9/7/9/3/US-TR_Buzz_Aldrin-609988fa68982227.png 2x“ width=„696“ referrerpolicy=„no-referrer“ /> [9]</strong></a></div></figure><p>Anders als von vielen Internet-Optimistinnen und -Optimisten der 1990er Jahre vorhergesagt, ist aber nach Auffassung vieler daraus keine dezentrale, demokratischere und bessere Welt entstanden. Das 1999 ver&#246;ffentlichte <a href=„https://de.wikipedia.org/wiki/Cluetrain-Manifest“ rel=„external noopener“ target=„_blank“><strong>Cluetrain-Manifest [10]</strong></a> versprach eine vom Internet gepr&#228;gte Welt, in der <a href=„https://www.cluetrain.com/auf-deutsch.html“ rel=„external noopener“ target=„_blank“><strong>Hyperlinks Hierarchien untergraben [11]</strong></a> und prophezeite menschliche Gemeinschaften mit Diskursen „aus menschlichen Gespr&#228;chen &#252;ber menschliche Anliegen“. Ein Blick auf Facebook oder Twitter heute reicht aus, um zur Feststellung zu kommen: Das war mindestens optimistisch, vielleicht sogar naiv.</p><p>Stattdessen folgte eine noch nie gekannte Machtkonzentration weniger, gro&#223;er Plattformen und eine tiefe Polarisierung der &#214;ffentlichkeit. Im Diskurs auf Plattformen wie Facebook und Twitter sind zivile Umgangsformen die Ausnahme. Auf einem bekannten Cover der US-Ausgabe von MIT Technology Review mit dem Gesicht des US-Astronauten Buzz Aldrin hei&#223;t es: <a href=„http://files.technologyreview.com/magazine-archive/2012/MIT-Technology-Review-2012-11-sample.pdf“ rel=„external noopener“ target=„_blank“><strong>„You promised me mars colonies. Instead I got Facebook“ [12]</strong></a> („Ihr habt mir Mars-Kolonien versprochen, stattdessen bekam ich Facebook“).</p><h3 class=„subheading“ id=„nav_in_der2“>In der Zukunftsk&#252;che ist etwas durcheinandergeraten</h3><p>Auch die Industrialisierung und andere technische Durchbr&#252;che haben sicher nicht nur gesellschaftlich positiv gewirkt. Aber nach sozialdemokratischer Wohlfahrtsstaatsm&#228;&#223;igung haben sie unbestritten f&#252;r breiten Wohlstand und auch subjektiv empfundenen Fortschritt gesorgt. Warum gilt das f&#252;r Internet und Digitalisierung nicht im selben Ma&#223;e?</p><h3 class=„subheading“ id=„nav_wie_der3“>Wie der Hockey-Stick in unseren Alltag kam</h3><p>In der Zukunftsk&#252;che ist etwas durcheinandergeraten. Unsere von digitaler Technologie gepr&#228;gte Gegenwart ist in Powerpoint-Pr&#228;sentationen und Excel-Tabellen entstanden. Die Unternehmen, die unsere digitale Welt pr&#228;gen, sind Wagniskapital-finanziert. Die Tech-Plattformen, die unsere Welt beherrschen, wurden als Businesspl&#228;ne mit <a href=„https://unternehmerinfos.de/was-ist-ein-hockey-stick/“ rel=„external noopener“ target=„_blank“><strong>Hockey-Stick-Wachstum [13]</strong></a> geboren, das einsetzt, sobald der <a href=„https://t3n.de/news/netzwerkeffekt-erklaert-728589/“ rel=„external noopener“ target=„_blank“><strong>Netzwerkeffekt [14]</strong></a> greift. Entsprechend sind sie auch 10X-Wachstum plus ausgerichtet.</p><p>Die digitale Revolution hat die Hockey-Stick-Logik der VC-finanzierten Plattformen indirekt in unseren Alltag gebracht: <a href=„https://www.heise.de/hintergrund/Die-Rattenfaenger-aus-dem-Silicon-Valley-4054785.html“><strong>Social-Media-Plattformen sind darauf optimiert, unsere Bildschirmzeit und damit die Einblendung von Werbung zu maximieren [15]</strong></a> &#8211; mit kleinen, wohl dosierten <a href=„https://sitn.hms.harvard.edu/flash/2018/dopamine-smartphones-battle-time/“ rel=„external noopener“ target=„_blank“><strong>Dopamin-St&#246;&#223;en, die uns am Bildschirm kleben lassen [16]</strong></a>. Weder sind sie so gebaut, dass sie einen zivilen Diskurs mit Erkenntnisgewinn erm&#246;glichen, noch daf&#252;r, uns nachhaltig zufriedener zu machen oder einen anderen Mehrwert zu bieten. Soziale Medien, <a href=„https://t3n.de/news/big-tech-image-1141300/“ rel=„external noopener“ target=„_blank“><strong>die wie Gl&#252;cksspielautomaten funktionieren [17]</strong></a>, machen weniger gl&#252;cklich &#8211; das ist heute <a href=„https://www.psychologicalscience.org/publications/observer/obsonline/psychological-research-may-be-bending-thumbs-down-on-facebook-likes.html“ rel=„external noopener“ target=„_blank“><strong>empirisch nachgewiesen [18]</strong></a>. Es ist also eine neue digitale Spielart des Kapitalismus entstanden, angetrieben durch die Ausbeutung menschlicher Impulse und Emotionen.