Qgelm

Studie: KI kann Antibiotika-Fehlverschreibungen deutlich verringern

Originalartikel

Backup

<html> <header class=„article-header“><h1 class=„articleheading“>Studie: KI kann Antibiotika-Fehlverschreibungen deutlich verringern</h1><div class=„publish-info“> Stefan Krempl</div></header><figure class=„aufmacherbild“><img src=„https://heise.cloudimg.io/width/700/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/0/8/3/8/7/7/shutterstock_536033812-8fa79bd02406e76a.jpeg“ srcset=„https://heise.cloudimg.io/width/700/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/0/8/3/8/7/7/shutterstock_536033812-8fa79bd02406e76a.jpeg 700w, https://heise.cloudimg.io/width/1050/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/0/8/3/8/7/7/shutterstock_536033812-8fa79bd02406e76a.jpeg 1050w, https://heise.cloudimg.io/width/1500/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/0/8/3/8/7/7/shutterstock_536033812-8fa79bd02406e76a.jpeg 1500w, https://heise.cloudimg.io/width/2300/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/0/8/3/8/7/7/shutterstock_536033812-8fa79bd02406e76a.jpeg 2300w“ alt=„Mediziner am Notebook“ class=„img-responsive“ referrerpolicy=„no-referrer“ /><figcaption class=„akwa-caption“>(Bild:&#160;Billion Photos/Shutterstock.com)</figcaption></figure><p><strong>Durch maschinelles Lernen haben Forscher berechnet, mit welcher Wahrscheinlichkeit der Laborbefund eines Patienten bakterielle Erreger enth&#228;lt.</strong></p><p>Forscher des Deutschen Instituts f&#252;r Wirtschaftsforschung (DIW) zeigen in einer jetzt ver&#246;ffentlichten Studie, dass sich die Verordnung von Antibiotika mithilfe von Methoden maschinellen Lernens ohne negative Effekte f&#252;r die Patienten um bis zu 10,2 Prozent reduzieren l&#228;sst. Fehlverschreibungen solcher Medikamente gegen Bakterien und von diesen ausgel&#246;ste Entz&#252;ndungen sind h&#228;ufig. Sie verursachen wegen zunehmender Resistenzen erhebliche gesellschaftliche Kosten, lassen sich laut der Analyse aber durch datenbasierte Entscheidungshilfen verringern.</p><p>Grundlage f&#252;r die vom europ&#228;ischen Forschungsrat gef&#246;rderte Untersuchung bilden umfangreiche Personendaten aus dem Verwaltungsbereich, die f&#252;r Forschungszwecke mit Labordaten zur Diagnose von Harnwegsinfektionen verkn&#252;pft wurden. Die DIW-Forscher griffen daf&#252;r auf gr&#246;&#223;tenteils personenbezogene Informationen aus D&#228;nemark zur&#252;ck, da diese dort vergleichsweise einfach verf&#252;gbar sind.</p><h3 class=„subheading“ id=„nav_antibiotika_und0“>Antibiotika und resistente Bakterien</h3><p>Bakterielle Harnwegsinfektionen werden in der Regel effektiv mit Antibiotika behandelt. Patienten k&#246;nnen jedoch auch Symptome einer solchen Entz&#252;ndung vorweisen, wenn nicht Bakterien der Ausl&#246;ser sind. In diesem Fall ist eine Behandlung mit der Medizin nicht wirksam. Zugleich stellen Harnwegsinfektionen einen der Hauptverschreibungsgr&#252;nde f&#252;r Antibiotika in der Bev&#246;lkerung dar. Ebenfalls stark vertreten sind Atemwegsinfektionen, die mit der Corona-Pandemie momentan Viren-bedingt im Fokus der &#246;ffentlichen Aufmerksamkeit stehen.</p><header class=„a-boxheader“ data-collapse-trigger=„“>Lesen Sie auch</header><div class=„a-boxtarget a-boxcontent“ data-collapse-target=„“><article class=„a-article-teaser a-article-teaser–horizontal-layout article-teaser–articlebox a-u-no-margin-bottom a-theme“ data-cid=„0“><a class=„a-article-teaserlink“ href=„https://www.heise.de/news/Kuenstliche-Intelligenz-und-Medizin-Klage-ueber-zu-wenig-Daten-aus-Deutschland-4967909.html“ name=„meldung.newsticker.inline.article-teaser.1“ title=„K&#252;nstliche Intelligenz und Medizin: Klage &#252;ber zu wenig Daten aus Deutschland“><figure class=„a-article-teaserimage-container“><div><strong><img alt=„“ height=„2809“ src=„https://static.wallabag.it/7862d1b7aff4c3b00f37212fefade4e0e2c4cf00/64656e6965643a646174613a696d6167652f7376672b786d6c2c253343737667253230786d6c6e733d27687474703a2f2f7777772e77332e6f72672f323030302f7376672725323077696474683d273639367078272532306865696768743d2733393170782725323076696577426f783d2730253230302532303639362532303339312725334525334372656374253230783d273027253230793d27302725323077696474683d27363936272532306865696768743d273339312725323066696c6c3d27253233663266326632272533452533432f726563742533452533432f737667253345/“ class=„c1“ width=„5000“ referrerpolicy=„no-referrer“ /></strong></div></figure><div class=„a-article-teasercontent-container“><header><h1 class=„a-article-teasertitle a-u-mb-1“><strong>K&#252;nstliche Intelligenz und Medizin: Klage &#252;ber zu wenig Daten aus Deutschland</strong></h1></header></div>[1]</a></article></div><p>Der vor&#252;bergehend weniger beachtete Trend zunehmender antibiotikaresistenter Bakterien setze sich aber fort, warnen die Autoren. Haupts&#228;chlich aufgrund mangelnder finanzieller Anreize seien jedoch seit geraumer Zeit kaum neue Wirkstoffe entwickelt worden, sodass die Behandlungsm&#246;glichkeiten aufgrund der Resistenzen im Zeitverlauf weniger w&#252;rden. Die durch widerstandsf&#228;hige Bakterien verursachten Kosten sch&#228;tzten britische Gesundheitsexperten f&#252;r das Jahr 2050 auf 100 Billionen US-Dollar.</p><p>Als Hauptgrund f&#252;r die Zunahme an resistenten Erregern werden &#252;berm&#228;&#223;ige Antibiotikabehandlungen gesehen. Ein gro&#223;es Problem ist aber, dass &#196;rzte die Medikation meist nach Augenschein bestimmen m&#252;ssen. Dies liegt daran, dass die f&#252;r eine genaue Diagnostik n&#246;tigen Laboranalysen erst nach mehreren Tagen verf&#252;gbar sind. Datenbasierte Vorhersagen sollen daher helfen, die vor&#252;bergehende Unsicherheit zu verringern und schnelle Entscheidungen zu verbessern.