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Schlafforschung: Wie das Klarträumen für jeden Menschen möglich ist

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<html> <header class=„article-header“><h1 class=„articleheading“>Schlafforschung: Wie das Klartr&#228;umen f&#252;r jeden Menschen m&#246;glich ist</h1><div class=„publish-info“> Neel V. Patel</div></header><figure class=„aufmacherbild“><img src=„https://heise.cloudimg.io/width/700/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/1/6/4/1/7/1/bruce-christianson-XyZxxJI8g30-unsplash-f359b9bb78806b93.jpeg“ srcset=„https://heise.cloudimg.io/width/700/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/1/6/4/1/7/1/bruce-christianson-XyZxxJI8g30-unsplash-f359b9bb78806b93.jpeg 700w, https://heise.cloudimg.io/width/1050/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/1/6/4/1/7/1/bruce-christianson-XyZxxJI8g30-unsplash-f359b9bb78806b93.jpeg 1050w, https://heise.cloudimg.io/width/1500/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/1/6/4/1/7/1/bruce-christianson-XyZxxJI8g30-unsplash-f359b9bb78806b93.jpeg 1500w, https://heise.cloudimg.io/width/1776/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/1/6/4/1/7/1/bruce-christianson-XyZxxJI8g30-unsplash-f359b9bb78806b93.jpeg 1776w“ alt=„“ class=„img-responsive“ referrerpolicy=„no-referrer“ /><figcaption class=„akwa-caption“>(Bild:&#160;Bruce Christianson / Unsplash)</figcaption></figure><p><strong>Sogenannte luzide Tr&#228;ume erlauben den Menschen, Tr&#228;ume bewusst wahrzunehmen. Neue Erkenntnisse dar&#252;ber haben Auswirkungen auf die Hirnforschung.</strong></p><p>Als ich 19 Jahre alt war &#8211; lange bevor ich daran dachte, eine Karriere als Autor f&#252;r Weltraumthemen anzustreben &#8211; tr&#228;umte ich, ich st&#252;nde auf der Marsoberfl&#228;che und blickte &#252;ber eine rostige, mit Felsen &#252;bers&#228;te W&#252;ste, die in einer ewigen D&#228;mmerung feststeckte und von deren Trostlosigkeit ich fasziniert war. Nachdem ich scheinbar stundenlang alles in mich aufgesogen hatte, blickte ich nach oben und sah eine Raumstation am Himmel h&#228;ngen. Ich beschloss, mit Iron-Man-artigen D&#252;senstiefeln einfach mal dorthin zu fliegen. Dann bin ich leider aufgewacht.</p><p>Ich war nicht zuf&#228;llig in meinem Traum &#252;ber den Mars gestolpert. Und ich wusste dabei, dass ich die ganze Zeit geschlafen hatte. Im Rahmen eines Klartraums, auch luzides Tr&#228;umen genannt, entschied ich mich, auf dem roten Planeten vorbeizusehen. Ich beschloss willentlich, mich in der au&#223;erirdischen Einsamkeit zu sonnen. Ich beschloss willentlich, herumzufliegen. Und da ich zu dieser Zeit fast jede Nacht luzide Tr&#228;ume hatte, erlebte ich mehrere Variationen dieses Traums &#8211; jede seltsamer und besser als die vorherige.</p><h3 class=„subheading“ id=„nav_des0“>Des Traumzustands bewusst sein</h3><p>Luzides Tr&#228;umen ist nicht leicht zu beschreiben, und die Art und Weise, wie es funktioniert, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Aber im Kern bedeutet es, dass man sich des Traumzustands bewusst ist und im Traum eine aktivere Rolle &#252;bernehmen kann. Einige meiner eigenen luziden Tr&#228;ume sind wie Leinw&#228;nde gewesen, auf denen ich mir eine wilde neue Umgebung zurechtzimmerte oder sie mir nach und nach ausdachte.