</p><p>Auch &#246;konomisch und gesellschaftlich haben die Mechanismen der Digitalwirtschaft Probleme versch&#228;rft. Die Industriegiganten des 20. Jahrhunderts von Volkswagen &#252;ber Siemens bis General Motors machten im Kapitalismus alter Pr&#228;gung zwar immer in erster Linie ihre Anteilseignerinnen und Anteilseigner sowie Spitzenmanagerinnen und -manager reich &#8211; aber immerhin auch Hunderttausende Mitarbeitende zumindest relativ wohlhabend. Software-basierte Unternehmen dagegen haben h&#228;ufig eine enorme Wertsch&#246;pfung, die in Relation dazu aber nur auf wenige Mitarbeitende verteilt wird, <a href=„https://t3n.de/news/luxusprobleme-digitalwirtschaft-1123005/“ rel=„external noopener“ target=„_blank“><strong>weil die Digitalwirtschaft keine Hunderttausende Mitarbeitende mehr braucht. [19]</strong></a></p><p>Gleichzeitig h&#246;re ich von Bekannten, die in San Francisco wohnen, dass sie nicht nur trotz bestbezahlter Programmierjobs ein Drittel ihres Einkommens f&#252;r die Miete bezahlen &#8211; f&#252;r Wohnungen, die in Berlin vielleicht 1.400 Euro kosten w&#252;rden. Und selbst aus der Sicht der Profiteurinnen und Profiteure des Tech-Booms hat die Ungleichheit der Bay Area l&#228;ngst negative Folgen: Egal ob Kinderbetreuung oder Handwerksarbeiten &#8211; Dienstleistungen, die von Menschen erbracht werden, die keine Programmier-Geh&#228;lter bekommen, sind kaum noch zu bekommen. Sie k&#246;nnen sich das Leben in dieser Stadt einfach nicht mehr leisten.</p><p>Fehlt der digitalen Revolution also ein gesellschaftliches Korrektiv? Ein gesamtgesellschaftliches gewerkschafts&#228;hnliches Gegengewicht? Aktuell wachsen die digitalen Plattformen in politische Regulierungssysteme, die nicht f&#252;r die digitale Welt gemacht wurden. Immer wieder wird mit teils rigiden Regelwerken wie der <a href=„https://www.heise.de/thema/DSGVO“><strong>DSGVO [20]</strong></a> und bald <a href=„https://www.heise.de/thema/Digital-Services-Act“><strong>DSA [21]</strong></a> und DMA versucht, die digitale Welt zu z&#228;hmen &#8211; h&#228;ufig eher zulasten kleinerer Unternehmen, h&#228;ufig mit vielen unerw&#252;nschten Nebenwirkungen.</p><div class=„a-u-inline ho-text c4“><header class=„mb-4“><h3 class=„inline-flex pb-2 pr-8 text-xl font-bold leading-none border-b-4 border-gray-800 dark:border-white“>Lesen Sie auch</h3></header><section data-component=„TeaserList“ class=„grid gap-6 md:gap-y-8“ data-sneak-peek-elements-container=„true“><article data-component=„TeaserContainer“ data-cid=„7062545“ data-content-id=„3527789“ class=„flex ho-text“ data-teaser-name=„MinimalHorizontalTeaser“ data-upscore-object-id=„7062545“><a data-component=„TeaserLinkContainer“ href=„https://www.heise.de/hintergrund/Geese-gegen-Google-Die-EU-gegen-die-maechtigste-Suchmaschine-der-Welt-7062545.html“ class=„group flex“ data-google-interstitial=„true“ data-upscore-url=„true“><figure data-component=„Image“ class=„w-24 mr-2 md:w-40 shrink-0 md:mr-4“><div class=„ff-a-img“><img data-ff-replacement=„1“ width=„3000“ height=„1686“ src=„https://www.heise.de/imgs/18/3/5/2/7/7/8/9/190923_alexandra.geese_andreas.endermann_406_e.jpg-ae2254d68e61cd2f.jpeg“ alt=„, Foto: Andreas Endermann“ class=„c2“ referrerpolicy=„no-referrer“ /></div></figure><div class=„-translate-y-1“><header data-component=„TeaserHeader“><h3 class=„flex flex-col“>Geese gegen Google: Die EU gegen die m&#228;chtigste Suchmaschine der Welt</h3></header></div></a></article></section></div><h3 class=„subheading“ id=„nav_wie_kommen_wir4“>Wie kommen wir zu Produkten, die nachhaltig begeistern?</h3><p>Regulierung und gesellschaftliches Gegengewicht k&#246;nnen aber nur eine Antwort auf Verwerfungen der Digitalwirtschaft sein. Eine andere Frage ist f&#252;r die Wiedererweckung eines positiven Futurismus noch entscheidender: Wie kommen wir wieder zu Produkten und Technologie, die nachhaltig begeistern? Wie kommen wir zu Fortschritt, der von breiten Teilen der Bev&#246;lkerung auch als solcher empfunden wird?