</p><h3 class=„subheading“ id=„nav_ki_vorhersagen1“>KI-Vorhersagen f&#252;r Bakterien</h3><p>Durch sogenannte Ensemble-Methoden ist es den <a href=„https://www.diw.de/de/diw_01.c.814365.de/publikationen/wochenberichte/2021_13_1/der_gesellschaftliche_mehrwert_verknuepfter_daten__algorithmen_als_entscheidungshilfen_bei_antibiotikaverschreibungen.html“ rel=„external noopener“ target=„_blank“><strong>Wissenschaftlern in dem vorliegenden Fall gelungen vorherzusagen [2]</strong></a>, mit welcher Wahrscheinlichkeit der Laborbefund eines Patienten zum Zeitpunkt der Probenentnahme bakterielle Erreger enth&#228;lt. Daf&#252;r nutzten sie zun&#228;chst gro&#223;e Datenmengen vergangener Erkrankter, f&#252;r die verl&#228;ssliche individuelle Testergebnisse vorlagen. Diese verkn&#252;pften sie mit individuellen demografischen Daten aus der d&#228;nischen Verwaltung. Damit deckten sie statistische Zusammenh&#228;nge zwischen Laborbefunden und weiteren vorhandenen pers&#246;nlichen Informationen wie medizinischen Behandlungshistorien auf.</p><p>Insgesamt ber&#252;cksichtigte das Team 95.594 akute Behandlungssituationen, denen keine Antibiotikabehandlung oder Diagnostik unmittelbar vorausgegangen waren. Aus diesen sagten sie in 42.480 F&#228;llen anhand vorhandener Daten Laborergebnisse vorher und stellten sie im Anschluss ihrem tats&#228;chlichen Testresultat gegen&#252;ber.</p><header class=„a-boxheader“ data-collapse-trigger=„“>Lesen Sie auch</header><div class=„a-boxtarget a-boxcontent“ data-collapse-target=„“><article class=„a-article-teaser a-article-teaser–horizontal-layout article-teaser–articlebox a-u-no-margin-bottom a-theme“ data-cid=„0“><a class=„a-article-teaserlink“ href=„https://www.heise.de/meldung/Branchenreport-Medizintechnik-Freud-und-Leid-wegen-Corona-4711811.html“ name=„meldung.newsticker.inline.article-teaser.1“ title=„Branchenreport Medizintechnik: Freud und Leid wegen Corona“><figure class=„a-article-teaserimage-container“><div><strong><img alt=„Medizintechnik: Freud und Leid wegen Corona“ height=„3292“ src=„https://static.wallabag.it/7862d1b7aff4c3b00f37212fefade4e0e2c4cf00/64656e6965643a646174613a696d6167652f7376672b786d6c2c253343737667253230786d6c6e733d27687474703a2f2f7777772e77332e6f72672f323030302f7376672725323077696474683d273639367078272532306865696768743d2733393170782725323076696577426f783d2730253230302532303639362532303339312725334525334372656374253230783d273027253230793d27302725323077696474683d27363936272532306865696768743d273339312725323066696c6c3d27253233663266326632272533452533432f726563742533452533432f737667253345/“ class=„c2“ width=„5859“ referrerpolicy=„no-referrer“ /></strong></div></figure><div class=„a-article-teasercontent-container“><header><h1 class=„a-article-teasertitle a-u-mb-1“><strong>Branchenreport Medizintechnik: Freud und Leid wegen Corona</strong></h1></header></div>[3]</a></article></div><p>Um den Zugewinn der Vorhersagequalit&#228;t durch das sukzessive Verkn&#252;pfen zus&#228;tzlicher Personendaten zu messen, teilten die Wissenschaftler die verf&#252;gbaren Daten in die f&#252;nf Teilsegmente Zeit und Region, Alter und Geschlecht, detaillierte Personenmerkmale, Gesundheitsdaten sowie die &#228;rztliche Entscheidung auf. Dies stellten sie dem Algorithmus nacheinander zur Verf&#252;gung. Beim Zuf&#252;gen des ersten zum letzten Segments lie&#223;en sich bei dem Experiment die Antibiotika-Verschreibungen um 1,18 Prozent senken, beim Einbau der Gesundheitsdaten um 7,42 Prozent.</p><h3 class=„subheading“ id=„nav_bis_zu_392“>Bis zu 39 Prozent weniger Antibiotika-Verschreibungen</h3><p>Unter Einsatz aller verf&#252;gbarer Informationen gelangten die Experten zur H&#246;chstquote von 10,22 Prozent. „W&#228;ren alle Vorhersagen perfekt, k&#246;nnten 39 Prozent weniger Antibiotika verschrieben werden“, schreiben sie dazu. „Somit k&#246;nnte unter Verwendung aller Daten gut ein Viertel dieser maximal m&#246;glichen Reduktion erreicht werden.“ Die Reduktion von Antibiotika erfolge dabei allein bei den Fehlverschreibungen.</p><p>Der Ansatz „steht im Kontrast zu den negativen Beispielen gro&#223;er, teils gescheiterter Digitalprojekte aus der Privatwirtschaft“, verweisen die Verfasser etwa auf <a href=„https://www.heise.de/tr/blog/artikel/Doktorspiele-4131180.html“><strong>Experimente mit Watson Health von IBM, die wenig Mehrwert geliefert h&#228;tten [4]</strong></a>. Die SARS-CoV-2-Pandemie habe nun die Relevanz hochwertiger Daten in das Bewusstsein der breiten &#214;ffentlichkeit gerufen. Diese Dynamik k&#246;nnte „Anwendungen im Gesundheitswesen und dar&#252;ber hinaus befl&#252;geln, um besser informiert gesellschaftliche Herausforderungen zu meistern“.</p><p>N&#246;tig daf&#252;r sei aber eine „Infrastruktur zur Datenverkn&#252;pfung und -bereitstellung, die gesellschaftlich akzeptierte Datenschutz- und Ethikstandards einh&#228;lt“, unterstreichen die Forscher. St&#252;nden solche Dienste der Wissenschaft und dem Gesundheitssektor zur Verf&#252;gung, „k&#246;nnten sich zahlreiche M&#246;glichkeiten er&#246;ffnen, die gesundheitliche Versorgung deutlich zu verbessern“. Vorab m&#252;ssten aber auch noch diverse ethische Fragen diskutiert und abgewogen werden.</p><p>() </p><hr /><p><strong>URL dieses Artikels:</strong><br /><small>

