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Stand der Technik – BayWiDI

Originalartikel

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<html> <p>Nachgewiesen sind 35 unterschiedlich formulierte Technikstandards im deutschen Recht.<a href=„http://neu.baywidi.de/enzyklopaedie/stand-der-technik#_ftn1“ name=„_ftnref1“ id=„_ftnref1“>[1]</a> Dabei handelt es sich um unbestimmte Rechtsbegriffe. Am relevantesten sind die Begriffe &#8222;allgemein anerkannte Regeln der Technik&#8220;, &#8222;Stand von Wissenschaft und Technik&#8220; und &#8211; insbesondere im IT-Sicherheitsrecht &#8211; der &#8222;Stand der Technik&#8220;.<a href=„http://neu.baywidi.de/enzyklopaedie/stand-der-technik#_ftn2“ name=„_ftnref2“ id=„_ftnref2“>[2]</a> Der Unterschied liegt letztlich in der Intensit&#228;t, in der Letztere auf die Entwicklung von Wissenschaft und Technik Bezug nehmen.</p><p>Das BVerfG hat diesen Unterschied in seinem &#8222;Kalkar I&#8220;-Beschluss herausgearbeitet, und sich der sogenannten 3-Stufen-Theorie<a href=„http://neu.baywidi.de/enzyklopaedie/stand-der-technik#_ftn3“ name=„_ftnref3“ id=„_ftnref3“>[3]</a> angeschlossen:<a href=„http://neu.baywidi.de/enzyklopaedie/stand-der-technik#_ftn4“ name=„_ftnref4“ id=„_ftnref4“>[4]</a> Am schw&#228;chsten ist die Intensit&#228;t bei den &#8222;allgemein anerkannten Regeln der Technik&#8221; (Beispiel: &#167; 55 Abs. 1 Nr.&#160;3 BBergG) ausgepr&#228;gt. Bei dieser Art von Technikstandard-Verweis k&#246;nnen sich Verwaltung und Gerichte darauf beschr&#228;nken, die Mehrheitsauffassung unter den technischen Praktikern zu ermitteln.<a href=„http://neu.baywidi.de/enzyklopaedie/stand-der-technik#_ftn5“ name=„_ftnref5“ id=„_ftnref5“>[5]</a> Allerdings leidet ein solcher Verweis darunter, dass die Rechtsordnung dann stets hinter der technischen Entwicklung hinterherhinkt.<a href=„http://neu.baywidi.de/enzyklopaedie/stand-der-technik#_ftn6“ name=„_ftnref6“ id=„_ftnref6“>[6]</a> Im Zweifel d&#252;rften sich die j&#252;ngsten technischen Entwicklungen/Standards noch nicht in der Mehrheitsauffassung durchgesetzt haben.</p><p>Das beschriebene Manko fehlt bei dem Verweis auf den &#8222;Stand der Technik&#8221;. Letzterer verlagert den rechtlichen Ma&#223;stab an die Front technischer Entwicklung.<a href=„http://neu.baywidi.de/enzyklopaedie/stand-der-technik#_ftn7“ name=„_ftnref7“ id=„_ftnref7“>[7]</a> Entscheidend f&#252;r den Technikstandard sind allein die allgemeine Anerkennung und die praktische Bew&#228;hrung. Dadurch verkompliziert sich allerdings f&#252;r Verwaltung und Gerichte die Konkretisierung des Technikstandards.<a href=„http://neu.baywidi.de/enzyklopaedie/stand-der-technik#_ftn8“ name=„_ftnref8“ id=„_ftnref8“>[8]</a> Denn nun ist die Rechtsordnung in der Pflicht, intensiver in die nicht-juristischen, technischen Streitst&#228;nde einzusteigen und zu eruieren, was technisch notwendig, geeignet, angemessen und vermeidbar ist.