</p><p>Der Wert, den Menschen einer Sache beimessen, wurzelt in ihren Gef&#252;hlen zu seiner Sache. Das Gef&#252;hl, welches das Ergebnis wesentlicher digitaler technischer Entwicklungen der vergangenen 20 Jahre &#8211; darunter Instagram, Facebook und TikTok &#8211; in uns ausl&#246;st, ist bestenfalls &#252;berwiegend „guilty pleasure“: eine Zeitverschwendung, die uns leidtut, wenn wir dar&#252;ber reflektieren.</p><h3 class=„subheading“ id=„navman_kann_mit5“>„Man kann mit einem Computer Kunst und Sch&#246;nheit schaffen“</h3><p>Dabei hat Technik &#252;ber viele Jahrzehnte bei vielen Menschen Begeisterung ausgel&#246;st. Der Platz, den formsch&#246;ne Rennwagen in den 1950er bis 1970er Jahren einnahmen, galt f&#252;r viele ab den 1980ern den Computern und noch sp&#228;ter Smartphones wie dem iPhone. Computer haben uns fasziniert und neue Welten er&#246;ffnet. Sie haben unsere Kreativit&#228;t angeregt und uns zum Experimentieren eingeladen. Sie haben uns zu Sch&#246;pfern von Werken werden lassen.</p><p>„Man kann mit einem Computer Kunst und Sch&#246;nheit schaffen. Computer k&#246;nnen dein Leben zum Besseren ver&#228;ndern.“ Das sind zwei S&#228;tze aus der <a href=„https://www.ccc.de/de/hackerethik“ rel=„external noopener“ target=„_blank“><strong>Hackerethik [22]</strong></a> aus den 1980ern, die vielen heute wahrscheinlich wie aus der Zeit gefallen vorkommen. Wie also kommen wir zur&#252;ck zu positiven Emotionen f&#252;r Technologie? Indem diese Technologie uns hilft, eine lebenswertere Welt zu schaffen &#8211; mit mehr Umweltschutz, mehr sozialer Sicherheit, mehr Gesundheit und mehr Wohlstand f&#252;r alle.</p><p>Was macht ein Produkt aus, das zur L&#246;sung eines realen Problems beitr&#228;gt, einen nachhaltigen Mehrwert f&#252;r die Kaufenden schafft oder einfach nachhaltiger Freude bringt, statt f&#252;r kurzfristige „guilty pleasure“ zu sorgen?</p><h3 class=„subheading“ id=„nav_warum_sind6“>Warum sind Menschen in der am st&#228;rksten vernetzten Welt so einsam?</h3><p>Vielleicht kann hier ein Blick zur&#252;ck auf die erste industrielle Revolution helfen: Damals sind Menschen massenhaft vom Land in die St&#228;dte gezogen, um eine formale Besserstellung ihrer wirtschaftlichen Lage zu erreichen. Die Menschen haben dann tats&#228;chlich auch mehr verdient &#8211; aber sie waren in tayloristischen Arbeitsumgebungen und Schlafbaracken ungl&#252;cklicher als zuvor.</p><p>&#196;hnliche Fragen stellen sich auch heute viele: Warum sind viele von uns in der am st&#228;rksten vernetzten und wohlhabendsten Welt der bisherigen Menschheitsgeschichte so einsam? Warum grassieren trotz enormen Wohlstands und Sicherheit bei immer mehr Menschen Angst, Unsicherheit und Depression?</p><p>Technologische Entwicklung braucht weniger Hockey-Stick-Logik und mehr Richtung und Vision. Bei der Produktentwicklung m&#252;ssen neue, andere Ziele mit einflie&#223;en: Wie wollen wir leben und arbeiten, wie sieht eine w&#252;nschenswerte Zukunft aus &#8211; mit w&#252;nschenswerten Produkten samt Technikfolgenabsch&#228;tzung? Das sind die Fragen, die es zu stellen gilt, wenn neue Ideen entstehen.</p><figure class=„a-inline-image a-u-inline“><div><a class=„akwa-inline-imglink“ href=„https://www.instagram.com/technologyreview_de/“ rel=„external“ target=„_blank“ title=„MIT Technology Review auf Instagram“><strong><img alt=„“ class=„legacy-img“ height=„190“ src=„https://heise.cloudimg.io/width/696/q85.png-lossy-85.webp-lossy-85.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/6/6/9/7/9/3/TR-Artikelbanner-61cc0f8a0610a4d5.png“ srcset=„https://heise.cloudimg.io/width/336/q70.png-lossy-70.webp-lossy-70.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/6/6/9/7/9/3/TR-Artikelbanner-61cc0f8a0610a4d5.png 336w, https://heise.cloudimg.io/width/1008/q70.png-lossy-70.webp-lossy-70.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/6/6/9/7/9/3/TR-Artikelbanner-61cc0f8a0610a4d5.png 1008w, https://heise.cloudimg.io/width/1392/q70.png-lossy-70.webp-lossy-70.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/6/6/9/7/9/3/TR-Artikelbanner-61cc0f8a0610a4d5.png 2x“ width=„696“ referrerpolicy=„no-referrer“ /> [23]</strong></a></div></figure><p>() </p><p><strong>URL dieses Artikels:</strong><small>