</p><p>Andere Klartr&#228;ume erlaubten es mir, stressige Situationen zu verarbeiten, wie zum Beispiel &#246;ffentliche Reden zu halten. In einem anderen Traum, an den ich mich gerne zur&#252;ckerinnere, spielte ich Karten mit meiner Gro&#223;mutter, die Jahre zuvor gestorben war. Diese Erfahrung half mir, meine Gef&#252;hle ihr gegen&#252;ber auf eine Art und Weise zu verstehen, wie ich es fr&#252;her als 13-J&#228;hriger nie h&#228;tte tun k&#246;nnen.</p><h3 class=„subheading“ id=„nav_tr&#228;ume_haben1“>Tr&#228;ume haben Macht &#252;ber uns</h3><p>Selbst wenn es sich so anf&#252;hlt, als w&#228;ren sie v&#246;llig zuf&#228;llig, haben Tr&#228;ume Macht &#252;ber die Menschen. Abgesehen davon, dass sie uns eine Pause von den manchmal l&#228;stigen physischen und sozialen Grenzen der realen Welt verschaffen, k&#246;nnen sie uns helfen, Trauer zu verarbeiten und uns kreativer zu machen. Und wenn ich luzide tr&#228;umte &#8211; ein Zustand, den ich heutzutage leider nur noch selten erreiche &#8211;, habe ich festgestellt, dass ich sogar mehr vom Schlaf hatte. Menschen, die in Online-Foren &#252;ber ihre Erfahrungen mit den Klartr&#228;umen berichten, schreiben oft, dass sie dadurch zu neuen musikalischen oder belletristischen Werken inspiriert wurden, dass sie L&#246;sungen f&#252;r Probleme in der realen Welt gefunden haben oder dass sie einfach unglaublich unterhaltsame Momente erlebten.</p><p>„Man kann argumentieren, dass der REM-Schlaf eine Art vernachl&#228;ssigte Ressource der Menschen ist“, sagt Benjamin Baird, Forscher an der University of Wisconsin-Madison, der sich mit der menschlichen Kognition besch&#228;ftigt. „Was w&#228;re, wenn wir diesen Zustand nutzen k&#246;nnten, indem Menschen tats&#228;chlich die Kontrolle &#252;ber ihre Gedanken und Handlungen haben und entscheiden k&#246;nnen, was sie tun wollen? Dieser Zustand k&#246;nnte nicht nur zur Unterhaltung dienen, sondern zum kreativen L&#246;sen von Problemen genutzt werden.“ Auch um zu lernen, wie das Ged&#228;chtnis funktioniert, k&#246;nne luzides Tr&#228;umen wichtig sein &#8211; „und f&#252;r alle m&#246;glichen anderen [neurowissenschaftlichen] Fragestellungen“.</p><p>Baird glaubt, dass eine weitere faszinierende Anwendung f&#252;r luzides Tr&#228;umen in der Kunst liegen k&#246;nnte. „Eine Technik der bildenden K&#252;nstler, die ich kennengelernt habe, ist, dass sie in ihrem luziden Traum eine 'Kunstgalerie' erfinden und sich Gem&#228;lde ansehen, die in dieser Galerie h&#228;ngen“, sagt er. „Sie wachen dann auf und malen, was sie gesehen haben. Das Gleiche gilt f&#252;r das H&#246;ren neuer Partituren durch Musiker. Es ist, als ob jemand anderes sie erschafft, aber es ist der eigene Verstand.“</p><h3 class=„subheading“ id=„nav_klartr&#228;umen_ist2“>Klartr&#228;umen ist kein Talent</h3><p>Eine kleine, aber wachsende Zahl von Wissenschaftlern unter der Leitung von Baird und anderen Schlaflabors in der ganzen Welt hofft, mehr &#252;ber das luzide Tr&#228;umen zu erfahren: Wie funktioniert es? Wie wird es ausgel&#246;st wird? Und: Kann man einem Durchschnittsmenschen beibringen, es regelm&#228;&#223;ig zu praktizieren? Durch die Untersuchung von Personen, die in der Lage sind, sich an das zu erinnern, was ihnen in ihren Tr&#228;umen widerfahren ist, wollen diese Forscher ermitteln, welche kognitiven Prozesse im Kopf ablaufen, w&#228;hrend die Gehirnaktivit&#228;t und die physiologischen Vorg&#228;nge gemessen und beobachtet werden. Wie nimmt das Gehirn zum Beispiel bestimmte Objekte oder physische Vorg&#228;nge wahr, die ausschlie&#223;lich im Kopf stattfinden? Wie reagiert es auf visuelle Eindr&#252;cke, die nicht wirklich vorhanden sind? Wie ahmt es Teile des Bewusstseinszustands nach, ohne dass der Mensch wach ist?