<a href=„http://neu.baywidi.de/enzyklopaedie/stand-der-technik#_ftn9“ name=„_ftnref9“ id=„_ftnref9“>[9]</a> F&#252;r den Verweis auf den &#8222;Stand der Technik&#8220; als anerkanntes Mittelma&#223; hat sich der IT-Sicherheitsgesetzgeber in den &#167;&#167;&#160;8a Abs. 1 <a href=„https://www.baywidi.de/enzyklopaedie/gesetz-ueber-das-bundesamt-fuer-sicherheit-in-der-informationstechnik-bsig/“ target=„_self“ title=„BSI-Gesetz Nationale Regelung Adressat:&#xa0;Entsprechend seines Titels befasst sich dieses Gesetz mit den Aufgaben und Befugnissen des Bundesamtes f&#xfc;r Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Relevante Normen:&#xa0;&#xa7; 2; &#xa7; 3 Abs. 1 S. 2 Nr. 14; &#xa7; 5; &#xa7; 5a Abs. 1, Abs. 6; &#xa7; 7; &#xa7; 7a; &#xa7; 8; &#xa7; 8a (insbesondere Abs. 1, Abs. 4);&#x2026;“ class=„encyclopedia“>BSIG</a>, 13 Abs. 7 <a href=„https://www.baywidi.de/enzyklopaedie/telemediengesetz-tmg/“ target=„_self“ title=„Telemediengesetz Photo by William Iven on Unsplash Nationale Regelung Adressat: Alle Anbieter von Telemedien, sofern sie sich nicht lediglich auf die Signal&#xfc;bertragung beschr&#xe4;nken. Relevante Normen: &#xa7;&#xa0;13, &#xa7;&#xa0;14, &#xa7;&#xa0;15, &#xa7;&#xa0;15a, &#xa7;&#xa0;16 Regelungsgehalt Allgemein: Das Telemediengesetz (TMG) regelt den Umgang mit sog. Telemedien, die nicht unter das TKG oder den RStV fallen. Es richtet sich gem&#xe4;&#xdf; &#xa7;&#xa0;1&#x2026;“ class=„encyclopedia“>TMG</a>, 109 Abs. 2 S. 3 <a href=„https://www.baywidi.de/enzyklopaedie/telekommunikationsgesetz-tkg/“ target=„_self“ title=„Telekommunikationsgesetz Photo by Volodymyr Hryshchenko on Unsplash Nationale Regelung Adressat: Das TKG ist von allen Unternehmen zu beachten, die in ihrem Betrieb Telekommunikationseinrichtungen unterhalten. Relevante Normen: &#xa7;&#xa0;85, &#xa7;&#xa0;93, &#xa7;&#xa0;100, &#xa7;&#xa0;107, &#xa7;&#xa0;109, &#xa7;&#xa0;109a, &#xa7; 110, &#xa7;&#xa0;113d, &#xa7; 113e, &#xa7;&#xa0;115 Regelungsgehalt Allgemein: Das Telekommunikationsgesetz (TKG) regelt ausschlie&#xdf;lich die technische Signal&#xfc;bertragung im Bereich der Telekommunikation. Hierbei verfolgt der&#x2026;“ class=„encyclopedia“>TKG</a> entschieden. Die in der Begr&#252;ndung des Regierungsentwurfs zum IT-Sicherheitsgesetz genannte Definition zum Stand der Technik in &#167; 8a Abs. 1 BSIG ist an die vom BVerfG in dem &#8222;Kalkar I&#8220;-Beschluss aufgeworfene Unterscheidung angelehnt:</p><p><em>&#8222;Stand der Technik in diesem Sinne ist der Entwicklungsstand fortschrittlicher Verfahren, Einrichtungen oder Betriebsweisen, der die praktische Eignung einer Ma&#223;nahme zum Schutz der Funktionsf&#228;higkeit von informationstechnischen Systemen, Komponenten oder Prozessen gegen Beeintr&#228;chtigungen der <a href=„https://www.baywidi.de/enzyklopaedie/verfuegbarkeit/“ target=„_self“ title=„Das Schutzziel der Verf&#xfc;gbarkeit (engl.