https://www.heise.de/-7441009

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<strong>[1]</strong>&#160;https://t.co/zuIG69sma2

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<strong>[3]</strong>&#160;https://twitter.com/doener

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<strong>[4]</strong>&#160;https://social.tchncs.de/@doener

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<strong>[5]</strong>&#160;https://www.heise.de/hintergrund/Weltraumtourismus-2021-fliegen-mehr-Privatmenschen-ins-All-als-je-zuvor-6213198.html

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<strong>[6]</strong>&#160;https://www.heise.de/select/tr/2023/1/2231416062350253282

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<strong>[7]</strong>&#160;https://www.heise.de/hintergrund/Sauberes-Stromnetz-in-den-USA-bis-2035-Sehr-laecherlich-laut-Bill-Gates-7314739.html

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<strong>[8]</strong>&#160;https://en.wikipedia.org/wiki/The_Road_Ahead_%28Gates_book%29

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<strong>[9]</strong>&#160;http://files.technologyreview.com/magazine-archive/2012/MIT-Technology-Review-2012-11-sample.pdf

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<strong>[10]</strong>&#160;https://de.wikipedia.org/wiki/Cluetrain-Manifest

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<strong>[11]</strong>&#160;https://www.cluetrain.com/auf-deutsch.html

</small><small>

<strong>[12]</strong>&#160;http://files.technologyreview.com/magazine-archive/2012/MIT-Technology-Review-2012-11-sample.pdf

</small><small>

<strong>[13]</strong>&#160;https://unternehmerinfos.de/was-ist-ein-hockey-stick/

</small><small>

<strong>[14]</strong>&#160;https://t3n.de/news/netzwerkeffekt-erklaert-728589/

</small><small>

<strong>[15]</strong>&#160;https://www.heise.de/hintergrund/Die-Rattenfaenger-aus-dem-Silicon-Valley-4054785.html

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<strong>[16]</strong>&#160;https://sitn.hms.harvard.edu/flash/2018/dopamine-smartphones-battle-time/

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<strong>[17]</strong>&#160;https://t3n.de/news/big-tech-image-1141300/

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<strong>[18]</strong>&#160;https://www.psychologicalscience.org/publications/observer/obsonline/psychological-research-may-be-bending-thumbs-down-on-facebook-likes.html

</small><small>

<strong>[19]</strong>&#160;https://t3n.de/news/luxusprobleme-digitalwirtschaft-1123005/

</small><small>

<strong>[20]</strong>&#160;https://www.heise.de/thema/DSGVO

</small><small>

<strong>[21]</strong>&#160;https://www.heise.de/thema/Digital-Services-Act

</small><small>

<strong>[22]</strong>&#160;https://www.ccc.de/de/hackerethik

</small><small>

<strong>[23]</strong>&#160;https://www.instagram.com/technologyreview_de/

</small><small>

<strong>[24]</strong>&#160;mailto:jle@heise.de

</small></p><p class=„printversion__copyright“><em>Copyright &#169; 2022 Heise Medien</em></p> </html>

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