</p><figure class=„branding“><a href=„https://www.heise.de/tr/“ name=„meldung.newsticker.inline.branding_tr“ title=„Mehr von MIT Technology Review“><strong> <img alt=„Mehr von MIT Technology Review“ height=„693“ src=„https://static.wallabag.it/7862d1b7aff4c3b00f37212fefade4e0e2c4cf00/64656e6965643a646174613a696d6167652f7376672b786d6c2c253343737667253230786d6c6e733d27687474703a2f2f7777772e77332e6f72672f323030302f7376672725323077696474683d273639367078272532306865696768743d2733393170782725323076696577426f783d2730253230302532303639362532303339312725334525334372656374253230783d273027253230793d27302725323077696474683d27363936272532306865696768743d273339312725323066696c6c3d27253233663266326632272533452533432f726563742533452533432f737667253345/“ class=„c1“ width=„1200“ referrerpolicy=„no-referrer“ /><img alt=„Mehr von MIT Technology Review“ class=„a-u-hide-from-tablet c2“ src=„https://heise.cloudimg.io/width/1200/q50.png-lossy-50.webp-lossy-50.foil1/_www-heise-de_/Magazin-Banner/tr_mobil.jpg“ srcset=„https://heise.cloudimg.io/width/2400/q30.png-lossy-30.webp-lossy-30.foil1/_www-heise-de_/Magazin-Banner/tr_mobil.jpg 2x“ referrerpolicy=„no-referrer“ /> <img alt=„Mehr von MIT Technology Review“ height=„500“ src=„https://static.wallabag.it/7862d1b7aff4c3b00f37212fefade4e0e2c4cf00/64656e6965643a646174613a696d6167652f7376672b786d6c2c253343737667253230786d6c6e733d27687474703a2f2f7777772e77332e6f72672f323030302f7376672725323077696474683d273639367078272532306865696768743d2733393170782725323076696577426f783d2730253230302532303639362532303339312725334525334372656374253230783d273027253230793d27302725323077696474683d27363936272532306865696768743d273339312725323066696c6c3d27253233663266326632272533452533432f726563742533452533432f737667253345/“ class=„c3“ width=„1830“ referrerpolicy=„no-referrer“ /><img alt=„Mehr von MIT Technology Review“ class=„a-u-show-from-tablet c2“ src=„https://heise.cloudimg.io/width/1830/q50.png-lossy-50.webp-lossy-50.foil1/_www-heise-de_/Magazin-Banner/tr_desktop.jpg“ srcset=„https://heise.cloudimg.io/width/3660/q30.png-lossy-30.webp-lossy-30.foil1/_www-heise-de_/Magazin-Banner/tr_desktop.jpg 2x“ referrerpolicy=„no-referrer“ /> [1]</strong></a></figure><p>Einige Forscher wie <a href=„https://www.ru.nl/english/people/dresler-m/“ rel=„external noopener“ target=„_blank“><strong>Martin Dresler [2]</strong></a>, kognitiver Neurowissenschaftler an der Radboud-Universit&#228;t in den Niederlanden, vermuten, dass luzides Tr&#228;umen sogar zur Bek&#228;mpfung klinischer St&#246;rungen wie wiederkehrender Alptr&#228;ume oder bei posttraumatischen Belastungsst&#246;rungen eingesetzt werden k&#246;nnte. „Ich denke, es ist ziemlich intuitiv und plausibel, dass, wenn man w&#228;hrend eines Alptraums erkennt, dass er nicht real ist, dies dem Alptraum einen gro&#223;en Teil seiner Gefahr nimmt“, sagt er. Man kann sich vielleicht einfach antrainieren, aufzuwachen und den Traum zu beenden &#8211; oder die sehr lebendigen Gef&#252;hle von Angst und Schrecken &#252;berwinden, indem man sich sagt, dass es ein Traum ist.