&#xa0;availability) ist die Erreichbarkeit, Funktionst&#xfc;chtigkeit und Auffindbarkeit von Informationen und Dienstleistungen. Dienstleistungen, Funktionen eines IT-Systems, IT-Anwendungen, IT-Netze oder auch Informationen sind &#x201e;verf&#xfc;gbar&#x201c;, wenn sie von den Anwendern stets wie vorgesehen genutzt werden k&#xf6;nnen.[1] Authentifizierte und autorisierte Subjekte d&#xfc;rfen also in der Wahrnehmung ihrer Berechtigung nicht unautorisiert beeintr&#xe4;chtig werden.[2] Im Allgemeinen geht&#x2026;“ class=„encyclopedia“>Verf&#252;gbarkeit</a>, <a href=„https://www.baywidi.de/enzyklopaedie/integritaet/“ target=„_self“ title=„Wendet man den Begriff &#x201e;Integrit&#xe4;t&#x201c; auf &#x201e;Daten&quot; an, dr&#xfc;ckt er aus, dass die Daten vollst&#xe4;ndig und unver&#xe4;ndert sind. Es gilt also, die inhaltliche Korrektheit (Unversehrtheit) von Daten und die korrekte Funktionsweise von Systemen sicherzustellen.[1] Es soll eine inhaltliche Ver&#xe4;nderung durch Unbefugte verhindert werden.[2] &#x201e;Der Verlust der Integrit&#xe4;t von Informationen kann daher bedeuten, dass diese unerlaubt&#x2026;“ class=„encyclopedia“>Integrit&#228;t</a>, Authentizit&#228;t und <a href=„https://www.baywidi.de/enzyklopaedie/vertraulichkeit/“ target=„_self“ title=„In einem Satz kann &#x201e;Vertraulichkeit&#x201c; (engl.&#xa0;confidentiality) als &#x201e;Schutz vor unbefugter Preisgabe von Informationen&#x201c;[1] definiert werden. Informationen und Daten sollen also vor unbefugten Zugriffen durch Dritte gesch&#xfc;tzt sein. Ziel ist es, nur Befugten (bspw. Empf&#xe4;nger einer Nachricht) den Zugriff zu erm&#xf6;glichen. In Zeiten vermehrter Cyberattacken durch Hacker kommt der Vertraulichkeit ganz wesentliche Bedeutung zu. Aus diesem&#x2026;“ class=„encyclopedia“>Vertraulichkeit</a> gesichert erscheinen l&#228;sst. Bei der Bestimmung des Standes der Technik sind insbesondere einschl&#228;gige internationale, europ&#228;ische und nationale Normen und Standards heranzuziehen, aber auch vergleichbare Verfahren, Einrichtungen und Betriebsweisen, <strong>die mit Erfolg in der Praxis erprobt wurden</strong>.&#8220;<a href=„http://neu.baywidi.de/enzyklopaedie/stand-der-technik#_ftn10“ name=„_ftnref10“ id=„_ftnref10“><strong>[10]</strong></a></em></p><p>Negativ abzugrenzen ist der &#8222;Stand der Technik&#8220; schlie&#223;lich noch vom bezeichneten &#8222;Stand von Wissenschaft und Technik&#8221; (Beispiel: &#167; 7 Abs. 2 Nr. 3 <a href=„https://www.baywidi.de/enzyklopaedie/atomgesetz-atomg/“ target=„_self“ title=„Atomgesetz Photo by Rapha&#xeb;l Biscaldi on Unsplash Nationale Regelung Adressat:&#xa0;Dieses Gesetz adressiert Akteure die im Bereich