https://www.heise.de/-6008053

</small></p><p><strong>Links in diesem Artikel:</strong><br /><small>

<strong>[1]</strong>&#160;https://www.heise.de/news/Kuenstliche-Intelligenz-und-Medizin-Klage-ueber-zu-wenig-Daten-aus-Deutschland-4967909.html

</small><br /><small>

<strong>[2]</strong>&#160;https://www.diw.de/de/diw_01.c.814365.de/publikationen/wochenberichte/2021_13_1/der_gesellschaftliche_mehrwert_verknuepfter_daten__algorithmen_als_entscheidungshilfen_bei_antibiotikaverschreibungen.html

</small><br /><small>

<strong>[3]</strong>&#160;https://www.heise.de/meldung/Branchenreport-Medizintechnik-Freud-und-Leid-wegen-Corona-4711811.html

</small><br /><small>

<strong>[4]</strong>&#160;https://www.heise.de/tr/blog/artikel/Doktorspiele-4131180.html

</small><br /><small>

<strong>[5]</strong>&#160;mailto:fds@heise.de

</small><br /></p><p class=„printversion__copyright“><em>Copyright &#169; 2021 Heise Medien</em></p> </html>

Cookies helfen bei der Bereitstellung von Inhalten. Diese Website verwendet Cookies. Mit der Nutzung der Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies auf Ihrem Computer gespeichert werden. Außerdem bestätigen Sie, dass Sie unsere Datenschutzerklärung gelesen und verstanden haben. Wenn Sie nicht einverstanden sind, verlassen Sie die Website.Weitere Information