</p><header class=„a-boxheader“ data-collapse-trigger=„“>Lesen Sie auch</header><div class=„a-boxtarget a-boxcontent“ data-collapse-target=„“><article class=„a-article-teaser a-article-teaser–horizontal-layout article-teaser–articlebox a-u-no-margin-bottom a-theme“ data-cid=„0“><a class=„a-article-teaserlink“ href=„https://www.heise.de/news/Experimente-mit-Werbung-in-menschlichen-Traeumen-Wissenschaftler-sind-alarmiert-6130067.html“ name=„meldung.newsticker.inline.article-teaser.1“ title=„Experimente mit Werbung in menschlichen Tr&#228;umen: Wissenschaftler sind alarmiert“><figure class=„a-article-teaserimage-container“><div><strong><img alt=„“ height=„2514“ src=„https://static.wallabag.it/7862d1b7aff4c3b00f37212fefade4e0e2c4cf00/64656e6965643a646174613a696d6167652f7376672b786d6c2c253343737667253230786d6c6e733d27687474703a2f2f7777772e77332e6f72672f323030302f7376672725323077696474683d273639367078272532306865696768743d2733393170782725323076696577426f783d2730253230302532303639362532303339312725334525334372656374253230783d273027253230793d27302725323077696474683d27363936272532306865696768743d273339312725323066696c6c3d27253233663266326632272533452533432f726563742533452533432f737667253345/“ class=„c4“ width=„4475“ referrerpolicy=„no-referrer“ /></strong></div></figure><div class=„a-article-teasercontent-container“><header><h1 class=„a-article-teasertitle a-u-mb-1“><strong>Experimente mit Werbung in menschlichen Tr&#228;umen: Wissenschaftler sind alarmiert</strong></h1></header></div>[3]</a></article></div><p>Warum tr&#228;umen wir? Das wissen die Wissenschaftler noch immer nicht genau. Freud glaubte, dass Tr&#228;ume unser Unterbewusstsein sind, das uns unsere unterdr&#252;ckten W&#252;nsche zeigt. Einige Evolutionsbiologen glauben, dass sich das Tr&#228;umen entwickelt hat, damit wir bedrohliche Szenarien aus dem wirklichen Leben durchspielen und herausfinden k&#246;nnen, wie wir angemessen reagieren. Viele Neurowissenschaftler, die das Feuern der Neuronen w&#228;hrend des Schlafs untersucht haben, glauben, dass Tr&#228;ume eine Rolle dabei spielen, wie wir Erinnerungen im Hirn kodieren und konsolidieren. Der Harvard-Psychiater Allan Hobson war der Ansicht, dass das Gehirn beim Tr&#228;umen die verschiedenen Bewusstseinsschichten, die es im Laufe des Tages aufgenommen hat, miteinander in Einklang bringt.</p><h3 class=„subheading“ id=„nav_wissenschaft3“>Wissenschaft beginnt erst langsam, das Thema zu erforschen</h3><p>Doch w&#228;hrend das Tr&#228;umen an sich bei den Forschern auf reges Interesse st&#246;&#223;t, wurde das luzide Tr&#228;umen in der Vergangenheit eher an den Rand gedr&#228;ngt. Die erste dokumentierte Erw&#228;hnung des luziden Tr&#228;umens in der westlichen Zivilisation stammt m&#246;glicherweise aus dem vierten Jahrhundert vor Christus &#8211; von Aristoteles in einer Abhandlung mit dem Titel <a href=„http://classics.mit.edu/Aristotle/dreams.html“ rel=„external noopener“ target=„_blank“><strong>„&#220;ber Tr&#228;ume“ [4]</strong></a>, in der er feststellte, dass „oft, wenn man schl&#228;ft, etwas im Bewusstsein ist, das erkl&#228;rt, dass das, was sich dann zeigt, nur ein Traum ist“.