der Kernenergie t&#xe4;tig sind. Unter anderem gilt dieses Gesetz f&#xfc;r denjenigen, der Kernbrennstoffe au&#xdf;erhalb der staatlichen Verwahrung aufbewahrt, Anlagen mit Kernbrennstoffen betreibt (etwa zur gewerblichen Erzeugung von Elektrizit&#xe4;t) sowie Inhaber kerntechnischer Anlagen ist. Relevante Normen:&#xa0;&#xa0;&#xa7; 6 (insbesondere Abs. 2);&#x2026;“ class=„encyclopedia“>AtomG</a>). Letzterer ist an Intensit&#228;t kaum noch zu &#252;berbieten. Der &#8222;Stand von Wissenschaft und Technik&#8220; ist dann noch nicht erreicht, wenn das gegenw&#228;rtig technisch Machbare realisiert wird.<a href=„http://neu.baywidi.de/enzyklopaedie/stand-der-technik#_ftn11“ name=„_ftnref11“ id=„_ftnref11“>[11]</a> Vielmehr muss diejenige technische Vorsorge gegen sch&#228;digende Einfl&#252;sse getroffen werden, die nach den allerneuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen erforderlich scheint.<a href=„http://neu.baywidi.de/enzyklopaedie/stand-der-technik#_ftn12“ name=„_ftnref12“ id=„_ftnref12“>[12]</a></p><hr /><p><a href=„http://neu.baywidi.de/enzyklopaedie/stand-der-technik#_ftnref1“ name=„_ftn1“ id=„_ftn1“>[1]</a> <em>Seibel</em>, NJW 2013, 3000.</p><p><a href=„http://neu.baywidi.de/enzyklopaedie/stand-der-technik#_ftnref2“ name=„_ftn2“ id=„_ftn2“>[2]</a> <em>Seibel</em>, NJW 2013, 3000.</p><p><a href=„http://neu.baywidi.de/enzyklopaedie/stand-der-technik#_ftnref3“ name=„_ftn3“ id=„_ftn3“>[3]</a> Nicht mit der Drei-Stufen-Theorie zu Art. 12 GG zu verwechseln!</p><p><a href=„http://neu.baywidi.de/enzyklopaedie/stand-der-technik#_ftnref4“ name=„_ftn4“ id=„_ftn4“>[4]</a> BVerfG, BeckRS 9998, 104991.</p><p><a href=„http://neu.baywidi.de/enzyklopaedie/stand-der-technik#_ftnref5“ name=„_ftn5“ id=„_ftn5“>[5]</a> BVerfG, BeckRS 9998, 104991.</p><p><a href=„http://neu.baywidi.de/enzyklopaedie/stand-der-technik#_ftnref6“ name=„_ftn6“ id=„_ftn6“>[6]</a> BVerfG, BeckRS 9998, 104991.</p><p><a href=„http://neu.baywidi.de/enzyklopaedie/stand-der-technik#_ftnref7“ name=„_ftn7“ id=„_ftn7“>[7]</a> BVerfG, BeckRS 9998, 104991.</p><p><a href=„http://neu.baywidi.de/enzyklopaedie/stand-der-technik#_ftnref8“ name=„_ftn8“ id=„_ftn8“>[8]</a> BVerfG, BeckRS 9998, 104991.</p><p><a href=„http://neu.baywidi.de/enzyklopaedie/stand-der-technik#_ftnref9“ name=„_ftn9“ id=„_ftn9“>[9]</a> BVerfG, BeckRS 9998, 104991.</p><p><a href=„http://neu.baywidi.de/enzyklopaedie/stand-der-technik#_ftnref10“ name=„_ftn10“ id=„_ftn10“>[10]</a> BT-Drs. 18/4096, S. 26.</p><p><a href=„http://neu.baywidi.de/enzyklopaedie/stand-der-technik#_ftnref11“ name=„_ftn11“ id=„_ftn11“>[11]</a> BVerfG, BeckRS 9998, 104991.</p><p><a href=„http://neu.baywidi.de/enzyklopaedie/stand-der-technik#_ftnref12“ name=„_ftn12“ id=„_ftn12“>[12]</a> BVerfG, BeckRS 9998, 104991.</p> </html>

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