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Staatstrojaner: WhatsApp & Co. sollen Netzverkehr an Geheimdienste umleiten

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<html> <header class=„article-header“><h1 class=„articleheading“>Staatstrojaner: WhatsApp &amp; Co. sollen Netzverkehr an Geheimdienste umleiten</h1><div class=„publish-info“> Stefan Krempl</div></header><figure class=„aufmacherbild“><img src=„https://heise.cloudimg.io/width/700/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/2/9/3/4/1/8/5/urn-newsml-dpa-com-20090101-191122-99-843162_large_4_3-9367749751cf1531.jpeg“ srcset=„https://heise.cloudimg.io/width/700/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/2/9/3/4/1/8/5/urn-newsml-dpa-com-20090101-191122-99-843162_large_4_3-9367749751cf1531.jpeg 700w, https://heise.cloudimg.io/width/1050/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/2/9/3/4/1/8/5/urn-newsml-dpa-com-20090101-191122-99-843162_large_4_3-9367749751cf1531.jpeg 1050w, https://heise.cloudimg.io/width/1500/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/2/9/3/4/1/8/5/urn-newsml-dpa-com-20090101-191122-99-843162_large_4_3-9367749751cf1531.jpeg 1500w, https://heise.cloudimg.io/width/1600/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/2/9/3/4/1/8/5/urn-newsml-dpa-com-20090101-191122-99-843162_large_4_3-9367749751cf1531.jpeg 1600w“ alt=„Innenminister Seehofer besucht Digitalisierungslabor“ class=„img-responsive“ referrerpolicy=„no-referrer“ /><figcaption class=„akwa-caption“>(Bild:&#160;dpa, Axel Schmidt/AFP-Pool/dpa)</figcaption></figure><p><strong>Digitalverb&#228;nde kritisieren den Seehofer-Entwurf zu Staatstrojanern f&#252;r Geheimdienste scharf, der Dienstanbieter zu Hilfssheriffs machen w&#252;rde.</strong></p><p>Die Digitalbranche l&#228;uft Sturm gegen den Referentenentwurf aus dem Bundesinnenministerium f&#252;r ein Gesetz „zur Anpassung des Verfassungsschutzrechts“. Laut der Initiative von Ressortchef Horst Seehofer (CSU) sollen das Bundesamt f&#252;r Verfassungsschutz (BfV), der Bundesnachrichtendienst (BND), der Milit&#228;rische Abschirmdienst (MAD) und die 16 Landes&#228;mter f&#252;r Verfassungsschutz mit Staatstrojanern Chats auf Messengern wie WhatsApp, Signal oder Threema sowie Internet-Telefonate und Video-Calls abh&#246;ren d&#252;rfen. Dass die betroffenen Diensteanbieter dabei im gro&#223;en Stil als Hilfsspione agieren sollen, f&#252;hrt zu Unmut.</p><p>Der Verband der Internetwirtschaft eco <a href=„https://www.eco.de/download/127303/“ rel=„external noopener“ target=„_blank“><strong>kritisiert vor allem [1]</strong></a>, dass Anbieter die „Einbringung von technischen Mitteln zur Durchf&#252;hrung einer Ma&#223;nahme“ zur sogenannten Quellen-TK&#220; „durch Unterst&#252;tzung bei der Umleitung von Telekommunikation durch die berechtigte Stelle“ erm&#246;glichen m&#252;ssen. Diese Klausel, <a href=„https://netzpolitik.org/2020/staatstrojaner-provider-sollen-internetverkehr-umleiten-damit-geheimdienste-hacken-koennen/“ rel=„external noopener“ target=„_blank“><strong>die den Einsatz von Proxy-Servern f&#252;r das Ausleiten von Datenverkehr zulie&#223;e [2]</strong></a>, werfe „eine Vielzahl an rechtlichen und prozeduralen Fragen auf“.</p><h3 class=„subheading“ id=„navaktive0“>Aktive Unterst&#252;tzung</h3><p>Bei dieser Befugnis handle es sich um ein Novum, da Dienstleister „nunmehr aktiv die Nachrichtendienste unterst&#252;tzen sollen, die Endger&#228;te von Kunden zu infiltrieren“, erl&#228;utert der eco. Das Innenministerium weise zudem an keiner Stelle darauf hin, dass mit Inkrafttreten des neuen Telekommunikationsgesetzes (TKG) die Anzahl der grunds&#228;tzlich zur Auskunft verpflichteten Unternehmen „immens steigt“. Neben klassischen Telcos fielen darunter etwa auch Anbieter f&#252;r E-Mail-, Messaging-, und VoIP-Dienste.</p><p>Anlass zu erheblichen Sorgen gibt dem Verband auch die vorgesehene Befugnis, nach der „aktive Eingriffe in die Integrit&#228;t“ der Telekommunikationsnetze erlaubt w&#252;rden. N&#246;tig seien hier zwingend verl&#228;sslicher Regeln, um die daraus entstehenden Risiken zu minimieren, fordert der Verband. So m&#252;ssten etwa Ma&#223;nahmen ausgeschlossen werden, „bei denen eine Gef&#228;hrdung der betroffenen Infrastruktur nicht ausgeschlossen werden kann“.</p><p>Nach Auffassung des eco will der Gesetzgeber den Geheimdiensten auch erlauben, die betroffenen Datenstr&#246;me sogar zu ver&#228;ndern. Unabh&#228;ngig von der Frage, ob derartige Eingriffe &#252;berhaupt durch das in Artikel 10 Grundgesetz verankerte Fernmeldegeheimnis gedeckt sein k&#246;nnten, sind solche Ma&#223;nahmen dem Verband zufolge „jedenfalls geeignet, das Vertrauen in die Kommunikation einschlie&#223;lich aller abgerufenen Informationen massiv und dauerhaft zu untergraben“. Die Passage sollte daher gr&#246;&#223;tenteils gestrichen werden.</p><h3 class=„subheading“ id=„nav_massiver1“>Massiver Korrekturbedarf</h3><p>Auch bei den Kontrollm&#246;glichkeiten der geheimdienstlichen Aktivit&#228;ten sieht der Verband massiven Korrekturbedarf. Das Ministerium habe zudem die auf die Wirtschaft zukommenden Kosten f&#252;r verdeckte Eingriffe in IT-Systeme mit 20.000 Euro pro Jahr deutlich zu niedrig angesetzt. Soweit Daten angefordert w&#252;rden, die bislang noch nicht in den vorhandenen Systemen erfasst seien, Anpassungen vorzunehmen w&#228;ren sowie potenziell neue Infrastruktur installiert werden m&#252;sse, stiegen die Aufw&#228;nde „schnell in mehrfache Millionenh&#246;he“.</p><p>&#196;hnliche Kritik <a href=„https://www.bitkom.org/sites/default/files/2020-07/03_200702_bitkom_pp_bverfschg.pdf“ rel=„external noopener“ target=„_blank“><strong>&#228;u&#223;ert der Bitkom [3]</strong></a>. Das <a href=„https://www.heise.de/news/Innenministerium-Staatstrojaner-fuer-alle-Geheimdienste-4788797.html“><strong>Vorhaben w&#252;rde Telekommunikationsanbieter demnach k&#252;nftig dazu verpflichten [4]</strong></a>, „den Sicherheitsbeh&#246;rden aktiv dabei zu helfen, Schadsoftware &#252;ber Ihre Netze in die Endger&#228;te der Zielpersonen einzuspielen“. Dieser Ansatz „verkennt allerdings die enormen Risiken f&#252;r die gesamte Netzintegrit&#228;t der Provider und der damit einhergehenden Vertrauensverluste“.</p><p>Der Bitkom mahnt zudem an, die Gesamtauswirkungen aktuell diskutierter Gesetzesinitiativen „insbesondere mit Blick auf die Novellierungen von Telekommunikations- und <a href=„https://www.heise.de/meldung/IT-Sicherheitsgesetz-BSI-soll-Daten-18-Monate-auf-Vorrat-speichern-4719797.html“><strong>IT-Sicherheitsgesetz [5]</strong></a>“ nicht aus den Augen zu verlieren. In Anbetracht der sich daraus ableitenden Rechtsunsicherheit f&#252;r die Anbieter „w&#228;re es dringend geboten, Haftungs- und Schadensersatzfragen zu adressieren, da die entstehenden Risiken durch den aktuellen Gesetzesentwurf ein nicht absch&#228;tzbares Kostenrisiko darstellen“.</p><p>Zuvor hatte ein Medienb&#252;ndnis an Seehofer und die Bundesregierung appelliert, <a href=„https://www.heise.de/news/Ueberwachung-Medienbuendnis-warnt-vor-Staatstrojanern-fuer-den-Verfassungsschutz-4837835.html“><strong>mit dem Vorhaben den Informantenschutz nicht weiter auszuh&#246;hlen [6]</strong></a>. Innen- und Rechtspolitikern aus der CDU/CSU-Bundestagsfraktion geht der Entwurf dagegen nicht weit genug. Sie wollen gegen den Widerstand der SPD durchsetzen, dass die Geheimdienste nicht nur die laufende Telekommunikation per Quellen-TK&#220; &#252;berwachen, <a href=„https://www.heise.de/news/Union-wirft-SPD-Blockade-bei-erweiterten-Befugnissen-fuer-Geheimdienste-vor-4839525.html“><strong>sondern IT-Systeme und ihre Nutzer auch per weitergehenden heimlichen Online-Durchsuchungen ausforschen d&#252;rfen [7]</strong></a>.</p><p>() </p><hr /><p><strong>URL dieses Artikels:</strong><br /><small>