</p><p>Vereinzelte anekdotische Belege f&#252;r luzides Tr&#228;umen tauchten in den n&#228;chsten zwei Jahrtausenden nur selten in der wissenschaftlichen Literatur auf, aber eher als Kuriosit&#228;t denn als echte wissenschaftliche Untersuchung. Im Jahr 1913 pr&#228;gte der niederl&#228;ndische Psychiater Frederik van Eeden den Begriff „luzider Traum“ in einem Artikel, in dem er einen Traumzustand beschrieb, in dem man „Einsicht hat“. Das Ph&#228;nomen wurde erstmals in den sp&#228;ten 1970er und 1980er Jahren wissenschaftlich best&#228;tigt, vor allem dank des Psychologen <a href=„https://dreslerlab.org/laberge/“ rel=„external noopener“ target=„_blank“><strong>Stephen LaBerge [5]</strong></a> von der Stanford University.</p><h3 class=„subheading“ id=„nav_anweisungen4“>Anweisungen beim luziden Tr&#228;umen</h3><p>Wissenschaftler wussten schon seit Jahren, dass sich die Augen von Schl&#228;fern im Traum in dieselbe Richtung bewegen wie ihr Blick &#8211; und in einer Studie von 1981 gab LaBerge luziden Tr&#228;umern spezifische Anweisungen, wohin sie w&#228;hrend ihres Traums schauen sollten, z. B. zehnmal hintereinander nach oben und unten oder sechsmal von links nach rechts &#8211; und beobachtete dann ihre Augenbewegungen w&#228;hrend des Schlafs. Die Ergebnisse zeigten, dass luzide Tr&#228;umer nicht nur die Kontrolle &#252;ber ihre Traumwelt hatten, sondern auch in der Lage waren, Entscheidungen auszuf&#252;hren, die sie im Wachzustand getroffen hatten. Augenbewegungen sind heute das Standardverfahren, das Forscher einsetzen, um einen luziden Traumzustand im Labor objektiv zu &#252;berpr&#252;fen.</p><p>Der vielleicht gr&#246;&#223;te Durchbruch der letzten Jahre war eine Studie, die erst im Februar 2021 fertiggestellt wurde. In dieser wurde nachgewiesen, dass luzide Tr&#228;umer mit wachen Menschen in beide Richtungen kommunizieren k&#246;nnen. In einer in der Zeitschrift Current Biology ver&#246;ffentlichten Arbeit erkl&#228;rten die Forscher, wie sie in vier verschiedenen Labors auf der ganzen Welt den luziden Tr&#228;umern Fragen (z. B. „Was ist 8 minus 6?“) stellten, indem sie gesprochene Nachrichten, Piept&#246;ne, blinkende Lichter oder taktile Stimulationen verwendeten. Die Teilnehmer antworteten mit bestimmten Augenbewegungen. Die Forscher f&#252;hrten sozusagen ein Gespr&#228;ch mit einer schlafenden Person.</p><h3 class=„subheading“ id=„nav_die_h&#228;lfte_der5“>Die H&#228;lfte der Menschen hat schon einmal luzid getr&#228;umt</h3><p>Eine Analyse von 34 Studien, die &#252;ber ein halbes Jahrhundert hinweg durchgef&#252;hrt wurden, legt nahe, dass etwa 55 Prozent aller Menschen berichten, mindestens einmal in ihrem Leben einen luziden Traum gehabt zu haben &#8211; und fast ein Viertel hat mindestens einmal im Monat solche Tr&#228;ume. Allerdings gibt es zwischen den einzelnen Studien extrem gro&#223;e Unterschiede &#8211; und die allermeisten Studien beziehen sich auf Menschen aus der westlichen Welt.</p><p>Die schmerzliche Wahrheit ist, dass das luzide Tr&#228;umen nur wenig erforscht ist, was zum Teil daran liegt, dass konsequente luzide Tr&#228;umer recht selten sind und es noch schwieriger ist, sie f&#252;r eine Laborstudie zu gewinnen. LaBerge, der so etwas wie der Pate des Fachgebiets ist, hat einige der gemeinsamen biologischen Merkmale herausgearbeitet &#8211; zum Beispiel, dass es in den sp&#228;teren Phasen des REM-Schlafs auftritt, wenn die schnelle Augenbewegung ihren H&#246;hepunkt erreicht. Auch die Atmung und die Herzfrequenz waren beim luziden Tr&#228;umen h&#246;her als beim normalen Tr&#228;umen, was darauf hindeutet, dass sich die Tr&#228;umer in einem aktiveren Zustand befanden.</p><header class=„a-boxheader“ data-collapse-trigger=„“>Lesen Sie auch</header><div class=„a-boxtarget a-boxcontent“ data-collapse-target=„“><article class=„a-article-teaser a-article-teaser–horizontal-layout article-teaser–articlebox a-u-no-margin-bottom a-theme“ data-cid=„0“><a class=„a-article-teaserlink“ href=„https://www.heise.de/hintergrund/Klartraeume-Zwiegespraeche-mit-Traeumenden-5072403.html“ name=„meldung.newsticker.inline.article-teaser.1“ title=„Klartr&#228;ume: Zwiegespr&#228;che mit Tr&#228;umenden“><figure class=„a-article-teaserimage-container“><div><strong><img alt=„“ height=„1498“ src=„https://static.wallabag.it/7862d1b7aff4c3b00f37212fefade4e0e2c4cf00/64656e6965643a646174613a696d6167652f7376672b786d6c2c253343737667253230786d6c6e733d27687474703a2f2f7777772e77332e6f72672f323030302f7376672725323077696474683d273639367078272532306865696768743d2733393170782725323076696577426f783d2730253230302532303639362532303339312725334525334372656374253230783d273027253230793d27302725323077696474683d27363936272532306865696768743d273339312725323066696c6c3d27253233663266326632272533452533432f726563742533452533432f737667253345/“ class=„c5“ width=„2666“ referrerpolicy=„no-referrer“ /></strong></div></figure><div class=„a-article-teasercontent-container“><header><h1 class=„a-article-teasertitle a-u-mb-1“><strong>Klartr&#228;ume: Zwiegespr&#228;che mit Tr&#228;umenden</strong></h1></header></div>[6]</a></article></div><p>Der niederl&#228;ndische Neurowissenschaftler Dresler leitete 2012 die bisher einzige fMRT-Studie zum luziden Tr&#228;umen mit einer einzelnen Person. Aufgrund dieser Beobachtungen geht er davon aus, dass das Ph&#228;nomen mit einer verst&#228;rkten Aktivierung des frontopolaren Kortex zusammenh&#228;ngt, der eine Rolle bei der Metakognition &#8211; der Wahrnehmung der eigenen Gedankenprozesse &#8211; spielt. Er arbeitete auch an einer Studie aus dem Jahr 2015 mit, die zeigte, dass Menschen, die h&#228;ufig luzide Tr&#228;ume haben, mehr graue Substanz in den frontalen polaren Kortizes aufweisen.</p><h3 class=„subheading“ id=„nav_wie_man6“>Wie man Klartr&#228;ume einleitet</h3><p>Wissenschaftler und Enthusiasten haben einige der folgenden Tricks erfolgreich angewandt, um einen luziden Traum auszul&#246;sen:</p><h3 class=„subheading“ id=„nav_1_fangen_sie7“>1. Fangen Sie an, sich an Ihre Tr&#228;ume zu erinnern</h3><p>Bevor Sie einen luziden Traum haben k&#246;nnen, m&#252;ssen Sie sich Ihrer Tr&#228;ume generell bewusster werden. F&#252;hren Sie ein Traumtagebuch und f&#252;llen Sie es stets aus, sobald Sie aufwachen. Schreiben Sie alles, woran Sie sich erinnern, detailliert auf.</p><h3 class=„subheading“ id=„nav_2_setzen_sie8“>2. Setzen Sie sich ein Ziel</h3><p>Baird und andere Forscher weisen darauf hin, dass Achtsamkeit &#8211; ein erh&#246;htes Bewusstsein f&#252;r den gegenw&#228;rtigen Moment &#8211; der Schl&#252;ssel zum luziden Tr&#228;umen ist. Es kann hilfreich sein, sich beim Einschlafen den Wunsch nach einem luziden Traum immer wieder vor Augen zu f&#252;hren.