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<strong>[1]</strong>&#160;https://www.eco.de/download/127303/

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<strong>[2]</strong>&#160;https://netzpolitik.org/2020/staatstrojaner-provider-sollen-internetverkehr-umleiten-damit-geheimdienste-hacken-koennen/

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<strong>[3]</strong>&#160;https://www.bitkom.org/sites/default/files/2020-07/03_200702_bitkom_pp_bverfschg.pdf

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<strong>[4]</strong>&#160;https://www.heise.de/news/Innenministerium-Staatstrojaner-fuer-alle-Geheimdienste-4788797.html

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<strong>[5]</strong>&#160;https://www.heise.de/meldung/IT-Sicherheitsgesetz-BSI-soll-Daten-18-Monate-auf-Vorrat-speichern-4719797.html

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<strong>[6]</strong>&#160;https://www.heise.de/news/Ueberwachung-Medienbuendnis-warnt-vor-Staatstrojanern-fuer-den-Verfassungsschutz-4837835.html

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<strong>[7]</strong>&#160;https://www.heise.de/news/Union-wirft-SPD-Blockade-bei-erweiterten-Befugnissen-fuer-Geheimdienste-vor-4839525.html

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<strong>[8]</strong>&#160;mailto:vbr@heise.de

</small><br /></p><p class=„printversion__copyright“><em>Copyright &#169; 2020 Heise Medien</em></p> </html>

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