</p><h3 class=„subheading“ id=„nav_3_testen_sie9“>3. Testen Sie die Realit&#228;t</h3><p>Der Film „Inception“ hat die Idee eines „Totems“ popul&#228;r gemacht, mit dem man &#252;berpr&#252;fen kann, ob man tr&#228;umt. LaBerge und andere haben anekdotisch festgestellt, dass dieser Ansatz durchaus n&#252;tzlich ist. F&#252;hren Sie einige Realit&#228;tstests durch, wenn Sie wach sind, z. B. ob das Licht funktioniert, wenn Sie es an- oder ausschalten &#8211; das k&#246;nnte dann auch zu einer Traumgewohnheit werden.</p><h3 class=„subheading“ id=„nav_4_meditieren10“>4. Meditieren Sie</h3><p>Mein eigenes luzides Tr&#228;umen begann, als ich im Alter von 15 Jahren begann, jeden Tag ein paar Minuten zu meditieren. Mehrere Studien haben einen Zusammenhang zwischen Meditation und luzidem Tr&#228;umen festgestellt, auch wenn noch unklar ist, worin dieser Zusammenhang besteht.</p><h3 class=„subheading“ id=„nav_5_seien_sie11“>5. Seien Sie offen f&#252;r neue Erfahrungen</h3><p>Ein gemeinsames Merkmal von Klartr&#228;umern ist ihre Offenheit f&#252;r neue Erfahrungen. Das bedeutet, dass eine der besten Ver&#228;nderungen, die Sie in Ihrem Leben vornehmen k&#246;nnen, wenig mit dem Schlafen selbst zu tun hat, sondern mit Ihrem Alltag. Probieren Sie neue Dinge aus; pushen Sie sich selbst dazu, neugierig auf Ihre Umgebung zu sein. Versuchen Sie dann, diese Offenheit f&#252;r Neues auch auf Ihre Tr&#228;ume zu &#252;bertragen.</p><p>F&#252;r das Ausl&#246;sen eines luziden Traums gibt es kein wissenschaftlich anerkanntes Rezept, aber einige Ma&#223;nahmen haben sich als vielversprechender erwiesen als andere. Acetylcholin ist der wichtigste Neurotransmitter, der f&#252;r die Ausl&#246;sung des REM-Schlafs verantwortlich ist. Medikamente, die diesen Booster verst&#228;rken &#8211; wie Galantamin, das zur Therapie von leichten bis mittelschweren Alzheimer-Erkrankungen eingesetzt wird &#8211; haben in Laborstudien sehr erfolgreich dazu beigetragen, dass Menschen luzide Tr&#228;ume haben.</p><h3 class=„subheading“ id=„nav_interesse_an12“>Interesse an Traum-Studien</h3><p>Ein Team von deutschen und schweizerischen Forschern ist weiterhin daran interessiert, nicht-invasive Hirnstimulationstechniken einzusetzen, um luzides Tr&#228;umen hervorzurufen, obwohl sie nach fast einem Jahrzehnt noch nicht viel Erfolg dabei hatten. Eine von LaBerge durchgef&#252;hrte informelle Studie deutet darauf hin, dass der Versuch, im Traum die Lichtverh&#228;ltnisse zu ver&#228;ndern (z. B. einen Lichtschalter ein- und auszuschalten) und die Betrachtung des eigenen Spiegelbildes manchmal zeigen, dass man tr&#228;umt, da diese Handlungen im Traumzustand nicht so funktionieren wie im wirklichen Leben.</p><header class=„a-boxheader“ data-collapse-trigger=„“>Lesen Sie auch</header><div class=„a-boxtarget a-boxcontent“ data-collapse-target=„“><article class=„a-article-teaser a-article-teaser–horizontal-layout article-teaser–articlebox a-u-no-margin-bottom a-theme“ data-cid=„0“><a class=„a-article-teaserlink“ data-google-interstitial=„false“ href=„https://www.heise.de/hintergrund/Schlafforschung-Manipulierte-Traeume-fuer-besseres-Wachsein-4891374.html“ name=„meldung.newsticker.inline.article-teaser.1“ title=„Schlafforschung: Manipulierte Tr&#228;ume f&#252;r besseres Wachsein“><figure class=„a-article-teaserimage-container“><div><strong><img alt=„Schlafforschung: Manipulierte Tr&#228;ume f&#252;r besseres Wachsein“ height=„809“ src=„https://static.wallabag.it/7862d1b7aff4c3b00f37212fefade4e0e2c4cf00/64656e6965643a646174613a696d6167652f7376672b786d6c2c253343737667253230786d6c6e733d27687474703a2f2f7777772e77332e6f72672f323030302f7376672725323077696474683d273639367078272532306865696768743d2733393170782725323076696577426f783d2730253230302532303639362532303339312725334525334372656374253230783d273027253230793d27302725323077696474683d27363936272532306865696768743d273339312725323066696c6c3d27253233663266326632272533452533432f726563742533452533432f737667253345/“ class=„c6“ width=„1440“ referrerpolicy=„no-referrer“ /></strong></div></figure><div class=„a-article-teasercontent-container“><header><h1 class=„a-article-teasertitle a-u-mb-1“><strong>Schlafforschung: Manipulierte Tr&#228;ume f&#252;r besseres Wachsein</strong></h1></header></div>[7]</a></article></div><p>Forscher wie Baird und Dresler sehen ihre Arbeit durch die Tatsache beschr&#228;nkt, dass die meisten Fakult&#228;ten es bislang nicht als lohnende Investition ansehen, 500 Dollar pro Stunde f&#252;r fMRT-Ger&#228;te auszugeben, um luzide Tr&#228;umer zu beobachten. Ermutigt werden sie jedoch durch die Tatsache, dass es ein gr&#246;&#223;eres Interesse an Traum-Studien im Allgemeinen gibt. Das gilt insbesondere, nachdem Berichte aus dem Jahr 2020 &#8211; darunter eine Studie &#252;ber Trauminhalte aus der ganzen Welt, die in der Zeitschrift Frontiers of Psychology ver&#246;ffentlicht wurde &#8211; nahelegten, dass Corona-Lockdowns seltsame Dinge mit unseren Tr&#228;umen anstellen. Manche Menschen versp&#252;ren ein verst&#228;rktes Verlangen, mehr Kontrolle &#252;ber ihr Leben zu haben &#8211; und dazu geh&#246;rt auch das Tr&#228;umen. Also probieren Sie es einfach aus.</p><p>() </p><hr /><p><strong>URL dieses Artikels:</strong><br /><small><code>https://www.heise.de/-6184164</code></small></p><p><strong>Links in diesem Artikel:</strong><br /><small><code><strong>[1]</strong>&#160;https://www.heise.de/tr/</code></small><br /><small><code><strong>[2]</strong>&#160;https://www.ru.nl/english/people/dresler-m/</code></small><br /><small><code><strong>[3]</strong>&#160;https://www.heise.de/news/Experimente-mit-Werbung-in-menschlichen-Traeumen-Wissenschaftler-sind-alarmiert-6130067.html</code></small><br /><small><code><strong>[4]</strong>&#160;http://classics.mit.edu/Aristotle/dreams.html</code></small><br /><small><code><strong>[5]</strong>&#160;https://dreslerlab.org/laberge/</code></small><br /><small><code><strong>[6]</strong>&#160;https://www.heise.de/hintergrund/Klartraeume-Zwiegespraeche-mit-Traeumenden-5072403.html</code></small><br /><small><code><strong>[7]</strong>&#160;https://www.heise.de/hintergrund/Schlafforschung-Manipulierte-Traeume-fuer-besseres-Wachsein-4891374.html</code></small><br /><small><code><strong>[8]</strong>&#160;mailto:bsc@heise.de</code></small><br /></p><p class=„printversioncopyright“><em>Copyright &#169; 2021 Heise Medien</em></p> </html>

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